Sie sind hier:

Massentourismus im digitalen Zeitalter

Massentourismus

Reisen war noch nie so einfach und günstig wie heute. Die Folge: Zahlreiche Urlaubsdestinationen werden regelrecht überrannt. Die Digitalisierung trägt ihren Teil dazu bei, kann aber auch dabei helfen, entgegenzusteuern.

27.09.2018
27.09.2018
Video leider nicht mehr verfügbar

Der Begriff "Overtourism" taucht in der Tourismusbranche in letzter Zeit immer wieder auf. Damit wird die Steigerung des Massentourismus bezeichnet. Einige Orte dieser Welt wissen nur zu gut, was dies bedeutet: Dubrovnik, Venedig, Amsterdam und viele andere Städte werden von Touristen regelmäßig überrannt und platzen regelrecht aus allen Nähten - ein Problem für Touristen und Einwohner.

Wie kommt es zu "Overtourism"?

Zum einen sind soziale Gesichtspunkte verantwortlich. Reisen sind in unserer heutigen Gesellschaft mehr als nur Statussymbol geworden. Es gehört zum guten Ton und es ist schick, wenn man viel reist. Es geht dabei oft weniger um das Geld, als um die Selbstverwirklichung und um die Erweiterung des Erfahrungsschatzes. Da reicht auch schon mal ein Wochenendtrip aus. Bei älteren Menschen überwiegt der Fitness-Aspekt, denn wer reist, bleibt in Bewegung. Und: Gerade im Alter hat man mehr Freizeit und einen natürlichen Drang, noch möglichst viel von der Welt zu sehen - eine Kombination, die zum Reisen ermutigt.

Zum anderen sind es ökonomische Gesichtspunkte, die zu einer Überlastung der Regionen durch Tourismus führen. Reisen ist für viele erschwinglich geworden: Billig-Airlines unterbieten sich gegenseitig mit ihren Flugpreisen, Kreuzfahrtschiffe locken mit attraktiven Sonderangeboten. Buchungsseiten und Vergleichsportale finden das günstigste Hotelzimmer, "Couchsurfing"- oder Unterkunft-Apps wie "Airbnb" vermitteln preisbewusste Touristen an Wohnungsbesitzer.

"Overtourism" durch Digitalisierung verstärkt

Selfies vom Städtetrip oder Fotos vom Palmenstrand gehören zum Standard-Repertoire der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken. Digitalisierung macht das Reisen noch attraktiver. Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung wird durch Smartphones, Internet, Facebook und Instagram großflächig bedient.

Hilfreiche Apps wie Tripadvisor, Online-Stadtführer, GPS-Karten, Rabattsysteme, Deals und viele weitere digitale Angebote machen Reisen immer attraktiver. Bewertungsportale im Internet schaffen Vertrauen und senken die Hemmschwelle zur Buchung einer Reise.

Mögliche Lösungen

Die Touristen-Metropolen und deren Verwaltungen sind sich des Problems bewusst und arbeiten an verschiedenen Lösungen. Eine Möglichkeit ist, Reisezeiträume saisonal zu entzerren. Dabei gilt es, die Nebensaison als Reisezeitraum attraktiver zu gestalten. Man versucht auch, mehr Attraktionen im Umland zu schaffen, um die Menschenmassen breiter zu streuen. Kreuzfahrtschiffe können, wenn sie gezielter koordiniert werden, weniger Andrang in den Städten verursachen.

"Airbnb" und "Couchsurfing"-Apps sind ein gutes Geschäft für die Anbieter von Wohnraum, allerdings ein schlechtes für die Bewohner der Städte und die Hotelbranche. Während sich klassische Hotels gegen diese stark wachsende Konkurrenz durchsetzen müssen, leiden Wohnungssuchende besonders darunter: Für sie wird das Angebot an Wohnraum knapp, die Preise schnellen in die Höhe. Amsterdam und Berlin beispielweise arbeiten daran, "Airbnb" zu regulieren. Für einen fairen Wettbewerb sollen dieselben Steuern und Regularien gelten wie für Hotels. Die kroatische Stadt Dubrovnik arbeitet zum Beispiel an einer App, die den Reisenden anzeigt, wo im Moment mehr, und wo weniger los ist. Das soll zu einer besseren Verteilung der Touristen in der Stadt führen.

Weitere Themen

US-Präsident Trump am Rednerpult während eines Wahlkampfauftritts in West Salem, Wisconsin.

Verbraucher | Volle Kanne -
Machtkampf in den USA
 

Donald Trumps Aussichten auf eine zweite Amtszeit stehen auf der Kippe.

Videolänge:
8 min
Videoschalte von Nadine Krüger zu Marc Tüngler, Deutsche Schutzvereinigung für ‎Wertpapierbesitz

Verbraucher | Volle Kanne -
Aktienhandel leicht gemacht
 

Marc Tüngler, Deutsche Schutzvereinigung für ‎Wertpapierbesitz, über Trading-Apps

Videolänge:
9 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.