Lebensrettendes Spenderorgan

Organspendeausweis, Lebendspende, Transplantation

Verbraucher | Volle Kanne - Lebensrettendes Spenderorgan

Über 10.000 Patienten warten in Deutschland auf ein Spenderorgan, allein 8000 von ihnen brauchen eine Niere. Die Wartelisten sind lang und für die Betroffenen ist das Warten oft eine Zerreißprobe.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.06.2017, 10:05

Betroffene müssen oft jahrelang warten, bis sie ein passendes Spenderorgan bekommen. Es gibt zu wenige Organe – die Wartelisten sind entsprechend lang. Die Organspendezahlen sind nach wie vor auf einem zu niedrigen Niveau.

Die Voraussetzungen zur Organspende sind in den Rahmenbedingungen im Transplantationsgesetz geregelt. Vor der Organentnahme muss von zwei voneinander unabhängigen Ärzten mit zeitlichem Abstand der Hirntod festgestellt werden. Diese Ärzte dürfen in keiner Weise an Entnahme oder Transplantation der Organe beteiligt sein. So soll einer Einflussnahme und Unregelmäßigkeiten vorgebeugt werden. Das Herz-Kreislauf-System muss aufrechterhalten werden, damit die Organe weiter durchblutet werden, sonst sind sie nicht mehr zur Spende geeignet. Die Organspende/Transplantation erfolgt anonym. So wissen Spenderfamilie und Empfänger nicht, wer der jeweils andere ist. Die Spenderfamilie kann auf Wunsch über den Erfolg der Transplantation informiert werden und die Empfängerfamilie kann über die DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) der Spenderfamilie eine anonyme Dankesnachricht zukommen lassen.

Entscheidung im Organspendeausweis festhalten

In Deutschland gilt eine Entscheidungslösung, das heißt man soll seine Entscheidung für oder gegen die Organspende treffen und diese in einem Organspendeausweis festhalten. Hat ein Verstorbener dazu zu Lebzeiten keine Aussage getroffen, entscheiden die nächsten Angehörigen, möglichst in seinem Sinne.

Einen Organspendeausweis kann man ab 16 Jahren ausfüllen. Den Ausweis sollte man immer bei sich tragen und auch Angehörige darüber informieren, welche Entscheidung man für sich selbst getroffen hat. Im Ausweis kann man auch nur der Entnahme einzelner Organe zustimmen und anderen widersprechen, auch kann man einer Organspende prinzipiell widersprechen und dies im Ausweis vermerken. Spenden kann prinzipiell jeder, der nicht an bestimmten Krankheiten wie zum Beispiel HIV leidet. Auch einige weitere Krankheiten sind ein Ausschlusskriterium.

Noch lebend ein Organ spenden

Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen
Organtransplantation Quelle: dpa

Eine Niere oder ein Teil der Leber können in Deutschland auch lebend gespendet werden. Das ist nur dann möglich, wenn kein entsprechendes Organ eines verstorbenen Spenders zur Verfügung steht. Die Lebendspende ist an besondere Bedingungen geknüpft. Empfänger und Spender müssen entweder nah miteinander verwandt sein oder einander in anderer Form sehr nah stehen. Eine Kommission prüft, ob die Spende freiwillig erfolgt, ohne Ausübung von Druck und ohne finanzielle Anreize.

Die Transplantation

Bei Spender und Empfänger müssen bestimmte Gewebemerkmale übereinstimmen, damit eine Transplantation überhaupt möglich ist. So wird der potentielle Empfänger im Krankenhaus noch mal vorbereitend untersucht. Auch werden verschiedene Tests durchgeführt, um Abstoßungsreaktionen auf ein Organ auszuschließen. Die Transplantation erfolgt möglichst zügig nach der Organentnahme.

Viele Transplantierte können nach der Transplantation ein fast normales Leben führen. Sie müssen aber regelmäßig Immunsuppressiva in Tablettenform einnehmen. Diese verhindern, dass der Körper das fremde Organ abstößt. Regelmäßige ärztliche Kontrollen gehören ebenso dazu. Mit heutigen Behandlungsmöglichkeiten stehen die Chancen gut, ein transplantiertes Organ viele Jahre funktionsfähig zu halten.

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