Last-Minute-Steuertipps

Ausgaben clever verteilen und mehr absetzen

Verbraucher | Volle Kanne - Last-Minute-Steuertipps

Die Vorweihnachtszeit ist der Endspurt für alle, die bei der Steuer sparen möchten. Das geht etwa, wenn man Geld an der richtigen Stelle ausgibt. Hans-Urlich Liebern erklärt, worauf es ankommt.

Beitragslänge:
7 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.12.2016, 09:31

Rechnungen und Belege fürs Finanzamt zu sammeln und zu sortieren, ist keine allzu beliebte Beschäftigung. Doch es kann sich lohnen, schon jetzt die Steuererklärung für 2015 im Blick zu behalten. Denn wer vor dem Jahreswechsel seine Ausgaben geschickt verteilt, kann später Geld bei der Steuer sparen.

Ob Reparaturen, die von einem Fachmann erledigt werden, die Dienste einer Putzfrau, die Leistungen eines Pflegedienstes oder die Arbeit eines professionellen Gärtners: All diese Kosten können steuerlich abgesetzt werden. Handwerkerleistungen und sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen können bis zu einer Höhe von 6000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden, wobei nur die Arbeitskosten, nicht aber die Materialkosten berücksichtigt werden. 20 Prozent, also bis zu 1200 Euro, werden von der Steuerschuld abgezogen. Wichtig: Die Rechnungen müssen per Überweisung bezahlt worden sein, um Schwarzarbeit zu verhindern.

Für all diejenigen, die größere Investitionen wie zum Beispiel eine Dachsanierung geplant haben, könne es sich lohnen, den Auftrag noch dieses Jahr zu erteilen, so Hans-Ulrich Liebern vom Bund der Steuerzahler: „Wenn die Kosten für den Arbeitslohn 6000 Euro überschreiten, sollten Sie überlegen, ob Sie diese besser auf zwei Jahre verteilen.“ Liegen die Kosten unter 6000 Euro, sei es empfehlenswert, den Gesamtbetrag schon dieses Jahr per Vorschussrechnung zu bezahlen, um in den Genuss der steuerlichen Vorteile zu kommen, so Liebern.

Gesundheitskosten absetzen

„Sie sollten alle Belege über Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, aufbewahren“, rät Hans-Ulrich Liebern. Dazu zählen Ausgaben für Zahnersatz, Brillen oder Kuren, aber auch Zuzahlungen zu Rezepten. Diese können bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden, wenn die zumutbare Eigenbelastung überschritten wird. „Diese ist unterschiedlich hoch und richtet sich nach Einkommen und Familienstand. Bei einer Familie mit zwei Kindern und 40.000 Euro Jahreseinkünften liegt der zumutbare Eigenanteil für außergewöhnliche Belastungen bei 1200 Euro“, erklärt der Steuerexperte. Erst wenn dieser Betrag überschritten sei, wirkten sich die Kosten steuermildernd aus. Besonders hohe Aufwendungen, zum Beispiel für einen behindertengerechten Umbau der Wohnung, könnten bei der Steuererklärung auf bis zu fünf Jahre verteilt werden.

„Viele privat Versicherte entscheiden im Dezember, ob sie die im Jahr angefallenen Arzt- und Arzneikosten bei der Krankenkasse geltend machen oder selbst tragen und dafür eine Beitragsrückerstattung beanspruchen“, erklärt Hans-Ulrich Liebern. Privat Versicherte sollten daher jedes Jahr abwägen, ob es für sie günstiger ist, sich die Beiträge von der Kasse erstatten zu lassen, oder sie im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich zu berücksichtigen. „Bereits bei einer überschlägigen Berechnung zeigt sich, ob es sinnvoll ist, auf die Beitragsrückerstattung zu verzichten“, rät Liebern.

Spenden absetzen

In der Adventszeit wollen viele Menschen etwas Gutes tun und für gemeinnützige Organisationen spenden. In vielen Fällen können diese Spenden als Sonderausgen von der Steuer abgesetzt werden. Voraussetzung dafür ist eine ordnungsgemäße Bescheinigung. Bei Spenden bis 200 Euro genügt ein Kontoauszug oder Überweisungsbeleg. Alternativ kann die Organisation, an die gespendet wurde, um eine Spendenquittung gebeten werden. Spenden sind bis maximal 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte im Rahmen der Sonderausgaben absetzbar.

„Für Spenden zur Unterstützung von Flüchtlingen gilt bis zum 31. Dezember 2015 ein vereinfachter Zuwendungsnachweis, etwa ein Bareinzahlungsbeleg, Kontoauszug oder PC- Ausdruck beim Onlinebanking“, erklärt Liebern. Die Spenden müssen aber für eine anerkannte Hilfsorganisation bestimmt sein.

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