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Lasertherapie bei Krampfadern

Zur Behandlung von Krampfadern, sogenannten Varizen, kommen neben der klassischen Operation noch weitere Methoden der Entfernung infrage, darunter die Lasertherapie.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.11.2020

Bei der minimalinvasiven Lasertherapie wird zunächst das Gewebe, das die Krampfader umgibt, mit einem lokalen Anästhetikum betäubt. Anschließend wird die Krampfader punktiert und eine Lasersonde hineingeführt. Die Lasersonde wird unter Ultraschallkontrolle bis zur Krosse vorgeschoben. Hierbei handelt es sich um den Mündungsbereich der oberflächlichen Stammvene, der Saphena magna, in die gesunde tiefe Vene, die Saphena femoralis. Anschließend wird der Laser aktiviert und langsam zurückgezogen. Durch die erzeugte Hitze ziehen sich die Gefäßwände zusammen und verschließen die Krampfader. Der Eingriff dauert circa 30 bis 45 Minuten.

Für wen ist die Lasertherapie geeignet?

Die Lasertherapie eignet sich immer dann, wenn der Patient keine zu großen Krampfadern besitzt und diese nicht zu verästelt sind. Ab einem Durchmesser der Krampfader von mehr als 12 Millimetern sollte eine Lasertherapie nicht durchgeführt werden, da die Gefahr besteht, dass die betroffene Krampfader nicht ausreichend verschlossen werden kann.

Auch wenn die Krampfader zu sehr geschlängelt ist, sollte eine Stripping-OP der Lasertherapie vorgezogen werden. Im Gegensatz zum Stripping werden die Kosten von circa 1500 Euro für die Lasertherapie bei Krampfadern nicht immer von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Allerdings haben viele Phlebologen Behandlungsverträge mit den meisten Krankenkassen.

Stripping-Operation

Diese OP-Technik wurde bereits im Jahr 1906 erstmals durchgeführt und gilt bis heute als Standardtherapie bei der Behandlung von Krampfadern. Bei der Stripping-Operation, die meistens unter Vollnarkose durchgeführt wird (unter Umständen kann sie auch mit einer Lokalanästhesie erfolgen), wird zunächst ein Schnitt in der Leiste vorgenommen, sodass der Chirurg an die Krosse gelangen kann. Im nächsten Operationsschritt werden die tiefe Vene sowie die Seitenäste, die in die Krosse münden, abgebunden und durchtrennt. Bei dieser sogenannten Crossektomie muss der Chirurg sicherstellen, dass er keinen Venenstumpf stehen lässt, da sich hieraus ein Rezidiv entwickeln könnte. Nachdem auch das untere Ende der Krampfader entweder am Knöchel oder in der Kniekehle abgebunden und durchtrennt wurde, wird eine Metall- oder Plastiksonde in die Krampfader geschoben und an der Sonde aufgewickelt. Dann wird die Sonde mitsamt der Krampfader aus dem Bein herausgezogen, also „gestripped“.

Der Eingriff dauert circa 60 Minuten. Nach dem Eingriff sollen sich Patienten viel bewegen, sodass keine Thrombose entsteht. Wegen eventueller Nachblutungen müssen Patienten nach dem Stripping für  ein bis drei Tage zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Die Patienten müssen nach der Behandlung über einen Zeitraum von vier Wochen Stützstrümpfe tragen. Bei einer medizinischen Indikation werden die Kosten für das Stripping von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Lasertherapie – Diskussion in Fachkreisen

Für die Behandlung per Laser stehen seit 2008 moderne Dioden-Radiallaser zur Verfügung, die ihre Strahlen kreisförmig auf die Gefäßwände richten. Durch die entstehende Hitze von circa 80 Grad Celsius kommt es zu einem Verschluss der Krampfader. Ältere Laser erreichten bis zu 1000 Grad und durften nicht zu nah an die Mündung zur gesunden, tiefen Vene gelangen. Es blieb ein Venenstumpf bestehen, aus dem sich neue Krampfadern entwickeln konnten. Die neuen Lasergeräte haben eine höhere Wellenlänge, dadurch kann man näher an die tiefe Vene herangehen, jedoch lassen sich die fünf bis sechs Seitenäste im Venensystem laut Experten auch mit modernen Lasersystemen nicht alle verschließen. Rezidive können also auftreten.

Eine Veröffentlichung über das erneute Auftreten von Krampfadern nach einer Laserbehandlung hat in Fachkreisen jüngst für Diskussionen gesorgt: Darin heißt es, dass die Rückfallhäufigkeit deutlich höher sei als nach einer Stripping-Operation. Allerdings wurden Studien aus den Jahren 2008 bis 2012 und damit die Ergebnisse älterer Laser ausgewertet. Experten zufolge muss man bei den älteren Lasersystemen damit rechnen, dass Rezidive vier bis sechs Mal häufiger auftreten. Zu den ganz neuen Lasersystemen gibt es noch keine verlässlichen Langzeitstudien.   

Vor einer Behandlung von Krampfadern sollte man sich unbedingt über die einzelnen Vor- und Nachteile der Therapiemöglichkeiten informieren, damit man unter Umständen nicht ein zweites Mal behandelt werden muss. So gibt es sowohl für eine Lasertherapie als auch fürs Stripping klare Indikationen und ein Für und Wider muss im Einzelfall ermittelt werden. 

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