Kontaktlinsen bei Kindern

Eine sinnvolle Alternative zur Brille?

Verbraucher | Volle Kanne - Kontaktlinsen bei Kindern

Zwar wird oft davon abgeraten, doch auch Kinder können Kontaktlinsen tragen. Handhabung und Reinigung der Linsen müssen gut geübt werden, auch eine regelmäßige ärtzliche Kontrolle sollte erfolgen.

Beitragslänge:
4 min
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Video verfügbar bis 27.09.2017, 14:00

Sind Kinder so fehlsichtig, dass sie eine Sehhilfe brauchen, greift man üblicherweise zur Brille. Es gibt aber auch Fälle, in denen Kontaktlinsen sinnvoll sind. Zum Beispiel bei bestimmten Augenerkrankungen oder wenn Kinder eine Sportart betreiben, bei der eine Brille sehr störend ist. Auch kosmetische Gründe können eine Rolle spielen.

Bei Kindern sollte immer sorgfältig abgewogen werden, ob eine schöne Brille ihren Zweck nicht auch erfüllt. Denn das langjährige Dauertragen von Kontaktlinsen kann sich unter Umständen negativ auswirken. Obwohl es heute eine Vielzahl von Linsen aus unterschiedlichen Materialien gibt, die recht sauerstoffdurchlässig sind – eine Brille lässt den Augen mehr Freiraum und gewährt eine bessere Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Regelmäßige Kontaktlinsenpausen sorgen dafür, dass die Kinderaugen sich auch mal wieder erholen können.

Linsen reinigen und mehr…

Bei der Verwendung von Kontaktlinsen spielt Hygiene immer eine wichtige Rolle – bei Erwachsenen wie auch bei Kindern. Vor dem Einsetzen oder Herausnehmen der Kontaktlinsen müssen die Hände immer sorgfältig gewaschen werden, um keinen Schmutz in die Augen und auf die Linse zu bringen.

Nach dem Herausnehmen sollten Dauerlinsen gereinigt und dann in der ausgewählten Desinfektionslösung bis zum nächsten Tragen aufbewahrt werden. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die je nach Linsenart und Verträglichkeit mit dem Augenarzt abgestimmt werden müssen. Bei Kindern muss darauf geachtet werden, dass sie mit den Linsen sauber und sorgfältig umgehen, damit Infektionen des Auges, Irritationen oder auch Schädigungen gar nicht erst auftreten. Nutzt das Kind Austauschlinsen (z.B. vier Wochen-Linsen), dann sollten diese auch nicht länger benutzt werden.

Anpassung der Linsen

Gerade bei Kindern sollten die Linsen zunächst beim Augenarzt angepasst werden. Die Augen müssen vorab sorgfältig untersucht werden: Der Gesamtzustand der Augen wird untersucht, Gegenanzeigen wie Infektionen und Erkrankungen des Auges müssen ausgeschlossen werden. Untersucht man die Augenoberfläche, gibt eine topographische Abbildung der Hornhaut Aufschluss über ihre Krümmung. Diese muss bei der Anpassung der Linsen berücksichtigt werden.

Auch muss die richtige Linsenstärke bestimmt werden, um die optimale Linse zu finden. Zudem sollten die Augen in getropftem Zustand untersucht werden. Dabei wird durch spezielle Augentropfen die Akkommodation des Auges (Nah-Fern-Scharfstellung) ausgeschaltet. Durch die Akkommodation des Auges, die beim Kind noch stärker ist als beim Erwachsenen, könnte eine Messung unter Umständen verfälscht werden.

Verschiedene Kontaktlinsen

Es gibt heute eine Vielzahl an Kontaktlinsen aus unterschiedlichen Materialien. Meist wird bei Kindern, häufig auch bei Erwachsenen, zunächst eine harte, formstabile Kontaktlinse empfohlen. Diese Linsen schwimmen auf dem Tränenfilm, so gelangt mehr Sauerstoff auf die Hornhaut. Die weichen Linsen saugen sich oft leicht am Auge fest, was dazu führt, dass das Auge trockener wird. Auch die Sauerstoffzufuhr ist zumeist schlechter als bei den harten Linsen.

Kontaktlinsen sollten nie über die angegebene Tragedauer im Auge bleiben, weiche noch weniger als harte, denn dies kann unter Umständen die Hornhaut schädigen. Ob man harte oder weiche Linsen auswählt, muss in Absprache mit dem Augenarzt bzw. Kontaktlinsenspezialisten entschieden werden. Er kann ausführlich über Vor- und Nachteile der verschiedenen Linsentypen beraten und auch die Lebensumstände des Trägers bei der Auswahl berücksichtigen. Je nach Sehschwäche und Beschaffenheit des Auges müssen verschiedene Linsen ausprobiert werden, bis die optimale Linse gefunden ist.

Regelmäßige Kontrolle

Auch bei Erwachsenen muss das Auge insbesondere bei Kontaktlinsenträgern kontrolliert werden. Bei Kindern sind die Abstände allerdings deutlich kürzer, da sich die Brechkraft der Linse während des Wachstums häufig noch schneller verändert und die Sehhilfe dann dementsprechend angepasst werden muss.

Bekommt ein Kind Kontaktlinsen, sollten die Kontrollen anfangs alle drei Monate erfolgen, wenn es keine Probleme gibt, können sie auch auf alle sechs Monate ausgedehnt werden. Die Kontrollen sind auch wichtig, da Kinder eventuelle Probleme nicht sofort mitteilen bzw. nicht als solche wahrnehmen. Mit den regelmäßigen Kontrollen kann somit auch sichergestellt werden, dass das Auge gesund ist und die Linsen sauber und ohne Schäden sind.

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