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Legal Highs

Warum es so schwer ist, legalen Drogenhandel zu unterbinden

Legal Highs

Ihre Namen sind harmlos, doch sie sind hochgefährlich und ihr Konsum endet immer öfter tödlich. Die Rede ist von Legal Highs. Sie erfreuen sich besonders bei Jugendlichen großer Beliebtheit, und die Gesetzgebung hinkt hinterher.

29.11.2018
29.11.2018
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Legal Highs sind synthetisch hergestellte Drogen, die von der Drogengesetzgebung noch nicht oder nur teilweise erfasst sind. Sie werden überwiegend als Fertigprodukte im Internet verkauft. Anbieter bewerben sie als Kräutermischung, Raum-Duft, Düngerpillen, Aquarium-Reiniger oder Badesalz. Sie behaupten, sie dienen als Lebensbereicherung oder zur Stressbewältigung – und seien völlig legal. Doch Analysen zeigen: Über die Hälfte der Produkte enthalten illegale Drogen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

In über 70 Prozent stecken psychoaktive Substanzen, wie zum Beispiel Piperazine, synthetische Cathinone oder synthetische Cannabinoide. Sie werden häufig als angeblich legale Ersatzstoffe zu herkömmlichen illegalen Substanzen verkauft und wirken ähnlich wie einige illegale Drogen, wie zum Beispiel Cannabis, Ecstasy oder Kokain – nur oft um ein Vielfaches stärker.

Unberechenbare Gefahren

Legal Highs
Als harmlos angepriesene "Kräutermischungen" auf Internetplattformen entpuppen sich als harten Drogen.
Quelle: imago / epd

Experten schätzen die Gefahr der Legal Highs viel höher ein als jene, die von klassischen illegalen Drogen ausgeht. Die Käufer können nicht wissen, welche Substanzen enthalten sind, da die Inhaltsstoffe nicht auf der Verpackung stehen. Es gibt immer mehr Fälle, bei denen Konsumenten ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.

Die gesundheitlichen Folgen sind dramatisch: Erbrechen, Schweißausbrüche, aggressives Verhalten, Angstzustände, Kreislaufprobleme, Gleichgewichtsstörungen, Herzrasen, Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Wahnvorstellungen, Depressionen, Schizophrenie oder Psychosen. Durch die synthetischen Drogen kann die Blutversorgung der Organe unterbrochen werden. Das führt zu Kreislaufversagen, Herzinfarkten oder sogar zum Tod.

Gesetzgebung in der Kritik

Die Bundesregierung will mit einem Gesetz, in dem bestimmte Stoffgruppen verboten werden, die Verbreitung stoppen. Es ist seit November 2016 in Kraft. Das Gesetz verbietet den Erwerb, Besitz und Handel mit Legal Highs. Zudem wurden ganze Stoffgruppen verboten; zuvor waren nur einzelne Stoffe.

Viele Experten und der sogenannte alternative Drogenbericht, der jährlich von einem Team aus Forschern und Ärzten erstellt wird, kritisieren, dass das "Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz" – kurz: NpSG kaum etwas bewirke. Die Hersteller sitzen hauptsächlich in Asien, gehandelt wird über das Internet. Das sei unkontrollierbar. Das größte Problem, so die Kritiker: Es können ganz leicht neue Legal Highs kreiert werden, die nicht unter die verbotenen Stoffgruppen fallen – und die sogar noch gefährlicher sind. Und genau das ist auch passiert. Wie der aktuelle Europäische Drogenbericht zeigt, sind seit 2016 synthetische Opioide auf dem Vormarsch. Es gibt erste Todesfälle, Vergiftungen und unterschiedliche psychische Folgeerkrankungen. 

Kritiker meinen auch, das Gesetz beinhalte ausschließlich strafrechtliche Maßnahmen. Dadurch solle demonstriert werden, dass die Stoffe illegal sind. Aber: Studien zeigen, dass der Status der Illegalität Konsumenten nicht abschrecke. Wirksamer sei es, das Geld in bessere Prävention zu investieren. Das mache die Bundesregierung zwar auch, doch das geht Kritikern nicht weit genug. Sie fordern Aufklärung in Schulen – man solle das Thema in den Stundenplan aufnehmen.

„Es geht tatsächlich nur, indem ich ihnen die Wirkungen und Gefahren aufzeige. Sie müssen sich ein eigenes Bild machen können und entscheiden können: 'Ich will das nicht'. Nur Gesetze werden junge Menschen nicht dazu bringen, zu sagen 'Ich lasse es weg'.“
Christoph Schuh, Polizeipräsidium Trier, über die Polizeiliche Aufklärung an Schulen.

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