Ei – ein echtes Powerpaket

Proteinhaltiger Klassiker zu Ostern

Sie liefern wertvolle Nährstoffe und schmecken besonders gut, wenn sie Ostern bunt bemalt sind. Eier sind ideal zum Backen und Kochen und machen ein Sonntagsfrühstück perfekt. Ernährungsexpertin Brigitte Bäuerlein weiß, wie man die Proteinbombe richtig aufbewahrt und zubereitet.

Neben wertvollem Eiweiß liefern Eier eine ganze Reihe an Vitaminen und Spurenelementen. Früher warnte man vor dem Cholesterin in Eiern. „Aber verschiedene Studien belegen, dass ein hoher Eierkonsum lange nicht so schädlich ist, wie man früher vermutete“, weiß Ernährungsexpertin Brigitte Bäuerlein. Nur Menschen, die empfindlich auf Cholesterin reagieren (bei Diabetes-, Herz- oder Gefäßerkrankungen), sollten aufpassen. „Dieser Personenkreis sollten nicht mehr als zwei bis drei Eier in der Woche verzehren“, rät die Expertin. Der Eidotter enthält neben Eisen vor allem Fett. Im Schnitt sechs Gramm pro Ei. Übrigens sind braune Eier keineswegs ein Indiz für Bio-Haltung, sondern nur ein Hinweis auf die Hühnerrasse.

Eier für rohe Speisen sollten nicht älter als zehn Tage sein – aufgrund der Salmonellen-Gefahr. Wenn kein Legedatum angegeben ist, kann man für den Frischetest das Ei in ein Glas mit Wasser geben. Ein frisches Ei liegt unten, ein zwei bis drei Wochen altes Ei schwimmt – ist hartgekocht aber immer noch verzehrbar. Eine weitere Möglichkeit: Das Ei aufschlagen und sich den Dotter anschauen. Ist er hochgewölbt und das Eiweiß straff und fest, dann ist das Ei frisch. Bei älteren Eiern verläuft alles etwas, vor allem der Dotter ist dann platt. Wenn sich die Schale vom gekochten Ei nur schlecht löst, ist das ebenfalls ein Zeichen für Frische. „Denn bei frisch gelegten Eiern stimmt im wahrsten Sinne des Wortes die Chemie nicht. Der pH-Wert eines frischen Eis ist noch zu niedrig, weshalb die Schale am Ei kleben bleibt“, erklärt Bäuerlein.

Vorsicht bei Ostereiern

Wenn Sie Ostereier selbst hart kochen, dürfen sie diese nicht abschrecken! Denn durch das Abschrecken gelangen mit dem Wasser auch Bakterien ins Ei, das vermindert die Haltbarkeit. Abgeschreckte Eier sind daher nur ein paar Tage haltbar. Bunt gefärbte Eier, die im Handel erhältlich sind, können ungekühlt bis zu drei Monaten aufbewahrt werden. Manche Eier haben nach dem Kochen einen grünen Rand um den Dotter. Das ist nicht ungesund, die Eier haben nur zu lange gekocht – das enthaltene Eisen ist oxidiert.

Bunte Ostereier
Bunte Ostereier Quelle: imago

Noch ein wichtiger Tipp zu Ostern: Die rohen Eier nicht ungewaschen auspusten. Auf der Schale befinden sich viele Keime und vor allem Salmonellen. Eier vor dem Auspusten unbedingt mit Wasser, etwas Essig und Spülmittel reinigen.

Eier richtig aufbewahren

Eier sollten im Kühlschrank mit der Spitze nach unten aufbewahrt werden. Denn am runden Ende ist die Luftkammer – und damit die „schwächste“ Stelle des Eis, wo Keime und Gerüche eindringen können. Die Eier immer aus dem Karton nehmen und im Kühlschrank lagern. Anschließend den Karton entsorgen, denn dieser kann keimbelastet sein. Was viele nicht wissen: Sie können Eiweiß und Eigelb einfrieren! Das Eiklar lässt sich danach sogar besser zu Schnee schlagen als frisches Eiweiß. Mit einer Prise Salz kann man es aufschlagen, in Eiswürfelbecher einfrieren und zur gegebener Zeit (genau wie Sahne) in Speisen weiter verwenden. Übriggebliebenes Eigelb gibt man in ein kleines Gefäß mit etwas kaltem Wasser. So kann der Dotter nicht austrocknen und Sie können es ebenfalls einfrieren.

Die Bindefähigkeit von Eiern ist übrigens geringer, wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommen. Eier sollten daher vor dem Backen immer erst Zimmertemperatur annehmen. Wenn das Eiweiß nicht steif werden will, kann es daran liegen, dass die Schüssel nicht richtig sauber ist. Fettreste können dies beispielsweise bewirken.

Alternativen und Ersatz beim Kochen

Wer Ostern eine Abwechslung braucht, kann auch zu anderen Eiern greifen. Enteneier sind beispielsweise kräftiger und öliger im Geschmack. Da sie Keime enthalten können, müssen sie mindestens zehn Minuten gekocht werden. Gänseeier sind hierzulande mit bis zu 200 Gramm die größten. Sie sind ebenfalls kräftig im Geschmack und sollten nur besonders frisch verwendet werden. Die kleinen Wachteleier werden roh oder gekocht als Delikatesse angeboten. Sie können wie Hühnereier verwendet werden. Ihre Kochzeit beträgt 2 Minuten und 20 Sekunden.

Gefüllte Eier
Gefüllte Eier - aber es müssen nicht immer Hühnereier sein.

Fast alle Rezepte, die für Hühnereier bekannt sind, können auch mit einem Straußenei zubereitet werden. Der Geschmack ist ein wenig anders, aber recht mild. Das Straußenei hat einen geringeren Cholesterinwert als ein Hühnerei. Die Schale sollte vorher angebohrt werden, damit sie nicht unter Spannung steht.  Mit einem scharfen Messer kann man das Ei teilen und in eine Pfanne geben. Da die Menge um ein Vielfaches größer ist als beim Hühnerei, kann die Masse auch im Backofen stocken (15 bis 20 Minuten). Im Topf auf der Herdplatte dauert es zu lange.

Möchte oder muss man Eier vermeiden, kann man auf andere Lebensmittel zurückgreifen. Wer einen Kuchen backt, kann beispielweise zum Weizenmehl statt Ei auch Dinkelmehl dazugeben; bei Pfannkuchen oder Crepes verwendet man pro Ei stattdessen einen Esslöffel Sojamehl mit ein bis zwei Esslöffeln Wasser vermengt. Wer Gehacktes binden möchte, kann pürierten, gehackten oder zerdrückten Tofu benutzen. Im Reformhaus gibt es zudem Eierersatzpulver. Es besteht meist aus Mais- und Sojamehl und ist cholesterinfrei. Für die Gelbfärbung bei Kuchen kann man zusätzlich etwas Safran verwenden.


Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet