Leben mit Endometriose

Starke Unterleibsschmerzen - was viele Frauen für Menstruationsbeschwerden halten, kann eine Krankheit sein. Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die häufig lange unerkannt bleibt.

5 min
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28.09.2020
28.09.2020
Video verfügbar bis 28.09.2021

Bei der Erkrankung Endometriose siedeln sich Endometriumzellen - Zellen der Gebärmutterschleimhaut - außerhalb der Gebärmutter an. Vermutlich über die Eileiter gelangen sie an die Eierstöcke und in die Bauchhöhle. So entstehen Endometrioseherde, die sehr schmerzhaft werden können. Denn die Schleimhautzellen bauen sich, hormonell stimuliert durch den monatlichen Menstruationszyklus, ebenso auf, wie die Schleimhautzellen in der Gebärmutter. Der Unterschied: sie können nicht abbluten. So entwickeln sich Zysten, die bis zu zehn Zentimeter groß werden können. Innerhalb dieser Zysten sammeln sich Blutzellen an, gerinnen und verklumpen zu einer dickflüssigen, bräunlichen Flüssigkeit. Daher nennt man sie auch Schokoladenzysten.

Bei etwa der Hälfte der Frauen, die ungewollt kinderlos sind, steckt eine Endometriose dahinter. Denn bei dieser Erkrankung kommt es häufig zu Verwachsungen und Narben unter anderem an den Eierstöcken, die dann zu Unfruchtbarkeit führen.

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Diagnose

Betroffene Frauen berichten von sehr starken Schmerzen während der Periode und oftmals auch darüber hinaus. Etwa zehn Prozent der Frauen vor den Wechseljahren sind von Endometriose betroffen, bereits bei jungen und jugendlichen Frauen kann es zu Komplikationen kommen.

Klarheit über die Erkrankung gibt eine Laparoskopie (Bauchspiegelung), allein durch bildgebende Verfahren ist Endometriose nicht eindeutig zu bestimmen. Bei solch einem operativen Eingriff, der durchgeführt wird, um Zysten zu entfernen, werden auch kleinere Endometrioseherde beseitigt.

Therapie

Durch die hormonelle Stimulation, wie sie beim natürlichen Zyklus stattfindet, kann die Endometriose immer wieder schmerzhaft auftreten. Eine empfohlene Therapiemöglichkeit stellt die Einnahme einer gestagenhaltigen Hormonpille - und zwar ohne Pause - dar. Möglich ist auch die Einnahme eines Kombinationspräparates mit Östrogenen und Gestagenen. Die Einnahme ohne Unterbrechung gewährleistet ein stabiles Hormonniveau, unterbindet den Zyklus und damit auch die Stimulation der Endometriosezellen. Es gibt längerfristige Erfahrungen mit dieser Therapie, die - wie immer bei der Einnahme künstlicher Hormone - nicht ohne Nebenwirkungen ist. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Hautprobleme, Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem wie Thrombosegefahr und erhöhtes Schlaganfallrisiko. Betroffene Frauen berichten von positiven Auswirkungen durch Lebensstiländerungen (Sport, Ernährung, weniger Stress), die den Schmerz erträglicher machen können.

In den letzten Jahren verstärkte sich der offene Umgang mit der chronischen Erkrankung durch die sozialen Medien. Insbesondere junge Frauen berichten hier über ihre Erfahrungen und möchten zur Aufklärung beitragen.

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