Legal Highs - Gefahren synthetisch hergestellter Drogen

Verbraucher | Volle Kanne - Legal Highs - Gefahren synthetisch hergestellter Drogen

Ihre Namen sind harmlos, doch sie sind hochgefährlich und ihr Konsum endet immer öfter tödlich. Die Rede ist von Legal Highs. Sie erfreuen sich besonders bei Jugendlichen großer Beliebtheit.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.06.2018, 09:05

Legal Highs sind synthetisch hergestellte Drogen, die von der Drogengesetzgebung noch nicht erfasst sind. Sie werden überwiegend als Fertigprodukte im Internet verkauft. Anbieter bewerben sie als Kräutermischung, Raumlufterfrischer, Düngerpillen, Aquariumreiniger oder Badesalz. Sie behaupten, sie dienen als Lebensbereicherung oder zur Stressbewältigung – und seien völlig legal. Doch Analysen zeigen: Über die Hälfte der Produkte enthalten illegale Drogen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

In über 70 Prozent stecken psychoaktive Substanzen, wie zum Beispiel Piperazine, synthetische Cathinone oder synthetische Cannabinoide. Sie werden häufig als angeblich legale Ersatzstoffe zu herkömmlichen illegalen Substanzen verkauft und wirken ähnlich wie einige illegale Drogen, wie zum Beispiel Cannabis, Ecstasy oder Kokain – nur oft um ein Vielfaches stärker.

Unberechenbare Gefahren

Experten schätzen die Gefahr der Legal Highs viel gefährlicher ein als klassische illegale Drogen. Die Käufer können nicht wissen, welche Substanzen enthalten sind, da die Inhaltsstoffe nicht auf der Verpackung stehen. Es gibt immer mehr Fälle, bei denen Konsumenten ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Die gesundheitlichen Folgen sind dramatisch: Erbrechen, Schweißausbrüche, aggressives Verhalten, Angstzustände, Kreislaufprobleme, Gleichgewichtsstörungen, Herzrasen, Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Wahnvorstellungen, Depressionen, Schizophrenie oder Psychosen. Durch die synthetischen Drogen kann die Blutversorgung der Organe unterbrochen werden. Das führt zu Kreislaufversagen, Herzinfarkten oder sogar zum Tod.

Neue Gesetzgebung in der Kritik

Die Bundesregierung will mit einem neuen Gesetz, in dem bestimmte Stoffgruppen verboten werden, die Verbreitung stoppen. Es ist seit November vergangenen Jahres in Kraft. Das Gesetz verbietet den Erwerb, Besitz und Handel mit Legal Highs. Zudem wurden ganze Stoffgruppen verboten; zuvor nur einzelne Stoffe.

Viele Experten und der sogenannte alternative Drogenbericht, der jährlich von einem Team aus Forschern und Ärzten erstellt wird, kritisieren, dass das Gesetz kaum etwas bewirken werde. Die Hersteller sitzen hauptsächlich in Asien; gehandelt wird über das Internet. Das sei unkontrollierbar. Das größte Problem, so die Kritiker: Es können ganz leicht neue Legal Highs kreiert werden, die nicht unter die verbotenen Stoffgruppen fallen – und die sogar noch gefährlicher sind. Genau das passiert gerade. Seitdem das Gesetz in Kraft ist, gab es zum Beispiel schon mehrere Fälle, in denen heroinähnliche Substanzen nachgewiesen wurden. Im Hinblick auf seine abschreckende Zielsetzung sei das Gesetz laut den Kritikern weitgehend unwirksam.

Das Gesetz beinhalte ausschließlich strafrechtliche Maßnahmen. Dadurch solle demonstriert werden, dass die Stoffe illegal sind. Aber: Studien zeigen, dass der Status der Illegalität Konsumenten nicht abschrecke. Wirksamer sei es, das Geld in bessere Prävention zu investieren. Das mache die Bundesregierung zwar auch, doch das geht Kritikern nicht weit genug. Sie fordern Aufklärung in Schulen – man solle das Thema in den Stundenplan aufnehmen.


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