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Nachhaltiger Weihnachtsbaumkauf

Tipps von Elmar Mai

Alle Jahre wieder werden allein in Deutschland etwa 20 Millionen Weihnachtsbäume verkauft; viele von ihnen werden unter prekären Bedingungen gezüchtet. Pflanzenexperte Elmar Mai weiß, wie man den Tannenkauf nachhaltig gestalten kann.

6 min
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05.12.2019
05.12.2019
Video verfügbar bis 05.12.2020

Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben bewiesen, wie sehr die Natur auf Veränderungen reagiert. Viele Jungbaumanlagen sind schlichtweg verdorrt. Das wirkt sich nicht nur auf die Preise aus, sondern hat auch ökologische Folgen. Tipp: Wenn man einen deutlich kleineren Baum kauft und ihn erhöht im Zimmer aufstellt, dann spart das nicht nur Geld, sondern schont durch kürzere Kulturzeiten auch Anbauflächen und ist somit ein richtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Nordmanntannen benötigen viele Jahre in Kultur, bis sie Verkaufsgröße erreichen und blockieren die Fläche auch lange.

Regional kaufen

Ein Großteil der Weihnachtsbäume stammt aus Deutschland, aber die Anbaugebiete sind regional konzentriert, etwa auf das Sauerland, und die Bäume haben innerhalb Deutschlands zum Teil weite Wege vor sich. Hinzu kommt, dass das Gesamtanbaugebiet für Weihnachtsbäume in Deutschland etwa so groß ist, wie die Fläche Berlins, also im Hinblick auf das Klima erheblich. Will man beim Weihnachtsbaumkauf auf Nachhaltigkeit setzen, können daher Bäume aus der Durchforstung heimischer Wälder eine Alternative sein, denn sie sind quasi "Abfall" fachgerechter Waldarbeit und stammen aus der Region, das heißt, sie haben keine langen Transportwege hinter sich.

Wer keinen "toten" Baum für ein kurzzeitiges Event auf dem Gewissen haben möchte, kann auch einen schwach wachsenden Nadelbaum im Kübel kaufen. "Allerdings nicht einen mit Wurzeln vom Weihnachtsmarkt, denn die sind brutal gerodet und mit Wurzelresten in einen Topf gedrückt, sondern einen aus der Baumschule", rät Pflanzenexperte Elmar Mai. Das ist zwar teurer, aber auf mehrere Jahre gerechnet die mit Abstand preiswerteste Variante, und man hat das ganze Jahr etwas davon. Solche Bäume sollten aber nur kurzzeitig ins warme Zimmer geholt werden.

So erkennt man die "Frische" des Baums

  • Schütteltest: den Baum kräftig schütteln. Ein frischer Baum verliert keine Nadeln.
  • Kratztest: ein Stückchen Rinde abkratzen. Das Holz eines frischen Baums ist darunter noch feucht.
  • Streichtest: von innen nach außen über die Nadeln streichen. Der frische Baum behält seine Nadeln.
  • Gewichtstest: Frische Bäume sind noch voll im Saft und deutlich schwerer als schon lange gerodete.

Wie bleibt der Baum möglichst lange frisch?

Elmar Mai empfiehlt, sich für einen Baum zu entscheiden, der von Natur aus wenig nadelt: "Nordmanntannen, Edeltannen und Blaufichten sind zwar deutlich teurer als die übliche ‚Weihnachtsfichte‘, doch die Anschaffung lohnt sich, weil diese Bäume nicht nur weniger nadeln, sondern auch schöner wachsen." Nach dem Kauf muss der Baum sofort frisch angeschnitten (einen Zentimeter) und in einen Eimer Wasser gestellt werden. Wichtig ist auch, den Baum kühl zu lagern und erst kurz vor dem Aufstellen ins Zimmer zu holen.

Die Bäume trocknen im Zimmer schnell aus. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern vor allem auch ein Sicherheitsrisiko. Trockene Bäume stellen eine erhöhte Brandgefahr dar, vor allem bei der Verwendung von Wachskerzen. Trockene Bäume können regelrecht explodieren, weil sie viel Harz enthalten – deshalb die Bäume immer gut wässern. Elmar Mai schildert ein weiteres Problem: "Um einen Weihnachtsbaum aufzustellen, spitzen viele den Stamm an und entfernen dabei die Rinde. Doch genau das sollte man nicht tun. Ein Baum kann nur Wasser aufnehmen, wenn die Grenzschicht zwischen Holz und Rinde intakt bleibt."

Lösung: Weihnachtsbaum aufstellen

Mittlerweile gehen viele Weihnachtsbaumhändler dazu über, den Baumstamm von unten in der Mitte der Schnittstelle zentriert anzubohren, um ihn in einem speziellen Weihnachtsbaumständer auf einen passenden Dorn aufzustecken.

Dadurch entfällt das lästige Schrauben und die Schnittstelle bleibt im kritischen Bereich völlig intakt. Das verharzte Stammende aber sollte man absägen, bevor der Baum in einen Christbaumständer gesteckt wird. Der Ständer hat eine Mulde für Wasser, das dann täglich nachgefüllt werden muss.

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