Last Minute zur EM

Ticketkauf mit Stolperfallen

Verbraucher | Volle Kanne - Last Minute zur EM

Deutschland ist Gruppensieger: Chancen gab es reichlich, bei der Verwertung ist noch Luft nach oben. Frank Gollenbeck war im Stadion und berichtet über seine Eindrücke.

Beitragslänge:
15 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.12.2016, 09:31

Das EM-Fieber steigt und so mancher verspürt die Lust, doch noch live im Stadion dabei zu sein, anstatt die Spiele am heimischen Fernseher zu schauen. Doch der Ticketkauf in letzter Minute ist nicht ganz unproblematisch: Es gibt einige Solperfallen.

Insgesamt wurden 2,5 Millionen Tickets für die 51 Spiele der EM 2016 ausgegeben. Davon gelangten 1,8 Millionen in den freien Verkauf, 700.000 wurden für Sponsoren bereitgestellt. Die offiziellen Preise rangieren von 25 bis 895 Euro.

Wer noch in letzter Minute Karten haben möchte, kann das offizielle Portal der UEFA konsultieren. Dort werden noch Restkarten für einige Spiele angeboten. Interessenten müssen auf der Seite ein Ticketkonto erstellen und sich mit E-Mailadresse und Passwort anmelden. Die Tickets werden beim Kauf personalisiert. Ist man fündig geworden, sollte man schnell sein – denn hier gilt die Devise: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Fest steht: Man sollte sich im Vorfeld des Spiels um Tickets bemühen, denn aus Sicherheitsgründen gibt es keine Abendkassen an den Stadien.

Tickets auf Internetportalen kaufen?

Tickets für den privaten Gebrauch bei Onlineportalen wie Viagogo oder eBay zu kaufen, ist erlaubt. Der Weiterverkauf von Tickets im Krankheitsfall oder bei Verhinderung ist ebenfalls legal. Auch wenn die Veranstalter teilweise Formulierungen wählen, die eine Strafbarkeit vermuten lassen könnten, sei der Weiterverkauf eines Originaltickets nicht im strafrechtlichen Sinne zu behandeln, so ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahre 2008.

Wer Tickets auf dem Schwarzmarkt vor dem Stadion kauft, hat keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, lediglich der Verkäufer kann belangt werden. Im Gegensatz zu Anbietern bei Internetportalen wie Viagogo oder eBay kann man vor dem Stadion aber noch handeln. Weder beim Kauf über Internetportale noch vor dem Stadion lässt sich ausschließen, nicht doch ein gefälschte Karte untergejubelt zu bekommen.

Personalisierte Tickets ohne Einlassgarantie

Der Kauf personalisierter Tickets kann zu Problemen führen, denn sie gelten als sogenanntes qualifiziertes Legitimationspapier. Das heißt, nur derjenige, der auf dem Ticket vermerkt ist, hat auch Zutritt zum Stadion. Offiziell dürfen die Tickets nur vom Veranstalter umgeschrieben werden. Die Ordner im Stadion dürfen den Namen auf dem Ticket mit dem Personalausweis abgleichen und den Einlass bei Unstimmigkeiten verwehren.

Wie konsequent allerdings vor Ort tatsächlich kontrolliert wird, ist schwer einzuschätzen. Einige Experten gehen davon aus, dass aufgrund der Terrorgefahr zumindest häufiger mit Stichproben zu rechnen ist. Vor allem beim Erwerb sehr teurer Tickets sollte man sich des Risikos bewusst sein, nicht in das Stadion eingelassen zu werden, wenn der falsche Name auf dem Ticket steht.

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