Long Covid

Eine Herausforderung für die Medizin

Nicht jeder Long-Covid-Patient hat Lungenbeschwerden. Für die vielfältigen, bisher wenig erforschten Symptome fehlen noch klare Behandlungskonzepte. Die Suche nach einer passenden Therapie ist eine Herausforderung für Patienten wie Ärzte.

5 min
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17.06.2021
17.06.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.06.2023

Covid-19 ist nach wie vor eine ungewöhnliche, kaum berechenbare Krankheit, deren Verlauf von kompletter Symptomlosigkeit, über leichte Beschwerden, die nach etwa zwei Wochen wieder abklingen, bis hin zu einer schweren, lebensgefährlichen Erkrankung verlaufen kann, die eine stationäre Behandlung im Krankenhaus und auf der Intensivstation notwendig macht.

Long Covid als ernstzunehmendes Phänomen

Mit zunehmender Dauer der Corona-Pandemie wird deutlich, dass weitaus mehr Menschen als zunächst angenommen auch Monate nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 trotz einer anfänglich eher milden Verlaufsform noch unter verschiedensten Symptomen und einer deutlich eingeschränkten Belastbarkeit im Alltag leiden. Eine Rückkehr in den Beruf ist oftmals über viele Monate nicht möglich.

Schätzungen zufolge haben etwa zehn Prozent der Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, mit Langzeitfolgen zu kämpfen, die unter den Bezeichnungen Post-Covid-Syndrom oder Long Covid bekannt sind. Am häufigsten sind anscheinend Menschen mittleren Alters betroffen.

Symptome von Long Covid

Als typische Hauptbeschwerden gelten mangelnde Belastbarkeit, Müdigkeit und Luftnot, aber auch Herzbeschwerden. Doch inzwischen wird deutlich, dass auch neurologische Symptome auftreten können. Häufig werden hier laut der der deutschen Gesellschaft für Neurologie das chronische Erschöpfungssyndrom, Schmerzen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme und Schlafstörungen genannt.

Forscher berichten bei Long-Covid-Patienten über das Zusammentreffen von Symptomen wie einschränkender Müdigkeit, Schmerzen im Bereich der Muskeln, Gelenke und des Skeletts in Kombination mit neurokognitiven Schwierigkeiten und Stimmungsschwankungen. Wie lange diese Beschwerden anhalten, scheint von Patient zu Patient unterschiedlich zu sein. In der Regel sind es mehrere Wochen und Monate.

Kein klares Krankheitsbild definiert

Die unterschiedlichen Verlaufsformen und die vielen verschiedenen Symptome, die bei den Patienten im Vordergrund stehen, erschweren es den behandelnden Ärzt*innen, sie einem klar abgegrenzten Krankheitsbild zuzuordnen. So wird der Begriff "Long Covid" zu einem Sammelbegriff für Beschwerden, die auch bereits vor der Corona Pandemie im Rahmen anderer Erkrankungen aufgetreten sind. Und obwohl die verschiedenen Symptome von Long Covid von Forschern aus aller Welt inzwischen in Studien untersucht werden, fehlt bis heute eine eindeutige Erklärung für die auslösenden Ursachen im Körper.

Als gesichert gilt: SARS-CoV-2 dringt über spezielle Rezeptoren, die so genannten ACE 2 Rezeptoren, in den Körper ein, die in vielen Organsystemen vorhanden sind. Daher deutet vieles darauf hin, dass es sich bei Covid-19 um eine so genannte „Multi-Organ-Erkrankung" handelt. Ob die Spätfolgen allerdings durch das Virus selbst oder durch die Reaktion des Immunsystems verursacht werden, konnte nach wie vor wissenschaftlich noch nicht sicher geklärt werden.

Behandlungskonzept

Die Suche nach einer passenden Therapie kann für die Betroffenen eine große Herausforderung bedeuten. Gerade langfristig sind nach einer ambulanten oder stationären Therapie oft Rehabilitationsmaßnahmen erforderlich, wenn es darum geht, trotz aller Einschränkungen wieder den Alltag zu bewältigen und in den Beruf zurückkehren zu können.

Doch sowohl die behandelnden Ärzte vor Ort, als auch die zuständigen Institutionen, wie Kostenträger, Krankenhäuser oder Reha-Kliniken, sind angesichts des relativ neuen Krankheitsbildes noch dabei, Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln und zielgerichtete Behandlungskonzepte zu entwickeln.

Symptome sind altbekannte Größen

Zum Glück sind viele der Symptome wie etwa Gelenk- und Muskelschmerzen jedoch keine Unbekannten. Wo bereits reichhaltige therapeutische Erfahrung aus dem Zusammenhang anderer Krankheitsbilder bestehen, kann man sie individuell und pragmatisch auf das Beschwerdebild jedes einzelnen Patienten übertragen.

Die Herausforderung dabei ist jedoch, die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Behandlungsalltag wissenschaftlich fundiert zu dokumentieren und zu analysieren. Denn nur so lassen sich evidenzbasierte Wege aufzeigen, die den vielen Long-Covid- Patienten eine bestmögliche Behandlung versprechen.

Volle Kanne - Long Covid  

Long-Covid-Patient Klaus Kammerer plagten Monate nach seiner Erkrankung Gedächtnisprobleme.

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