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Knorpel- und Knochentransplantation statt Knieprothese

Die biologische Alternative zum künstlichen Kniegelenk ist die Knochen- und Knorpelspende. Wie funktioniert diese Art der Gelenkspende und wer kann sie bekommen?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.03.2020

Die Gewebespende ist weniger bekannt als die Organspende. Dass man auch Herzklappen, Augenhornhaut oder Blutgefäße transplantieren kann, wissen nicht viele Menschen. Noch unbekannter ist die Spende von Knochen, Knorpel und Sehnen. Ist ein Knie, Sprunggelenk oder Ellenbogen zerstört, kann ein Transplantat aber eine gute Alternative zu künstlichen Gelenken sein.

Warum eine Knorpel- und Knochentransplantation?

Sie ist am besten geeignet für junge Patienten, die beispielsweise durch einen Unfall ein stark zerstörtes Gelenk haben. Denn wenn Patienten schon in jungen Jahren eine Prothese, also ein künstliches Gelenk, bekommen, dann muss diese bis ins hohe Alter sehr wahrscheinlich mehrmals ersetzt werden. Bei jungen Menschen, die sich viel bewegen, halten sie unter Umständen keine zehn Jahre. Und bei jeder erneuten Gelenkersatz-OP wird der Austausch schwieriger, weil immer mehr Knochensubstanz durch die Eingriffe verloren geht.

Bei starkem Gelenkverschleiß kann daher auch ein biologisches Transplantat helfen. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde ein spezielles Transplantationsverfahren entwickelt. Außer der MHH arbeiten weltweit nur ganz wenige Kliniken auf diesem Gebiet. Helfen kann diese Knochen- und Knorpelspende bei folgenden Problemen:

- Schwerer Gelenkverschleiß
- Starke Knieschmerzen und Einklemmungsgefühl
- Ausgeprägte Bewegungseinschränkung
- Anhaltende Gelenkschwellung und Schmerzen
- Instabilitätsgefühl
- Kontrollverlust

Welche Voraussetzungen muss ein Spender erfüllen?

Das maximale Spenderalter liegt bei der Knochen-, Knorpel- und Sehnenspende bei etwa 65 Jahren. Es muss aber auch abgeklärt werden, wie alt das Gewebe wirklich ist. So muss der Knorpel absolut intakt sein, darf also keine Vorschädigung aufweisen. Ausgeschlossen werden müssen auch bestimmte bösartige Tumorerkrankungen.

Kommt ein Verstorbener für die Spende in Frage, halten die Koordinatoren der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation Rücksprache mit der MHH. Die Angehörigen werden über die Möglichkeit der Spende dieser Gewebe aufgeklärt. Stimmen sie der Spende zu, erfolgt die Entnahme. Bis zu 24 Stunden nach Todeseintritt kann eine solche Gewebespende erfolgen. Bei der Entnahme handelt es sich um eine Operation, bei der die Wunden beim Verstorbenen anschließend wieder operativ ästhetisch verschlossen werden.

Besonderheiten bei der Knorpel- und Knochentransplantation

Keine klinische Praxis

Diese Methode ist bislang ein Heilversuch und keine gängige klinische Praxis. Die Auswahl der Patienten erfolgt sehr genau. In vielen Vorgesprächen und Untersuchungen wird geklärt, ob ein Patient für diese Methode geeignet ist. Das Verfahren ist mit bis zu 40.000 Euro sehr teuer, die Kassen übernehmen die hohen Kosten nicht. Die Klinik und eine Stiftung übernehmen alles, was über den 2.000 Euro liegt, die die Kassen zahlen. Der Patient selbst zahlt nichts hinzu.
Mittlerweile gibt es schon eine lange Warteliste, da es nur wenige Spender gibt.

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