Hitzefrei für Haustiere

Kühle Plätze machen Hitze erträglicher

Verbraucher | Volle Kanne - Hitzefrei für Haustiere

In den kommenden Tagen soll es noch einmal heiß werden - für Haustiere besonders belastend. Tierexpertin Valentina Kurscheid erklärt, wie man ihnen die sommerlichen Temperaturen angenehm gestaltet.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.08.2017, 14:00

Große Hitze macht Tieren nicht nur zu schaffen, sie kann ihnen sogar zum Verhängnis werden – etwa in einem geparkten Auto, das in der Sonne steht. Dabei ist es ganz einfach, die sommerlichen Temperaturen für Tiere angenehm zu gestalten.

Besonders wichtig ist, dass Tiere in Käfigen oder geschlossenen Räumen nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden: Haben sie nicht die Möglichkeit, sich an ein schattiges Plätzchen zurückzuziehen, riskiert der Halter extreme Austrocknung des Tieres oder gar seinen Hitzetod. "Es passiert immer wieder, dass Hunde in einem in der Sonne geparkten Auto einen Hitzschlag erleiden und an den Folgen sterben", warnt „Volle Kanne“-Tierexpertin Valentina Kurscheid. Das überhitze Auto kann schon nach relativ kurzer Zeit zur tödlichen Falle werden.

Sollten Sie einen Hund in einem überhitzten Auto leiden sehen und können den Besitzer nicht ausfindig machen, versuchen Sie das Auto abzudunkeln und rufen Polizei oder Feuerwehr. Sollte der Zustand lebensbedrohlich und keine Hilfe in Sicht sein, stellt sich die Frage, ob man die Autoscheibe einschlägt, um das Tier zu retten. Ob die Sachbeschädigung gerechtfertigt ist, hängt von der Dringlichkeit der Situation ab. Zeugen und ein genaues Protokoll helfen, den Einsatz nachzuvollziehen.

Erste Hilfe leisten

Hund im Auto
Hunde nicht im Auto lassen! Quelle: imago/Dieter Matthes

Extreme Hitzeeinwirkung kann auch Verbrennungen verursachen, die schwere Brandwunden nach sich ziehen. Empfindliche Stellen sind vor allem Pfoten, wenn sie mit heißem Metall in Berührung kommen. Aber auch die Schnauze reagiert besonders empfindlich auf Sonneneinstrahlung. Vor allem kurzhaarige, hellhäutige Vierbeiner sind gefährdet.

Hat sich Ihr Haustier kleinere Verbrennungen zugezogen, sollten Sie die Stelle nach Möglichkeit kühlen und mit desinfizierender Salbe behandeln. Bei Hunden oder Katzen sollte die Stelle mit einem kleinen Verband bedeckt werden, da sie sich sonst die Salbe ablecken. Heilt die Wunde nicht oder sind größere Hautareale betroffen, muss auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht werden.

Zubehör – meist überflüssig

Um die sensiblen Pfoten von Vierbeinern zu schützen, werden Pfötchenschuhe angeboten, wie sie zum Beispiel auch von Tierärzten bei Verletzungen verwendet werden. Die Tiere empfinden das Tragen aber meist als unangenehm und streifen sich die Schuhe direkt ab. „Pfotenschuhe gegen Hitze sind ohnehin nicht nötig“, meint Tierexpertin Valentina Kurscheid. „Ein Hund sucht sich ohnehin den Weg im Schatten oder Gras, wenn ihm der Untergrund zu heiß ist. Außerdem haben die Ballen eine dick verhornte Haut, die bei gesunden Hunden auch gut vor Hitze schützt.“

Spezielle Sonnenbrillen sind allenfalls für Cabriofahrten zu empfehlen, damit der Hund keine Bindehautentzündung bekommt. „Bitte nur aufsetzten, wenn der Hund sich das gefallen lässt. Ansonsten ist es für das Tier eine Qual“, rät Valentina Kurscheid. Anders sieht es zum Beispiel bei Faltnäpfen, Trinkflaschen, Erste-Hilfe-Sets oder Leckerli-Gürteln für unterwegs aus: Sie können sich lohnen, um das Tier auch unterwegs versorgen zu können.

Kühle Plätze schaffen

Bei Erschöpfungszuständen sollten Sie das Tier sofort aus der Sonne holen und ihm einen Schattenplatz und reichlich kühles Trinkwasser anbieten. Kühlen Sie das Tier ab, indem Sie ein feuchtes Handtuch um seinen Körper legen oder zumindest das Fell gründlich damit befeuchten. Macht Ihr Haustier einen benommenen Eindruck, suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf. Bewahren Sie Ruhe, denn Stress ist in diesem Zustand für das Tier von Nachteil.

In Handtücher eingewickelte Kühlakkus unter der Liegedecke sorgen für einen angenehmen Rückzugsort – wer mag, kann auch im Fachhandel eine spezielle Kühldecke kaufen. Auch ein Ventilator ist hilfreich. „Wichtig ist, dass Hunde und Katzen selbst entscheiden können, ob sie sich der Kühlung oder Frischluftzufuhr aussetzen möchten. Kühlhalsbänder oder Kühlmäntel kann das Tier hingegen nicht alleine entfernen“, gibt die Tierexpertin zu bedenken.

Runter mit dem Fell

Für viele Hunde ist eine Sommerschur eine regelrechte Erleichterung. Viele langhaarige Hunde, die nicht regelmäßig gekämmt werden, leiden zudem oftmals unter Verfilzungen und Knötchen im Fell. Durch Scheren können sie davon befreit werden und das Fell kann ordentlich nachwachsen.

Bei Hunden, die noch nie geschoren wurden, ist allerdings ein sensibles Herangehen gefragt, um die Tiere nicht zu verschrecken. Denn mancher Vierbeiner gerät dabei in Stress und beißt vielleicht sogar zu. Bei schwierigen Fällen kann ein Hundefriseur helfen. Wenn auch der Profi nichts ausrichten kann und der Hund zu sehr gestresst ist, sollte man das Fell besser dranlassen.

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