Nachhaltige Bewässerung

Gerade in trockenen Sommern wie in diesem Jahr brauchen Pflanzen im Garten sehr viel Wasser. Wer beim Gießen Regenwasser verwendet, spart nicht nur Kosten, sondern schont auch die Umwelt.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.08.2019

Gerade in trockenen Sommern brauchen die Pflanzen im Garten sehr viel Wasser. Bewässert man die Pflanzen nur mit Leitungswasser, kann das die Kosten schnell in die Höhe treiben. Eine günstigere und vor allem nachhaltige Lösung ist deshalb Regenwasser.

Vorteile von Regenwasser

Die Nutzung von Regenwasser spart nicht nur Kosten, sondern schont auch die Pflanzen, denn es ist frei von Desinfektionszusätzen, Kalk oder Eisen, die regional im Wasser gelöst sind. Wasser aus der Leitung ist hingegen sehr kalt und kann bei größerer Entnahme aus dem Schlauch für die Pflanzen ein Temperaturschock sein. Wer Regenwasser verwendet, entlastet außerdem das Kanalnetz und die Kläranlagen und seine Rückhaltung kann dem Hochwasserschutz dienen.

Wassergewinnung

Die Entnahme von Wasser aus Bächen und Flüssen ist nicht gestattet, daher ist der beste Weg, um Regenwasser zu gewinnen, die Nutzung der Dachflächen. Dort wird das Niederschlagswasser ohnehin in Fallrohre abgeleitet. Da sich auf dem Dach Staub oder in der Regenrinne auch Laub sammelt, sollte man das Wasser bereits vor dem Sammeln reinigen, beispielsweise mithilfe von Gittern oder Laubfangnetzen. Regenrohre haben fast immer einen Durchmesser von 100 Millimetern und passen normgerecht an alle gängigen Anschlüsse. An solchen Rohren kann man eine Ableitung installieren. Im einfachsten Fall ist das eine Klappe, die manuell geöffnet oder geschlossen werden kann. Je nachdem, ob das Wasser oberirdisch in ein Fass oder unterirdisch in einen Tank geleitet wird, können auch schon bei der Entnahme aus dem Regenrohr weitere Reinigungsstufen eingesetzt werden. Regenwasser fließt – außer bei Extremniederschlägen – immer an der Rohrinnenwand entlang. Wird daher mit intelligenten Lösungen bei der Entnahmestelle gearbeitet, können grober Schmutz oder Blätter, die in das Rohr fallen, direkt vor Ort entfernt werden.

Regentonne und Gießkanne im Garten
Quelle: imago/ f8 das Bild

Zum Befüllen von Regenfässern wird in das senkrechte Fallrohr eine Entnahmestelle eingebaut. Wird diese erst dann geöffnet, wenn es schon eine Zeit lang geregnet hat, ist das Wasser so gut wie schmutzfrei. Bei Erdtanks wird das Regenrohr unterirdisch angezapft. Dann empfiehlt sich ein beruhigter Einlauf, in dem sich gröbere Schmutzpartikel schon vor der Einleitung in den Tank absetzen können. Die Sammelstellen haben stets einen Überlauf, damit kein Wasser daneben austritt, sondern der Überschuss ins Regenrohr zurückgeleitet wird.

Speichermöglichkeiten

Regenwasser kann in praktisch allen wasserdichten Gefäßen gelagert werden, sofern sie lichtundurchlässig sind, sonst bilden sich Algen. Vom Regenfass bis zum Erdtank gibt es viele verschiedene Speichermöglichkeiten. In jedem Fall sollten die Regentonnen aber einen Deckel haben, damit weder Schmutz noch Tiere hineinfallen können. Speziell Katzen und Vögel sind gefährdet. In offenen Fässern brüten außerdem Moskitos! Für größere Wassermengen empfiehlt sich ein Erdtank. Dieser kann speziell bei Neubauten derart dimensioniert werden, dass Regenwasser auch für den Hauswassergebrauch genutzt werden kann. Bei entsprechender Reinigung erreicht man sogar Trinkwasserqualität.

Speziell zum nachträglichen Einbau oder auf Böden, die von Felsen unterlagert sind, empfehlen sich Flachtanks. Diese Flachtanks sind für den üblichen Gebrauch belastbar, können also unter dem Rasen oder unter einer nicht zu schweren Terrasse verbaut werden, ohne Schaden zu nehmen.  Flachtanks fassen bis zu 2000 Liter je Einheit und können fast beliebig erweitert werden. Aber auch ein Gartenteich kann bei intelligenter Konzeption als Wasserspeicher für die Gartenbewässerung herhalten, dann sollte man aber Wasserspiegelschwankungen im Flachwasserbereich einplanen.

Wasserentnahme

Um schließlich an das Wasser zu gelangen, gibt es viele Möglichkeiten. Die einfachste ist, einen Wasserhahn am unteren Ende des Regenfasses anzubringen. Dazu muss das Fass so hoch aufgebockt sein, dass eine Gießkanne darunter passt. Komfortabler ist es allerdings, das Wasser mit einer Pumpe zu fördern. Je nach benötigter Menge und je nach Komfort gibt es auch da verschiedene Lösungen. Eine einfache ist eine Pumpe, die man am Rand des Regenfasses einhängen kann und bei Bedarf in die Steckdose steckt. Daran kann beispielsweise auch ein Wasserschlauch angeschlossen werden. Die Pumpe muss man aber nach Gebrauch wieder stromlos schalten. Bei größeren Wassermengen lohnt sich eine größere Pumpe, die dauernd am Strom hängt und sich mittels eines Druckschalters einschaltet, sobald Wasser entnommen wird. Sie muss nur im Winter oder bei längeren Pausen, z.B. Urlaub, vom Netz genommen werden. Mit solchen Pumpen kann man dann sogar problemlos einen Rasensprenger betreiben.

Für Gartenanlagen, die keinen Stromanschluss haben, wie zum Beispiel Schrebergartensiedlungen, gibt es auch benzinbetriebene, handliche Wasserpumpen zu kaufen. Letztendlich ist aber auch eine normale Teichpumpe dazu geeignet, Wasser aus dem Gartenteich zur Bewässerung zu fördern, allerdings ist dann der Druck nicht so hoch.

Weitere Garten- und Pflanzentipps

Mick Wewers in Aktion

Verbraucher | Volle Kanne - Urban Gardening

Volle-Kanne-Handwerksprofi Mick Wewers besucht ein Projekt zur Stadtbegrünung.

Videolänge:
13 min
Himbeerstrauch

Verbraucher | Volle Kanne - Beerenobst

Anja Koenzen verrät, wie sich Himbeere, Johannisbeere und Co. kultivieren lassen.

Videolänge:
8 min
Distel mit Schmetterling.

Verbraucher | Volle Kanne - Prächtige Stauden

Pflanzenexperte Elmar Mai gibt Tipps zu Pflanzung und Pflege.

Videolänge:
7 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.