Leichte Weine und Bowlen

Tipps und Rezepte vom Weinexperten

Verbraucher | Volle Kanne - Leichte Weine und Bowlen

Weinexperte Steffen Schindler verrät, welche Weine bei warmen Temperaturen besonders gut schmecken. Außerdem gibt's ein köstliches Bowlen-Rezept für die nächste Gartenparty.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.06.2017, 00:00

Ein lauer Abend auf der Terrasse – dazu passt ein leichter Sommerwein oder eine Bowle. Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut hat ein Rezept für eine leckere Erdbeerbowle mitgebracht und verrät, welche Tropfen sich für den Sommer eignen.

Bowle ist ein erfrischendes Mischgetränk aus Wein und Sekt mit Früchten oder Kräutern. Ihren Namen hat sie vom englischen Wort "bowl" (Gefäß). Denn britische Kolonialoffiziere sollen die "Erfinder" der Mixspezialität gewesen sein: Als Mittel zur Stärkung und gegen die Langeweile ließen sie sich in Indien von ihren Dienern ein Getränk aus mindestens fünf Zutaten zubereiten, das sie sich dann in einer großen "Bowl" servieren ließen. Mit den Briten begann im 18. Jahrhundert der Siegeszug der Bowlen in Europa: Zunächst dem Adel vorbehalten, etablierte sich das Getränk bald auch in gutbürgerlichen Kreisen. In den Fünfzigerjahren wurde die Bowle zum Partyrenner. Nach dem leicht angestaubten Image der letzten Jahre ist das frisch-fruchtige Sommergetränk mittlerweile wieder voll im Trend.

So gelingt die Bowle

Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut hat die Tipps für eine gelungene Bowle:

• Je weniger Zutaten, desto leichter gelingt die Bowle.
• Jede Bowle ist so gut wie der Wein und Sekt, den man dafür verwendet. Besonders gut eignen sich Weine und Sekte aus Rebsorten mit einer fruchtigen Säure wie zum Beispiel Riesling, denn die Säure verleiht der Bowle die nötige Frische. Wer süße Bowlen bevorzugt, nimmt liebliche Weine.
• Nur frische und reife Früchte verwenden. Die Früchte behutsam schälen und zerkleinern, nicht zerdrücken. Die Früchte mit wenig Traubenzucker bestreuen oder mit Trauben- oder Pfirsichlikör marinieren, so erschließt sich das Aroma.
• Sekt und Mineralwasser (gut gekühlt) erst kurz vor dem Servieren hinzugeben, damit die Bowle möglichst lange prickelt. Die richtige Bowlentemperatur liegt bei fünf bis acht Grad Celsius, also etwas kühler als die normale Serviertemperatur für Wein.

Rezept Erdbeerbowle

Zutaten für circa zehn Portionen
500 g Erdbeeren
100 ml Pfirsichlikör
2 Flaschen trockener Weißwein (kalt)
1 Flasche trockener Sekt (z.B. Prosecco oder Cava, kalt)
2 TL Puderzucker
1 TL Vanillezucker
10 Eiswürfel
10 Blätter Pfefferminze

Erdbeerbowle
Erdbeerbowle

Zubereitung
Erdbeeren mit kaltem Wasser abspülen und trockentupfen. Zehn schöne Früchte beiseite stellen. Die restlichen Erdbeeren putzen und in das Bowle-Gefäß geben. Den Likör mit dem Puder- und Vanillezucker verrühren und zu den Erdbeeren geben. Alles circa 30 Minuten ziehen lassen. Dann mit Weißwein übergießen und die Eiswürfel dazu geben. Kurz vor dem Servieren den Sekt dazu geben. Zur Dekoration eine eingeschnittene Erdbeere an jeden Glasrand stecken und ein Minzblatt in jedes Glas geben.

Übrigens: Wenn die Bowle zur Neige geht, nicht verlängern. Lieber noch einen Wein servieren!

Leichte Weine für den Sommerabend

Je höher die Temperaturen, desto kühler und erfrischender die Getränke. „Schlanke, elegante Weine mit geringerem Alkoholgehalt liegen deshalb jetzt im Trend“, erklärt Schindler. Das müssen nicht zwangsläufig Weißweine sein: „Es gibt auch leichtere rote Rebsorten wie Trollinger oder Portugieser, die man auch gekühlt im Sommer genießen kann.“ Besonders beliebt sind im Sommer auch Roséwein und Weißherbst.

Jung getrunken schmecken Rosé und Weißherbst am besten, denn in den ersten Jahren kommen die ausgeprägten Fruchtaromen am deutlichsten zur Geltung. Sie sind selten für die lange Lagerung gedacht, dementsprechend sollte man sie nicht länger als ein bis zwei Jahre aufbewahren. Gerne werden Rosé- oder Weißherbstweine auch verperlt, also mit Kohlensäure versetzt und als prickelnder Secco angeboten. Außerdem findet man sie häufig zum Winzersekt veredelt auf den Weinkarten wieder.

Hergestellt aus roten Trauben

Beide Begriffe werden synonym verwendet, da sich Rosé und Weißherbst in der Herstellung nur unwesentlich unterscheiden. Beide werden aus Rotweintrauben hergestellt, jedoch wie Weißweintrauben verarbeitet. Denn auch rote Beeren haben weißen Fruchtsaft, die Farbstoffe sind in der Regel nur in den Beerenhäuten lokalisiert. Steffen Schindler erklärt den Prozess: „Die roten Beeren werden nur leicht angequetscht, so dass die Maische entsteht. Mit der Zeit lösen sich die Farbpigmente aus der Beerenhaut und gehen in Saft über. Wenn der Traubensaft die gewünschte Farbintensität erreicht hat – das kann je nach Rebsorte zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen dauern – wird die Maische gepresst und der roséfarbene Most vergoren.“

Prickelndes ohne Alkohol

Eine schmackhafte alkoholfreie Alternative sind so genannte Traubenseccos. Der Name erinnert an den italienischen Prosecco Frizzante, also einen perlenden Wein. Der Traubensecco wird aber nicht aus Wein hergestellt, sondern aus Traubensäften, die schonend haltbar gemacht und mit Kohlensäure versetzt werden. Traubenseccos werden meist in Sektflaschen abgefüllt.

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