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Mit Mikrowellen gegen Schweiß

Für viele Betroffene ist übermäßiges, krankhaftes Schwitzen eine enorme Belastung. Ein Tabuthema, gerade in der heutigen Zeit, in der gepflegtes Aussehen groß geschrieben wird. Doch was kann man dagegen tun?

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5 min
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30.06.2020
Video verfügbar bis 30.06.2021

Schwitzen hat eigentlich eine sehr wichtige Aufgabe: Es reguliert die Körpertemperatur. Denn der Schweiß auf der Haut sorgt für Abkühlung – und schützt so vor einer gefährlichen Überhitzung. Eine durchschnittliche Person kann, ohne Sport zu treiben, hart zu arbeiten oder sich in großer Hitze aufzuhalten, bereits bis zu 200 Milliliter Schweiß pro Tag verlieren. Wenn die Schweißproduktion jedoch nicht richtig funktioniert, kann Schwitzen krankhaft werden.

Krankhaftes Schwitzen

Die Schweißdrüsen funktionieren aber bei rund einer Million Menschen nicht in normalem Ausmaß. Diese Leute schwitzen übermäßig – auch wenn es kühl ist und sie sich nicht körperlich anstrengen. Die Drüsen produzieren außergewöhnlich viel Schweiß.
In solchen Fällen spricht man von Hyperhidrose - dem krankhaften Schwitzen. Das kann vor allem der Bereich unter den Achseln, die Hände, Füße, aber auch der Kopf und der Rücken betreffen.

Hoher Leidensdruck

Für die Betroffenen verursacht dieses übermäßige Schwitzen einen starken Leidensdruck. Ob am Arbeitsplatz, beim Treffen mit Freunden oder bei einer romantischen Verabredung: Das Problem ist immer präsent. Viele Betroffene ziehen sich deswegen zurück, vermeiden bewusst bestimmte Situationen oder versuchen mit dunkler Kleidung zumindest die optischen Folgen zu verstecken.

Ursache

Bei den Betroffenen ist die Steuerung des Schwitzens fehlerhaft. Das heißt, es handelt sich um ein Steuerungsproblem im vegetativen Nervensystem. Es ist ein angeborenes Problem - das krankhafte Schwitzen zieht sich in der Regel durch die Familien der Betroffenen.

Therapien

Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Methoden, die gegen das krankhafte Schwitzen eingesetzt werden. Abhängig auch davon welche Region betroffen ist. Extra starke Deos, Achselpads, die Iontophorese, also Elektro-Wasserbäder, Botox-Spritzen oder gar operative Eingriffe.
Eine neue Methode arbeitet mit Hitze, die Thermotherapie.

Thermo- oder Mikrowellentherapie

Erfunden wurde sie vor gut zehn Jahren von einem Mediziner aus den USA, Kalifornien. Sie wird bei krankhaftem Schwitzen unter den Achseln eingesetzt. Dieser Bereich wird vor der Behandlung lokal betäubt. Denn die Methode arbeitet mit etwas über 60 Grad heißen Mikrowellen. Eine Vorrichtung des Gerätes saugt die Haut - und damit die drunter liegenden Drüsen - nah an sich.

Das Prinzip ist dasselbe wie das, das wir von den Öfen aus der Küche kennen. Das Gerät sendet die Hitze von außen nach innen – und zwar in die Hautebene, in der die Drüsen sitzen. Durch die Hitze werden die Drüsen so verändert, dass sie nicht mehr funktionieren. Sie werden zerstört. Damit die Hautoberfläche nicht verbrennt, wird sie gleichzeitig durch einen Kontaktmechanismus gekühlt. Es ist also kein Schnitt notwendig. Daher gilt sie als schonendes Verfahren. Die Behandlung dauert insgesamt etwa 45 bis 60 Minuten. Die Wirkung setzt sofort ein.

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Bei hohen Temperaturen hat der Körper mit der Hitze zu kämpfen.

Nebenwirkungen

Allerdings ist mit einer Schwellung unter den Achseln zu rechnen, die in der Regel mehrere Tage andauert. In seltenen Fällen kann es auch zu Entzündungen kommen. Da die Methode noch recht neu ist, fehlen bisher echte Langzeitstudien.

Prognose

Was bisherige Untersuchungen zeigen: Rund 70 Prozent der Betroffenen sind nach einer Behandlung beschwerdefrei. Der Grund dafür ist, dass nicht alle Drüsen immer komplett erwischt werden. In solchen Fällen können sie sich wieder erholen. Dann müssen sie in einer zweiten Sitzung endgültig zerstört werden. Knapp 90 Prozent der Betroffenen – so zeigen die wenigen vorhandenen Studien – sind nach der zweiten Sitzung beschwerdefrei. Was sich ebenfalls zeigt: Die Methode scheint bei jungen Personen in einem Alter von 16 Jahren und jünger nicht gut zu funktionieren.

Was die Experten ebenfalls belegen konnten: Wenn der Schweiß unter der Achsel verschwindet, dann schwitzt man nicht an anderen Stellen mehr. Es gibt also kein Kompensationsschwitzen.

Grundsätzlich wird so behandelt, dass die Betroffenen danach so schwitzen wie andere, nicht betroffene Menschen auch. Die Achseln sollen keinesfalls komplett trocken sein nach dem Eingriff.

Eine Behandlung kostet etwa 1300 Euro, diese Kosten werden momentan noch nicht von den Kassen übernommen.

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