Lästige Mittelohrentzündung

Im Winter, wenn die Temperaturen sinken, kann es innerhalb kurzer Zeit passieren: Die Ohren jucken, summen oder schmerzen. Besonders Kinder und Jugendliche haben sich in der kalten Jahreszeit schnell eine Mittelohrentzündung zugezogen.

5 min
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20.12.2019
20.12.2019
Video verfügbar bis 20.12.2020

Bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) ist die Schleimhaut im Bereich des Mittelohrs (Ohrtrompete, Trommelfell und Paukenhöhle) entzündet, meist verbunden mit einem plötzlich einsetzenden Schmerz, der verstärkt abends oder nachts auftritt. Es handelt sich in der Regel um die Folge eines Infekts im Nasen-Rachen-Raum (durch Viren ausgelöster Schnupfen und Superinfektion mit Bakterienbesiedelung). Die Bakterien steigen dann über die Ohrtrompete in den Bereich des Mittelohrs auf, wo sie sich vermehren und eine eitrige Entzündungsreaktion auslösen können. Säuglinge und Kinder sind davon aufgrund ihrer kürzeren und breiteren Ohrtrompete häufiger betroffen.

Ursachen und Symptome

Die häufigsten Auslöser einer akuten Mittelohrentzündung sind Streptokokken. Bei Kleinkindern und Säuglingen können auch Pneumokokken oder Haemophilus influenzae Auslöser der Mittelohrentzündung sein, meist in Folge oder im Zusammenhang mit einer Erkältung oder einem grippalen Infekt mit anschließender bakterieller Besiedelung im Nasen-Rachen-Raum. Es gibt dabei einige Faktoren, die das Risiko der Entstehung einer Mittelohrentzündung vergrößern; in erster Linie die verstärkte Aufnahme von Krankheitserregern infolge des täglichen Kontakts zu anderen Kindern, zum Beispiel im Kindergarten oder in der Schule. Auch der ständige Gebrauch von Schnullern oder vergrößerte Rachenmandeln können die Krankheit begünstigen.

Weitere mögliche Risikofaktoren sind Funktionsstörungen im Ohr, eine Gaumenspalte, ein geschwächtes Immunsystem oder Allergien. Da die Ohren in den kälteren Monaten ohne größere Fettpolster und Schutz schnell auskühlen können, besteht hier ein größeres Erkrankungsrisiko. Auch Passivrauchen, längere Flugreisen und der unsachgemäße Gebrauch von Ohrstäbchen sind Risikofaktoren für eine Mittelohrentzündung. Die Erkrankung ist meist verbunden mit pulsierenden oder stechenden Ohrenschmerzen, einem Druckgefühl im Ohr und oft auch mit vorübergehenden Hörminderungen oder Ohrgeräuschen. Häufige Begleitsymptome sind ein schlechter Allgemeinzustand, Kopfschmerzen, Erkältungssymptome und Fieber.

Wie erkennt man eine Mittelohrentzündung?

Auch wenn es sich in der Regel nicht um einen medizinischen Notfall handelt, sollte eine Mittelohrentzündung von einem Experten, also von einem HNO-Arzt, untersucht und behandelt werden. Er untersucht das Ohr mit einem Mikroskop und die Nase sowie den Nasen-Rachen-Raum mit einem speziellen Winkel-Endoskop. Bei einer Entzündung ist das Trommelfell in der Regel rosa verfärbt und die Blutgefäße sind erweitert. Ein wässriger oder eitriger Erguss kann meist schimmernd durch das Trommelfell gesehen werden.

Auch ein Ultraschall zur Betrachtung der Nasennebenhöhlen kann gegebenenfalls notwendig werden. In speziellen Fällen von Mittelohrentzündungen können noch weitere diagnostische Verfahren nötig werden. Hierzu gehören spezielle Hörtests, Blutuntersuchungen im Labor, eine Computertomographie oder Röntgenuntersuchungen.

Was tun gegen Mittelohrentzündung?

Sehr wichtig ist Bettruhe für Patienten mit Mittelohrentzündung. In der Regel wird darüber hinaus mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Präparaten behandelt (häufig Ohrentropfen). Abschwellende Nasensprays können der besseren Belüftung des Gehörgangs dienen. Eventuell kommen auch fiebersenkende Präparate zum Einsatz. Bei Ohrfluss kann der Arzt das Ohr vorsichtig mit warmem Wasser ausspülen und mit Watte abtupfen. Eine Wärmebehandlung mit Rotlicht oder einem Traubenkernkissen und der Einsatz von Säckchen mit abgekochten Zwiebeln werden als Hausmittel von vielen Betroffenen als angenehm empfunden. Antibiotika sollten auch mit Blick auf die Entstehung möglicher Resistenzen mit Bedacht eingesetzt werden. Bei komplizierten und längerfristigen Mittelohrentzündungen können Maßnahmen zur Belüftung und Operationen relevant werden.

Wie vorbeugen?

In der kälteren Jahreszeit die Ohren mit Mützen, Schals oder Ohrenschützern wärmen. Nach Schwimmbadbesuchen (die bei einer akuten Entzündung tabu sein sollten) sollten die Ohren gut und vorsichtig trocken geföhnt werden. Ohrschmuck (Ringe oder Piercings) kühlt besonders schnell aus. Die Ohren sollten nicht unsachgemäß mit Wattestäbchen gereinigt werden. Viel trinken (Wasser, Tee), hilft zur Vorbeugung und unterstützt die akute Therapie.

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