Lästiger Nagelpilz

So geht es dem unliebsamen Besucher an den Kragen

Verbraucher | Volle Kanne - Lästiger Nagelpilz

Man holt ihn sich im Schwimmbad, in der Sauna oder der Dusche: Nagelpilz. Und auch wenn dieser keine Beschwerden verursacht, sollte er doch behandelt werden.

Beitragslänge:
4 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.08.2017, 14:00

Fuß- und Nagelpilze gehören zu den häufigsten Pilzinfektionen des Menschen. Obwohl schätzungsweise jeder dritte Deutsche betroffen ist, lassen sich nur wenige behandeln. Je früher eine Pilzerkrankung bekämpft wird, desto besser lässt er sich in den Griff bekommen.

Nagelpilz (medizinisch Onychomykose) ist eine Pilzinfektion, die vor allem an den Fußnägeln, seltener an den Fingernägeln auftritt. Mindestens zehn Prozent der Bevölkerung sind von der Erkrankung betroffen. Sie äußert sich durch stumpfe und brüchige Nägel, die sich zudem weiß, gelb oder braun verfärben. Nagelpilz ist mehr als nur ein kosmetisches Problem. Der Nagel verliert die Schutzfunktion und wird anfällig für Erreger und Entzündungen. Die Therapie erfolgt über Antipilz-Substanzen (Antimykotika), die entweder direkt aufgetragen oder eingenommen werden.

Oft beginnt es mit Fußpilz

Grundsätzlich kann jeder Mensch an Nagelpilz erkranken. Die Ansteckung mit Pilzerregern erfolgt beispielsweise in Bädern, Saunen, Duschen oder im eigenen Haushalt. Oft bildet sich zunächst Fußpilz, zum Beispiel in den Zehenzwischenräumen. Wird dieser nicht rechtzeitig behandelt, kann sich der Pilz über kleine Risse oder Verletzungen der Nageloberfläche auf die Zehennägel ausdehnen.

Die wesentlichen Faktoren, die zur Entstehung von Nagelpilz beitragen, sind erbliche Vorbelastung, Fußfehlstellungen, zu enge Schuhe, hohes Alter, geschwächtes Immunsystem (beispielsweise durch Krankheiten wie Diabetes) oder schwache Durchblutung an Zehen und Fingern. Sportler sind durch das häufige Tragen enger und feuchter Schuhe sowie das erhöhte Risiko für kleinere Verletzungen an den Zehennägeln besonders häufig betroffen.

Wie macht sich der Pilz bemerkbar?

Ein erstes Warnzeichen für Nagelpilz sind glanzlose und trübe Nägel. Zuerst kommt es zu einer weiß-gelblichen Trübung des Nagels, dann wird der Nagel dicker, spröde und brüchig. Wird Nagelpilz nicht behandelt, kann er den Nagel komplett zerstören bis hin zum Ausfall des Nagels.

Die häufigste Form von Nagelpilz breitet sich von der Nagelspitze über die Nagelunterseite langsam zur Nagelwurzel hin aus (also von oben nach unten). Andere Formen, bei denen sich die Erreger von der Seite her ausbreiten oder den Nagel nur oberflächig infizieren, sind deutlich seltener.

Der Hautarzt weiß Rat

Wer den Verdacht auf Nagelpilz hat, kann sich für die äußere Behandlung Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika, in der Apotheke kaufen. Sinnvoller ist aber der Besuch bei einem Hautarzt, um eine fachkundige Diagnose einzuholen. Denn es gibt zahlreiche andere Erkrankungen, die ähnlich aussehen wie Nagelpilz und vom Arzt ausgeschlossen werden sollten.

Dazu entnimmt der Arzt auch kleine Teile des Nagels an der Nageloberfläche und untersucht diese unter dem Mikroskop. Legt der Arzt eine Pilzkultur an, kann er zudem nach etwa drei bis vier Wochen die genaue Pilzgattung ermitteln. In den meisten Fällen verursachen Fadenpilze (Dermatophyten) den Nagelpilz. Seltener wird der Nagel von Hefe- oder Schimmelpilzen befallen.

Behandlung: je früher, desto besser

Nagelpilz heilt nicht von alleine, in den meisten Fällen empfiehlt sich also eine Therapie. Die verursachenden Erreger sollen im Verlauf vollständig abgetötet werden und Nagelgewebe gesund nachwachsen. Dabei gilt: Je früher der Patient mit der Therapie beginnt, desto höher sind die Heilungschancen. Das Therapieverfahren richtet sich nach dem Erreger, dem Ausmaß des Befalls, dem Alter des Betroffenen sowie möglichen Parallelerkrankungen.

Podologin bei der Arbeit
Kampf dem Nagelpilz: Eine Podologin bei der Arbeit. Quelle: imago

Ist ein Nagel nur teilweise betroffen, empfiehlt sich häufig eine Lokaltherapie. Dabei wird ein Antipilz-Lack regelmäßig auf den betroffenen Nagel aufgetragen. Sind ein oder mehrere Nägel zu mehr als der Hälfte oder zwei Dritteln vom Pilz befallen, raten Ärzte meistens zur systemischen Therapie, also zur Einnahme eines Arzneimittels, das den Pilz von innen angreifen soll. Beide Therapien sind langwierig und erfordern vom Patienten viel Geduld und Disziplin. Als relativ neue, ergänzende Therapieform bieten einige Hautärzte inzwischen verschiedene Laserbehandlungen als IGeL-Leistung an. Ob und wie genau diese Laserbehandlungen helfen, ist allerdings noch nicht ausreichend untersucht. Gesetzlich Versicherte müssen die Kosten daher selbst tragen.

Ab zum Podologen!

Weitere unterstützende Maßnahmen sind das fachgerechte Abschleifen betroffener Nägel durch einen Hautarzt oder Podologen und regelmäßige Desinfektion von Schuhen und Socken. Um nach erfolgreicher Therapie ein Wiederauftreten des Nagelpilzes zu verhindern, empfehlen Ärzte, die Füße nach dem Waschen gründlich abzutrocknen. Außerdem sollte man atmungsaktive und bequeme Schuhe und Socken tragen.

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