Letzte Hoffnung für Leukämiekranke

Eine Knochenmarkspende kann Leben retten

Verbraucher | Volle Kanne - Letzte Hoffnung für Leukämiekranke

Miriam Diederich benötigt eine Stammzellenspende - und findet dabei eine Freundin fürs Leben: eine Geschichte, wie sie sich auch Autoren in Hollywood ausdenken könnten.

Beitragslänge:
12 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.06.2017, 14:00

Bei einigen Krankheiten, insbesondere bei Leukämien, kann eine Stammzellspende lebensnotwendig für den Patienten sein. Das Problem liegt darin, einen geeigneten Spender zu finden. Denn dazu muss ein Großteil bestimmter Gewebemerkmale zwischen Spender und Empfänger übereinstimmen. Zwar wird für rund ein Drittel der Menschen, die eine Transplantation benötigen, mittlerweile ein Spender gefunden. Jedoch könnten es noch viel mehr sein. Deswegen gilt: Je mehr Menschen sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen, desto mehr Menschen haben die Chance auf eine lebensrettende Transplantation.

Eine Registrierung bei der DKMS kann auf zwei Wegen stattfinden: Entweder durch eine Blutprobe (fünf Milliliter), beispielsweise bei einer Registrierungsaktion oder ganz einfach durch einen Wangenabstrich. Dafür kann man sich online bei der DKMS registrieren und bekommt ein Set mit Wattestäbchen per Post, das man dann einfach nach dem Abstrich zurückschicken kann. Anschließend werden die Gewebemerkmale ausgewertet und stehen weltweit für die Suche zur Verfügung. Prinzipiell kann jeder Mensch Knochenmark beziehungsweise Blutstammzellen spenden, wenn er gesund und mindestens 18 Jahre alt ist.

Zwei Varianten möglich

Ist in der Datenbank ein Spender gefunden und steht nach weiteren Untersuchungen fest, dass er für die Spende infrage kommt, dann gibt es zwei Formen der Stammzellentnahme. Zur Knochenmarkentnahme wird Knochenmarksflüssigkeit mit einer Nadel unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen. Meist fühlt sich der Spender nach der Entnahme etwas matt und kann leichte Schmerzen an der Einstichstelle haben. Das Knochenmark regeneriert sich innerhalb von zwei Wochen. Die Risiken: das normale Narkoserisiko und die Möglichkeit von Infektionen an der Einstichstelle.

Bei der peripheren Stammzellentnahme, die in etwa 80 Prozent aller Fälle angewendet wird, bekommt der Spender über fünf Tage hinweg einen hormonähnlichen Wirkstoff unter die Haut gespritzt. Das kann entweder der Arzt machen oder auch der Spender selbst. Es können währenddessen Gliederschmerzen auftreten. Durch den Wirkstoff bilden sich vermehrt Stammzellen. Sie werden aus dem Knochenmark ins Blut ausgeschwemmt. Eine Maschine übernimmt dann die Entnahme der Zellen: Über einen Zugang in einem Arm fließt das Blut in einen Filter, der die Blutstammzellen herausfiltert. Das gereinigte Blut läuft durch eine Kanüle im anderen Arm dann wieder in den Körper zurück. Die Entnahme erfolgt ohne Narkose.

Wie läuft die Transplantation?

Sind die Stammzellen entnommen, steht die Transplantation bevor. Vor der Entnahme wird das an die Klinik des Empfängers gemeldet. Sieben bis zehn Tage davor werden das Immunsystem und die kranken Zellen des Patienten durch Bestrahlung oder Chemotherapie zerstört. So soll die Abstoßung der transplantierten Zellen vermieden werden. Kommt es in diesem Stadium nicht zu einer Transplantation, kann der Patient nicht überleben.

Die Transplantation erfolgt durch eine intravenöse Transfusion in einem keimfreien Zimmer. Sie sollte innerhalb von 48 Stunden nach der Entnahme erfolgen. Nach und nach verteilen sich die Stammzellen über das Blut in die Knochen, wo sie anwachsen und sich vermehren. Zwei bis vier Wochen nach der Übertragung bilden sich im Idealfall neue, gesunde Blutzellen. Der Patient hat dann die Blutgruppe seines Spenders. Bei 40 bis 80 Prozent aller Fälle ist die Transplantation erfolgreich – das hängt allerdings von der Krankheit, möglichen Komplikationen und anderen Parametern ab.

Dem Spender danken

Spender und Empfänger bleiben füreinander zunächst anonym. Sie dürfen aber über die DKMS anonymisierten Briefkontakt haben. Nach zwei Jahren besteht - in beiderseitigem Einverständnis - die Möglichkeit, einander kennen zu lernen.

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