Ein Blick in den Verdauungstrakt

Magen- und Darmspiegelung für Kinder

Verbraucher | Volle Kanne - Ein Blick in den Verdauungstrakt

Kein Erwachsener geht gerne zu einer Magen- oder Darmspiegelung. Bei Kindern dürfte dies ähnlich sein, zumal die Ärzte bei ihren kleinen Patienten einige zusätzliche Umstände beachten müssen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.12.2017, 10:29

Magen- und Darmspiegelungen sind bei Erwachsenen weitverbreitet. Doch auch bei Kindern nehmen die Untersuchungen  in den letzten Jahren deutlich zu. Aber worauf ist diese steigende Zahl von Spiegelungen zurückzuführen? Was macht eine solche Untersuchung notwendig? Und wo liegen die Risiken? "Volle Kanne" gibt Antworten.

Spiegelungen bei Kindern erfordern deutlich mehr Aufwand als bei Erwachsenen, denn sie erfordern immer eine leichte Narkose. Das heißt, es muss stets auch ein Narkosearzt und -pfleger dabei sein. Bei Darmspiegelungen müssen die Kinder zur Vor- und Nachbereitung (beispielsweise Reinigung des Darmes) sogar einen Tag stationär bleiben. Sehr kleine Instrumente machen es inzwischen sogar möglich, bei Bedarf Neugeborene oder Säuglinge zu spiegeln. Komplikationen sind wie bei Erwachsenen extrem selten.

Warum wird gespiegelt?

Früher erhielten Kinder meist eine Magenspiegelung, wenn es Hinweise darauf gab, dass sich ein bestimmtes Bakterium, Helicobacter pylori, im Magen eingenistet und die Schleimhaut entzündet hatte. Dieser Keim befindet sich aber insgesamt auf dem Rückzug. Heute ist der häufigste Grund für eine Magenspiegelung bei Kindern der Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Um diese Diagnose sicher zu stellen, sind Gewebeproben aus der Schleimhaut des Zwölffingerdarms notwendig. Denn dort finden sich charakteristische Veränderungen der Krankheit. Bestätigt sich die Diagnose, müssen die Kinder lebenslang eine glutenfreie Diät einhalten.

Entzündungen der Speiseröhre bieten ebenfalls vielfach einen Anlass zur Spiegelung. Es gibt dafür eine ganze Reihe möglicher Ursachen, beispielsweise Allergien oder virale Infektionen. Zur Klärung nehmen die Ärzte in der Regel wie bei der Zöliakie Gewebeproben aus den entzündeten Abschnitten.

Dem Darm auf den Grund gehen

Darmspiegelungen kommen vor allem zum Einsatz, wenn eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung vermutet wird. Dazu gehören die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn, die beide schon bei Kindern vorliegen können. Je eher beide therapiert werden, umso weniger Schaden richten die Entzündungen an.

Bei Erwachsenen stellt die Suche nach oder der Ausschluss von Darmkrebs den vorrangigen Grund für eine Spiegelung dar. Diese Erkrankung gibt es aber bei Kindern und Jugendlichen praktisch nicht.

Mit dem Kind reden

Schwierig kann sich im Vorfeld die Abgrenzung echter organischer Erkrankungen von sogenannten funktionellen Störungen gestalten. So leiden viele Kinder oft an Bauchschmerzen, für die es keine fassbare Ursache gibt. Deshalb müssen die Beschwerden der Kinder genau erfragt werden. Allerdings gelten die Aussagen der Betroffenen erst ab etwa dem zehnten bis zwölften Lebensjahr als verlässlich. In vielen Fällen helfen auch Laboruntersuchungen auf dem Weg zur richtigen Diagnose weiter.

Als echte Alarmzeichen gelten unter anderem Gewichtsverlust, Schluckstörungen, wiederkehrendes Erbrechen, chronischer Durchfall, Blutungen oder nächtliche Schmerzen.

Keine Alternative

Eine notfallmäßige Spiegelung führen die Ärzte bei Bluterbrechen, Blut im Stuhl oder verschluckten Fremdkörpern durch. Haben die Kinder ätzende Substanzen getrunken, warten die Mediziner ein paar Stunden ab, weil erst dann das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar ist.

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