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Verkehrsgefahr Nachtblindheit

Wer an Nachtblindheit leidet sieht im Dunkeln sehr schlecht bis gar nichts. Dafür können unterschiedliche Erkrankungen verantwortlich sein. Aber: Die allerwenigsten, die nachts schlechter sehen, haben tatsächlich eine „echte“ Nachtblindheit.

22.02.2017
22.02.2017
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Für unsere Sehfähigkeit sorgen zwei Sinneszellen in der Netzhaut: Die Zapfen sind für das farbige Sehen tagsüber zuständig, die Stäbchen für das Sehen im Dunkeln.

Bei der angeborenen Nachtblindheit (beispielsweise die Retinitis Pigmentosa) ist die Funktion der Stäbchen von Geburt an beeinträchtigt. Das Sehen verschlechtert sich unaufhaltsam, bis man nachts nichts mehr sieht. Eine Therapie gibt es nicht. Allerdings ist die vererbte Form sehr selten.

Im Zuge anderer Erkrankungen

Neben der angeborenen Nachtblindheit gibt es noch die erworbenen Formen - so können die Stäbchen im Verlauf verschiedener Erkrankungen beschädigt oder gar zerstört werden. Ein Beispiel hierfür ist Diabetes. Hier kann eine Therapie nur bedingt helfen, in der Regel verschlechtert sich die Sehleistung bei Nacht zusehends, sodass letztendlich das Autofahren im Dunkeln eingestellt werden muss.

Beim grauen Star ähneln die Symptome denen einer Nachtblindheit – es ist aber keine. Die Betroffenen fühlen sich besonders durch entgegenkommende Scheinwerfer gestört, da durch die Linsentrübung das Scheinwerferlicht verstärkt gestreut wird. Eine Operation des grauen Stars kann Betroffenen helfen.

Doch nur eine gewöhnliche Sehschwäche

Netzhauterkrankungen, die zur Nachtblindheit führen, sind sehr selten. Der Grund, warum viele Menschen dennoch nachts beim Autofahren schlecht sehen, liegt in den allermeisten Fällen an einer klassischen Sehschwäche. Besonders häufig ist die sogenannte Nachtkurzsichtigkeit (Nachtmyopie). Typische Anzeichen sind, wenn in der Dunkelheit Umrisse und Schriften auf Schildern unscharf werden oder die Scheinwerfer entgegenkommender Autos blenden.

Die Kurzsichtigkeit vom Tage verstärkt sich nachts um bis zu - 0,5 Dioptrien. Das hängt damit zusammen, dass sich im Dunkeln die Pupillen weiten.
Personen, die aufgrund ihrer Kurzsichtigkeit bereits tagsüber eine Brille tragen, bemerken ihre Sehschwäche im Dunkeln umso mehr. Doch es kann auch Personen treffen, die bei Tageslicht keine Brille tragen. Eine leichte Kurzsichtigkeit bemerkt man tagsüber oft nicht, da die Augen bei Helligkeit mit mit leichten Sehfehlern noch gut zurechtkommen. Erst im Dunkeln machen sich die Probleme dann bemerkbar.

Eine Brille nur für nachts

Eine möglichst genau angepasste Brille kann helfen. Verschlechtert sich die Sehleistung, sollte auch eine entsprechende Anpassung der Brillengläser erfolgen. Für Personen, die tagsüber ohne Brille zurechtkommen, kann eine Brille nur für die Nachtfahrten sinnvoll sein.

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Brillen, die gegen das Blenden entgegenkommender Scheinwerfer helfen können. Dabei filtern die Gläser die blauen Anteile aus dem Streulicht heraus, die für das Blenden verantwortlich sind. Es gibt preiswerte sogenannte Nachtsichtbrillen - oft mit Gelbfilter - oder hochwertige, speziell angefertigte vom Optiker.

Test beim Augenarzt

Wer bemerkt, dass er nachts Probleme beim Sehen hat oder sich unsicher fühlt, sollte einen Test beim Augenarzt durchführen. Der kann mit speziellen Geräten sehr schnell feststellen, ob eine Nachtblindheit oder eine Sehschwäche bei Nacht vorliegt. Zum Beispiel kann er mit Hilfe eines Adaptometers bestimmen, wie gut sich das Auge an die Dunkelheit anpasst.

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