Pille, Schwangerschaft und Geburt

Was ist dran an den bekannten Mythen?

Verbraucher | Volle Kanne - Pille, Schwangerschaft und Geburt

Unter dem Motto "Frauensache" beleuchtet "Volle Kanne" einige gynäkologische Mythen, die sich hartnäckig halten - zum Beispiel rund um das beliebteste Verhütungsmittel: die Pille.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.10.2017, 14:00

Rund um die Themenkomplexe Verhütung (insbesondere die Pille), Schwangerschaft und Geburt ranken sich viele Mythen, Gerüchte und Halbwahrheiten. Was stimmt wirklich? Was kann man getrost ins Reich der Fabeln verweisen? Zusammen mit dem Gynäkologen Dr. Hans-Wilhelm Coenen verrät "Volle Kanne" was stimmt - und was Unsinn ist.

Die Pille ist das am häufigsten verwendete und beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland. Doch auch mehr als 50 Jahre nach ihrer Einführung ranken sich viele Gerüchte, Halbwahrheiten und Mythen um sie. Angeblich mache sie depressiv und erhöhe das Thrombose- und Brustkrebs-Risiko.

Dazu Dr. Coenen: „Natürlich ist die Pille ein Medikament. In vielen Ländern wird sie rezeptfrei abgegeben, was ich nicht gut finde. Es gibt Situationen oder Krankheiten, bei denen die Pille nicht verschrieben werden soll. Insgesamt muss man jedoch sagen, dass die Pille ein sehr gut verträgliches Medikament ist und die wirklich gefährlichen Nebenwirkungen wie eine Lungenembolie oder eine tiefe Beinvenenthrombose sehr selten sind.“

„Wir reden von einem 0,03-prozentigen Thromboserisiko. Die Darstellung in den Medien war leider sehr reißerisch und wenig objektiv, die Folge war ein panisches Pillenabsetzen und leider auch ungewollte Schwangerschaften. Wir sehen im Moment einen Run auf die nichthormonellen Verhütungsmethoden, wobei die natürlich auch ihre Risiken haben. Wir als Frauenärzte sind gefordert, die Beratung unserer Patientinnen etwas objektiver zu gestalten. Und wir haben nichts davon, wenn wir die Pille verschreiben.“

Macht die Pille depressiv?

Hierzu erklärt Dr. Coenen: „Jedes Medikament hat Nebenwirkungen, natürlich auch die Pille. Die meisten Patientinnen vertragen die Pille nach anfänglichen Zwischenblutungen ohne Probleme. Es gibt jedoch auch Frauen, die mit der Pille nicht zurechtkommen, typische Nebenwirkungen sind Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Nicht zu unterschätzen ist auch ein Libidoverlust - also schlichtweg keine Lust mehr auf Sex. Diese Nebenwirkungen kann man nicht im Vorfeld erkennen. Das kann übrigens bei jeder Pille auftreten. Da hilft gegebenenfalls nur ein Wechsel auf ein anderes Präparat oder die Umstellung auf eine andere Verhütungsmethode. Wichtig jedoch ist: viele Probleme treten nur am Anfang auf und nach ein bis zwei Zyklen haben sich die Probleme verflüchtigt.“

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