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Leben mit Epilepsie

Epilepsie ist die häufigste chronische Erkrankung des Zentralnervensystems. Dabei werden unterschiedliche Krankheitsbilder unter einem Oberbegriff zusammengefasst. Sie alle haben das wiederholte Auftreten epileptischer Anfälle gemeinsam.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.10.2020

Die genaue Ursache (oder Verkettung von Auslösern) einer Epilepsie ist oft nicht leicht zu ergründen. Sicher ist, dass Veränderungen im Bau oder Stoffwechsel von Nervenzellen eine Anfallsbereitschaft begünstigen. Experten gehen davon aus, dass bei einem Anfall mehrere Auslöser wie begünstigende Anlagen, hirnorganische Störungen, altersgebundene Reifungsvorgänge und starke Reizungen einzelner Sinne zusammenwirken. Epilepsie ist keine Erbkrankheit, allerdings kann eine erhöhte Anfallsbereitschaft vererbt werden.

Bei einem epileptischen Anfall kommt es zu einer übermäßigen Entladung von Nervenzellen im Gehirn. Es gibt viele unterschiedliche Formen dieser Krankheit, die man heute vor allem hinsichtlich des Ursprungs und der Ausprägung und Schwere der Anfälle einteilt. Dabei wird zwischen fokalen Epilepsien, die an einem begrenzten Ort im Gehirn entstehen, und generalisierten Epilepsien, bei denen der Anfall das gesamte Gehirn umfasst, unterschieden. Mögliche Merkmale eines Anfalls können Bewusstseinsstörungen, Muskelzuckungen und -krämpfe, Wahrnehmungsstörungen, Benommenheit, Automatismen, Erröten, Speichelfluss, Herzstolpern oder Schweißausbrüche sein. Die Anfälle können Sekunden anhalten, aber auch bis zu einer Viertelstunde.

Therapie und Prognose

Bei einem Anfall heißt es für Außenstehende, den Rettungsdienst zu verständigen und Ruhe zu bewahren. Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr bedeuten könnten, sollten außer Reichweite gelegt werden. Betroffene sollten nach dem Anfall in die stabile Seitenlage gebracht und auf ein Kissen gebettet werden. Manche Epileptiker können Maßnahmen zur Selbsthilfe ergreifen, weil sich die Anfälle durch eine Aura ankündigen. Bei anderen treten die Anfälle aber plötzlich und spontan auf.

Das Therapieziel bei einer Epilepsie ist es immer, zuerst mit unterschiedlichen Medikamenten weitestgehend Anfallsfreiheit zu bewirken. Gegebenenfalls wird die Dosierung dieser Medikamente erhöht, um den Anfällen vorzubeugen. Sollte das nicht zum Ziel führen, kommt nach sorgfältiger Diagnostik ein operativer Eingriff (zur Entfernung oder Trennung betroffener Areale im Gehirn) infrage. Außerdem stehen Verfahren der Neurostimulation zur weiteren Behandlung zur Verfügung.

Selbsthilfe

Eine Epilepsie bedeutet in der Regel eine einschneidende Diagnose für Betroffene, die gravierende Veränderungen des Lebens mit sich bringt. Oft können Betroffene in der Folge der Anfälle zum Beispiel nicht mehr Auto fahren. Bei der Berufswahl sind (gerade für junge Menschen) technische Berufe (zum Beispiel verbunden mit Arbeiten an Maschinen) nicht mehr geeignet, weil in Verbindung mit der Gefahr von Anfällen auch Verletzungsgefahr besteht.

Eine Epilepsie ist in vielen Fällen auch verbunden mit einem Grad der Behinderung (GdB) und einem Behindertenausweis. Viele Betroffene benötigen in ihrem Leben viel Ruhe und Schlaf. Einige berichten von einem positiven Einfluss von Sport auf den Verlauf der Erkrankung. In Deutschland gibt es einige Selbsthilfegruppen für Epileptiker. Viele Ärzte raten ihnen zudem, auf Alkoholkonsum zu verzichten.

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