Leben mit Epilepsie

Anfälle können gemindert werden

Verbraucher | Volle Kanne - Leben mit Epilepsie

Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Nervensystems. Rund 500.000 Menschen in Deutschland sind betroffen. Ziel einer Therapie ist es, die Zahl der Anfälle zu verringern.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.10.2017, 14:00

In Deutschland sind rund 500.000 Menschen von Epilepsie betroffen. Während eines epileptischen Anfalls kommt es zu übermäßigen Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. So kann es zu unterschiedlichen Bewusstseins- und Empfindungsstörungen kommen, zu Zuckungen wie auch zu unterschiedlich starken Krampfanfällen. Ziel einer Therapie ist es, die Anfallshäufigkeit zu minimieren.

Es gibt verschiedene Formen und Ursachen der Epilepsie. So können Epilepsien sowohl bereits im Kindesalter auftreten wie auch erst im Erwachsenenalter. Auch können bei einem Anfall nur einzelne Bereiche des Gehirns betroffen sein oder aber auch das ganze Gehirn.

Verletzungsgefahr während eines Anfalls

Ein Anfall dauert in der Regel zwischen wenigen Sekunden bis hin zu einigen Minuten, in Einzelfällen leiden die Patienten unter verlängerten und dann auch potentiell lebensgefährlichen Anfällen (Status epilepticus). Die Anfälle können sich sehr unterschiedlich äußern. Während und nach dem Anfall kann es zu Einschränkungen der Wahrnehmung kommen, ebenso wie zu Bewegungseinschränkungen, Problemen mit der Sprache und dem Gedächtnis. Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen.

Während manche Menschen bei einem Anfall einfach eine Art kurzen Blackout erleben oder leichte Zuckungen haben, kommt es bei anderen zu schweren Krampfanfällen des ganzen Körpers (tonisch-klonischer Anfall). Dabei kommt es häufig zu Stürzen.

Neurologische Untersuchungen notwendig

Nach einer ausführlichen Anamnese werden die bisherigen Symptome und möglichen Anfälle besprochen. Häufig müssen auch andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Es folgt eine ausführliche körperliche und neurologische Untersuchung. Mit Hilfe der Elektroenzephalographie (EEG)) werden die Hirnströme gemessen. Anhand der charakteristischen Linien des EEGs kann der Neurologe Rückschlüsse ziehen. Auch Langzeit-EEGs und Videoaufzeichnungen des Patienten kommen zum Einsatz. So versucht man beispielsweise einen Anfall abzubilden. Will man eine Hirnschädigung ausschließen, Vernarbungen erkennen oder genauer einordnen, können auch MRT-Aufnahmen angefertigt werden.

Es gibt unterschiedliche Ursachen für eine Epilepsie. So können zum Beispiel Hirnverletzungen und Schlaganfälle zu Epilepsien führen. Bei den meisten Epilepsien scheint eine genetische Ursache zugrunde zu liegen.

Das Anfallsrisiko mindern

Ob und wie eine Therapie begonnen werden soll, muss immer von Fall zu Fall abgewogen werden. Es gibt viele Medikamente, mit denen die Epilepsie behandelt werden kann (Antikonvulsiva, Antiepileptika). Die Krankheit lässt sich so nicht heilen, aber das Risiko epileptischer Anfälle wird gemindert. In den meisten Fällen zeigen die Medikamente eine gute Wirkung, es gibt allerdings auch Patienten, denen sie nicht helfen. Bei der Auswahl des Medikaments wird die Art der Epilepsie berücksichtigt, ebenso wie mögliche sonstige Erkrankungen und Wechselwirkungen mit eingenommenen Medikamenten. Begleitend können je nach Fall und Bedürfnis des Patienten auch Psychotherapie, Ergotherapie, Gestalttherapie oder andere unterstützende Programme wie Selbsthilfegruppen hilfreich sein.

Da Schlafentzug epileptische Anfälle begünstigt, sollten Betroffene auf ausreichend Schlaf und Ruhephasen achten. Alkohol sollte, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen konsumiert werden. Im Gespräch mit dem Arzt muss geklärt werden, ob man Auto fahren darf – denn Autofahren kann bei einem epileptischem Anfall sehr gefährlich sein. Eventuell muss ein Fahrtauglichkeitsgutachten erstellt werden muss. Auch die Berufswahl und -ausübung können durch die Epilepsie eingeschränkt sein.

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