Kostenfallen bei Reiseportalen

Urlaub online buchen lohnt nicht immer

Verbraucher | Volle Kanne - Kostenfallen bei Reiseportalen

Nicht immer ist es günstiger, den Urlaub online zu buchen - Rechtsanwalt Kay P. Rodegra über Kostenfallen bei Reiseportalen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.05.2017, 14:00

Bei Reiseportalen ist Vorsicht geboten – am Ende wird es manchmal teurer als erwartet. Was man beachten muss, erklärt Rechtsanwalt Kay P. Rodegra.

Der Reisemarkt hat sich zunehmend ins Internet verlagert. Die meisten Urlaubswilligen verschaffen sich zumindest erstmal online einen Überblick, bevor sie ein Reisebüro aufsuchen. Flüge werden überwiegend direkt vom heimischen Sofa aus gebucht – ohne einen Experten zu konsultieren. Auch wenn das in der Regel gut klappt, warnt Kay P. Rodegra, Experte für Reise- und Luftverkehrsrecht: „Es kommt leider nicht selten vor, dass der Verbraucher etwas in die Irre geführt wird.“

Versteckte Gebühren

Das geschehe beispielsweise durch zusätzliche Gebühren, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind und auf den vermeintlichen Endpreis aufgeschlagen werden. Grundsätzlich müsse der komplette Flugpreis von Anfang an genannt werden, doch in der Praxis sei das nicht immer der Fall. „Dafür wurden Seitenbetreiber wiederholt abgemahnt“, weiß Rodegra. Nichtsdestotrotz tauchen im Laufe einer Buchung manchmal Gebühren für Vermittlung oder für Kreditkartenzahlung auf und wer nicht aufpasst, bestätigt mit einem Klick einen deutlich höheren Endpreis als anfänglich gedacht. Zu beweisen, dass ursprünglich ein anderer Preis genannt war, ist schwierig – ein Screenshot oder Ausdruck der jeweiligen Seiten könnte hilfreich sein.

Ist die Buchung abgeschlossen, lässt sich diese nicht einfach stornieren. „Es besteht zwar für viele Verträge, die im Internet abgeschlossen werden, die Möglichkeit innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen, jedoch nicht bei der Buchung von Pauschalreisen, Flügen, Hotels oder Mietwagen“, erläutert Rodegra. „Die Buchung anzufechten, ist auch eher aussichtslos. Mit seinem Klick bestätigt der Verbraucher den Preis, den er ja sehen konnte und der nicht im Nachhinein geändert wurde.“

Enthaltene Leistungen prüfen

Meist wird mit sogenannten „ab-Preisen“ geworben, die es zwar geben muss, die man aber nicht zwangsläufig angeboten bekommt. Man muss genau überprüfen, welche Leistungen im genannten Preis enthalten sind – zum Beispiel die Gepäckmitnahme – und auch, ob Zwischenstopps geplant sind. Manche Billigairlines fliegen kleine Flughäfen außerhalb an, das heißt, Zeit und Kosten für Transfers müssen einkalkuliert werden. „Obwohl Voreinstellungen bei der Buchung verboten sind, werden sie immer noch vorgenommen, so dass der Verbraucher bei der Buchung beispielsweise automatisch eine Reiseversicherung abschließt“, so die Erfahrung des Anwalts – dagegen aber könne man sich wehren.

Bei Flugtickets ist es gängige Praxis, dass direkt der gesamte Preis bezahlt wird – unabhängig vom Reisedatum. „Für Pauschalreisen aber darf der Reiseveranstalter bei längerer Zeit im Voraus getätigten Buchungen in der Regel nur 20 Prozent des Reisepreises als Anzahlung verlangen und erst 30 Tage vor Abreise die Restzahlung“, ergänzt der Experte für Reiserecht.

Bei der Fluggesellschaft buchen

Rodegra empfiehlt auf den Seiten der Fluggesellschaften einen Preisvergleich anzustellen. „Manchmal ist der Flug direkt bei der Airline günstiger und kann meist auch per Lastschrift bezahlt werden. Zudem sind Airlines bei Fragen telefonisch erreichbar – im Gegensatz zu manchen Online-Portalen, die gar nicht oder nur über teure Servicenummern zu erreichen sind.“

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