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Einsamkeit macht krank

Kuscheltherapie trotz Corona

Kuscheltherapie wurde lange Zeit belächelt. In Zeiten von Corona rückt das Thema aber zunehmend in den Fokus. Denn Berührungen bringen das, was vielen Menschen durch die Pandemie verloren gegangen ist. Aber was genau bedeutet "professionelles" Kuscheln?

4 min
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12.11.2020
12.11.2020
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.11.2021

Warum ist Kuscheln so wichtig?

Psychologen sind sich einig: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Zuneigung, Trost, Berührung, Wärme – all diese Dinge sind nicht nur schön, sondern auch lebensnotwendig. Im Säuglingsalter wird das besonders deutlich. Babys schreien permanent nach Aufmerksamkeit, Berührung und Zuneigung, denn ohne eine liebevolle Versorgung können sie nicht überleben. Unser Bedürfnis nach sozialer Bindung ist hier tief verankert und begleitet uns ein Leben lang. Durch Berührungen werden die Glückshormone Oxytocin und Serotonin freigesetzt, das Stresslevel sinkt. Und das auch schon ohne direkten Hautkontakt.

Studien belegen: Einsamkeit macht krank. Menschen, die das Gefühl haben, von ihrem Umfeld emotional distanziert zu sein, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Depression, Herzinfarkt, Krebs oder Demenz zu erkranken. Und gerade zu den jetzigen Corona-Zeiten, wo Berührungen weitestgehend tabu sind, leiden immer mehr Menschen unter der Berührungsarmut. Denn es liegt in der Biologie des Menschen, sich immer wieder anzufassen, die Hand zu geben oder sich in den Arm zu nehmen.

Was kann eine Kuscheltherapie leisten?

Wem es an Berührungen fehlt oder wer ein erhöhtes Kuschelbedürfnis hat, kann sich Unterstützung bei so genannten Kuscheltherapeuten suchen und eine Kuscheltherapie machen. Dies ist derzeit auch „coronakonform“ mit Maske möglich.

Kuscheltherapie wird oft in eine Schublade mit Prostitution gesteckt, hat aber absolut nichts damit gemeinsam. Bei einer Kuscheltherapie sitzen oder liegen der Therapeut und der Therapiebesucher nebeneinander, z.B. in einer festen Umarmung. Hier wird oft auch viel gesprochen und behutsam gestreichelt oder auch einfach geschwiegen.
Diese Berührung gibt Halt. Dadurch kann sich der Therapiebesucher fallen lassen, findet Entspannung und Geborgenheit. Weil jeder Mensch andere Bedürfnisse hat, geht der Therapeut individuell darauf ein. Manche kuscheln auch lieber im Stehen, hören gerne Musik oder bewegen sich dabei tänzerisch.
Die Dauer der Kuscheltherapie hängt auch von den individuellen Beweggründen ab. Manche Menschen sind so ausgehungert nach Berührungen, dass sie vielleicht mehrere Sitzungen brauchen, um sich wieder wohler zu fühlen. Bei anderen kann das Bedürfnis nach Nähe vielleicht schon nach weniger Sitzungen gestillt sein.
Bei der Therapie gibt es aber Grenzen: Sexuelle Handlungen sind tabu, die Kleidung bleibt die ganze Zeit an, die Hände dürfen auch nicht darunter gleiten. Weitere Bedingungen sind Nüchternheit, Sauberkeit und kein zu aufdringliches Parfüm oder Zigarettenrauch. Studien belegen, wie wichtig Berührungen für den Menschen sind.

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Videolänge
75 min Verbraucher
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