Leistenbruch

Bei einem Leistenbruch (Bauchwandbruch genannt) kann die schützende Bauchwand die Organe nicht mehr zusammenhalten, sodass diese verrutschen. Oft bemerkt man den Bruch nicht, doch eine frühe Diagnose ist wichtig, um lebensbedrohliche Folgen zu vermeiden.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.10.2020
Grafik Leistenbruch
Quelle: imago images

Bei einem Leistenbruch handelt es sich eigentlich nicht um einen Bruch oder Riss, sondern um eine Ausdehnung oder Ausfaserung der Bauchwand meist nach unten hin - genannt Hernien. Dies geschieht infolge einer Bindegewebsschwäche. Die Bauchwand ist sozusagen die Hülle, die die inneren Organe umgibt. Solche Hernien können im Körper an unterschiedlichen Stellen entstehen. Im Bereich der Leiste treten sie aber am häufigsten auf.

Ursachen und Symptome

Die eigentliche Ursache einer Hernie im Bereich der Leiste ist immer eine angeborene Bindegewebsschwäche. Unterschiedliche Auslöser können dann zum Leistenbruch führen. So zum Beispiel schweres Heben oder Tragen, starkes Pressen beim Stuhlgang oder starker länger anhaltender Husten. Auch Übergewicht spielt bei der Entstehung häufig eine Rolle. Zu großer Druck im Bauchraum als Auslöser kann auch infolge einer Schwangerschaft, durch Extremsport (zum Beispiel Bungee Jumping) oder sexuelle Handlungen entstehen. Der Leistenbruch ist selten mit größeren Schmerzen verbunden. Eher kommen ein Taubheitsgefühl oder ein Ziehen im Bereich der Leiste als Empfindung vor.

Sichtbar ist meistens eine Ausstülpung im Bereich der Leiste, die einer Beule ähnelt. Sie ist vor allem beim Husten oder Niesen zu erkennen und lässt sich meist mit dem Finger wieder nach innen drücken. Viele Betroffen gehen aufgrund ausbleibender Beschwerden erstmal nicht zum Arzt. Doch unbehandelt kann ein lebensgefährlicher medizinischer Notfall entstehen. Teile des Darms können in den Bruch rutschen und abgeklemmt werden. So kann es zu einem Darmverschluss oder sogar zum Absterben von Darmanteilen kommen.

Diagnose und Therapie

Der Leistenbruch ist für den Experten meist mit einer einfachen körperlichen Untersuchung zu erkennen. Während der Patient hustet, befühlt der Arzt mit den Fingern den Leistenkanal und erkennt die sichtbare Beule. Er kann die Ausstülpung in der Bauchwand ertasten. Andere Verfahren der Diagnostik, wie zum Beispiel Kernspin oder CT, kommen meist nur zum Einsatz, wenn Beschwerden im Bereich der Leiste nicht zur Symptomatik eines Leistenbruchs passen. So können zum Beispiel eine Erkrankung im Bereich des Hodens (wie Hodenkrebs), ein Bandscheibenvorfall oder eine Erkrankung im Bereich der Lendenwirbelsäule festgestellt oder ausgeschlossen werden. Behandelt wird ein Leistenbruch in der Regel mit einem chirurgischen Eingriff. Bei Kindern und Jugendlichen kommt dafür unter Umständen eine Stabilisierung mit körpereigenem Gewebe in Frage.

In den meisten Fällen wird die Ausstülpung des Bindegewebes mit einem Kunststoffnetz, das später mit dem körpereigenen Gewebe verwächst, fixiert und stabilisiert. Ein solcher Eingriff kann ambulant vorgenommen werden, die Mehrzahl der Patienten bleibt aber in der Regel 2 bis 3 Tage stationär im Krankenhaus. Mögliche Komplikationen sind die üblichen OP-Risiken wie Blutungen, Wundinfekte oder Verletzungen, aber auch später auftretende, durch das Netz bedingte Beschwerden. Die Gefahr eines erneuten Auftreten des Leistenbruchs ist bei offenen OP-Techniken gering (etwa ein Prozent der Fälle) und bei minimal-invasiven Eingriffen etwas höher.

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