Mein erstes Aquarium

Tipps von Valentina Kurscheid

Verbraucher | Volle Kanne - Mein erstes Aquarium

Ein tropisches Süßwasseraquarium wirkt dekorativ und beruhigend zugleich. Was Sie beachten sollten, wenn Sie sich ein Aquarium zulegen wollen, erklärt Tierexpertin Valentina Kurscheid.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.03.2017, 14:00

Ein Aquarium im Wohnraum wirkt beruhigend, exotisch und dekorativ. Längst hat es seinen Ruf als spießiges Altherrenhobby verloren. Wer sich eine eigene Unterwasserwelt zulegen möchte, sollte sich vorab allerdings gut informieren. Tierexpertin Valentina Kurscheid gibt Tipps.

Über drei Millionen Zierfischbecken gibt es in deutschen Haushalten. Als trendige Dekoration findet man sie auch in Szenebars, Restaurants, Banken und Hotels. Fische, Garnelen, Schnecken, Krebse oder Frösche – je nach Art und Größe des Aquariums können unterschiedliche Tiere dort ein Zuhause finden.

Für Anfänger ist ein 80 bis 100 Zentimeter großes Becken ideal. „Es kommt aber natürlich darauf an, wie viele Fische und vor allem welche man halten möchte“, sagt Tierexpertin Valentina Kurscheid. Laut Richtwert sollte man pro Zentimeter Größe des ausgewachsenen Fisches einen Liter Wasser einplanen. Möchte man beispielsweise Schwarmfische halten, wie Neon-Fische oder große Skalare, sollte das Becken mindestens 60 Liter Wasser fassen. Zudem gibt es sowohl Meerwasseraquarien als auch Süßwasseraquarien. Für Anfänger eignet sich Süßwasser, da man in diesem Fall einfach Leitungswasser verwenden kann.

Das Aquarium einrichten

Bei Gesellschaftsaquarien braucht man zunächst einen sogenannten Nährstoffboden. Bei Barschaquarien reicht hingegen Sand oder Kies, da Barsche viel herumwühlen. Als Bodenbelag eignen sich Sand, Kies und Lava – in verschiedenen Körnungen und Farben. Es gibt auch bunt eingefärbten Kies zum Beispiel in blau, rot, grün, weiß, schwarz, gelb oder grau – der ist dann mit Kunststoff ummantelt. (Preise: ab 2 bis 5 Euro für 2,5 kg und circa 30 Euro für 25 kg)

Auch bei der Bepflanzung ist die Vielfalt groß:
Amazonaspflanzen (ca. 20 bis 30 Sorten, von 3 bis 25 Euro),
Cabomba (ca. 4 Sorten, von 2 bis 4 Euro),
Wasserfreund (ca. 25 Sorten, von 2 bis 8 Euro),
Vallisnerien (ca. 8 Sorten, von 2 bis 5 Euro) oder
Cryptocorynen (ca. 30 bis 40 Sorten, von 3 bis 15 Euro).

„Es werden leider oft Sumpflanzen für Aquarien verkauft, die nicht unter Wasser gehalten werden können, da sie in der Regel schnell verfaulen und das Wasser belasten“, weiß Valentina Kurscheid.

Pumpen und Zubehör

Pumpen sind ebenfalls notwendig. Man sollte das Wasser mit einem Aufbereiter versehen. Der bindet Chlor und schädliche Schwermetalle und gibt den Fischen einen Schleimhautschutz. Es gibt Lüfterpumpen und Filteranlagen. Lüfterpumpen sorgen für die Sauerstoffversorgung im Aquarium. „Bei einem Pflanzenaquarium wären sie aber schädlich, da sie alles an CO2 heraustreiben“, warnt die Tierexpertin. Da versorgen die Wasserpflanzen das Aquarium mit Sauerstoff. (Kosten: Von 8 bis 150 Euro) Es gibt zudem Innenfilter und Außenfilter von 20 bis 250 Euro.

Zubehör wie Schatzkisten oder Totenköpfe sind ebenfalls artgerecht und sinnvoll. Diese Dekoartikel werden von den Fischen sogar oft als Bruthöhlen benutzt. Aber Vorsicht: Keine reflektierenden Accessoires nehmen, das schadet den Augen der Tiere. „Ich finde, dass solche Sachen nicht in ein Aquarium gehören! Lieber natürliche Deko nehmen wie Holz oder Steine“, empfiehlt Valentina Kurscheid. Bevor die Fische allerdings ins Wasser dürfen, muss das Becken zwei bis vier Wochen lang vollständig eingerichtet und bepflanzt sein, das heißt, es muss „biologisch einlaufen“.

Pflege des Aquariums

Größere Becken werden einmal im Monat, kleine Becken alle 14 Tage gepflegt. Dazu die Algen mit einem sogenannten „Scheibenwischer“ entfernen. Um zu testen, ob das Wasser noch tiergerecht ist, gibt es Teststäbchen, die kurz ins Wasser getaucht werden können und deren Farbumschlag mit einer Tabelle verglichen werden kann. Sollte man in Urlaub fahren, eignen sich Zeitschaltuhren und moderne Futterautomaten. „Diese machen es möglich, dass man das Aquarium einige Tage alleine lassen kann“, weiß die Tierexpertin.

Achten Sie darauf, dass nicht zu viele Tiere im Aquarium sind und dass die Algen sich nicht zu stark ausbreiten. Dies geschieht zum Beispiel durch zu viel direktes Sonnenlicht.

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