Zuschuss für künstliche Befruchtung

Auch für heterosexuelle Paare ohne Trauschein

Verbraucher | Volle Kanne - Zuschuss für künstliche Befruchtung

Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Nun sollen auch unverheiratete Paare für reproduktionsmedizinische Behandlungen eine finanzielle Unterstützung erhalten.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
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Video verfügbar bis 20.05.2017, 14:00

Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Die künstliche Befruchtung ist dann für viele Paare oft die einzige Möglichkeit ein Kind zu bekommen. Doch ganz billig ist das nicht. Verheiratete Paare bekommen zumindest die Hälfte der Kosten von den Kassen ersetzt, manchmal sogar mehr. Unverheiratete Paare gingen bisher leer aus.

Ein Kind – für viele Paare ist das der sehnlichste Wunsch. Dabei keimt der Kinderwunsch häufig dann auf, wenn der passende Partner gefunden und sowohl beruflich als auch familiär eine gewisse Sicherheit erreicht ist. Doch nicht immer geht er in Erfüllung. Dabei ist der Anteil von ungewollter Kinderlosigkeit bei unverheirateten Paaren sogar doppelt so hoch (38 Prozent), wie der Anteil der verheirateten Paare (19 Prozent). Unfruchtbarkeit kann viele Ursachen haben.

Künstliche Befruchtungsmethoden

Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Befruchtungsmethode außerhalb des Körpers. Durch hormonelle Stimulation reifen mehrere Eizellen heran. Sie werden der Frau unter Narkose entnommen und in einer Petrischale mit den Spermien des Mannes zusammen gebracht. Hat die Befruchtung, d.h. die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle stattgefunden – werden der Frau nach zwei bis drei Tagen maximal drei Embryonen eingepflanzt.

Bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) werden wie bei der IVF nach der Hormonstimulation mehrere Eizellen gewonnen. Dann wird jedoch einem einzelnen Spermium in die Eizelle „hinein geholfen“. Unter einem Spezialmikroskop wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert. Hat eine Befruchtung stattgefunden, werden wie bei dem IVF-Verfahren nach zwei bis drei Tagen der Frau maximal drei Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt.

Wer übernimmt die Kosten?

Bei verheirateten Paaren übernehmen die gesetzlichen Kassen 50 Prozent der Kosten der beiden Methoden IVF oder ICSI. Bei verheirateten Paaren verbleibt ein Eigenanteil von rund 2000 Euro. Nicht verheiratete Paare mussten die kompletten Kosten von rund 4500 Euro bisher selbst übernehmen.

Das Bundesfamilienministerium will das nun ändern und auch unverheiratete Paare unterstützen. Am 7. Januar ist die geänderte Bundesförderrichtlinie in Kraft getreten. Danach sollen nun erstmals auch unverheiratete Paare für reproduktionsmedizinische Behandlungen eine finanzielle Unterstützung von 12,5 Prozent zur Kinderwunschbehandlung vom Bund erhalten.

Diese Bundesländer machen mit

Bisher haben sechs Bundesländer eine finanzielle Beteiligung zugesagt. Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Niedersachsen. Sie wollen schnellstmöglich ihre Landesförderrichtlinien zugunsten unverheirateter Paare erweitern. Doch die notwendigen Verwaltungsverfahren sind noch nicht abgeschlossen. Einzige Ausnahme: Das Land Sachsen-Anhalt gewährt unverheirateten Paaren seit 2010 einen Zuschuss von maximal 900 Euro zur künstlichen Befruchtung.

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