Das Narkose-Einmaleins

Verbraucher | Volle Kanne - Das Narkose-Einmaleins

Rund 12 Millionen Anästhesien werden in Deutschland jährlich durchgeführt. Wie läuft die Narkose ab und was müssen Ärzte und Patienten dabei beachten?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.07.2018, 09:05

In der Anästhesie wird zwischen der Allgemeinanästhesie und der Regionalanästhesie unterschieden. Die Allgemeinanästhesie, bekannt als Narkose, schaltet das Bewusstsein und Schmerzempfinden im ganzen Körper aus. Bei der Regionalanästhesie werden nur Teile des Körpers betäubt.

Verhaltensregeln vor einer Vollnarkose sind wichtig, damit sie reibungslos überstanden wird. Sechs Stunden vor einer Anästhesie sollte nichts mehr gegessen werden und keine trüben Flüssigkeiten mehr zu sich genommen werden (z.B. Kaffee oder Tee mit Milch, Säfte). Ab zwei Stunden vor der OP sollten auch keine klaren Flüssigkeiten mehr getrunken werden – Ausnahme sind Vorbereitungstabletten, die mit etwas Wasser eingenommen werden dürfen. 

Frauen sollten sich abschminken und auch keinen Nagellack tragen, Schmuckstücke sollten auf der Station bleiben. Kontaktlinsen dürfen im OP nicht getragen werden, Brillen nur bei extremer Fehlsichtigkeit mit in den OP genommen werden.

Für einen sicheren Verlauf

Damit eine Vollnarkose so sicher verlaufen kann, wie meist der Fall, wird individuell die Medikamentenkombination dosiert. Diese besteht in der Regel aus Schmerzmittel, Schlafmittel und gegebenenfalls auch Medikamenten zur Muskelentspannung. Berechnet und zusammengestellt wird diese Kombination anhand von Faktoren wie Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht und Fitness des Patienten. Wichtig ist zum Beispiel auch zu wissen, ob Patienten Medikamente nehmen oder häufig zu Genussmitteln wie Alkohol, Zigaretten und andere Drogen greifen.

All das wird erfragt in einem Narkosevorgespräch. Dieses findet in der Regel einige Tage vor einer Operation statt – wenn eine OP langfristig ansteht, macht es auch Sinn, sehr frühzeitig den Anästhesisten aufzusuchen, um den Gesundheitszustand vor dem Eingriff zu optimieren. So können Medikamente kontrolliert abgesetzt oder verändert werden, mit dem Rauchen aufgehört oder der Fitnesszustand verbessert werden. All das senkt zusätzlich das Risiko von Komplikationen oder Nebenwirkungen.

Der Ablauf

Der Beginn einer Vollnarkose sieht in der Regel wie folgt aus: Am Tag der Operation (oder Untersuchung unter Vollnarkose) werden zunächst Medikamente verordnet, die das Einleiten der Anästhesie erleichtern. Es handelt sich dabei um Schmerz- und Beruhigungsmittel. Je nach Patient werden unter Umständen auch Medikamente zur Magensäure- oder Speichelhemmung gegeben.

Anästhesie-Monitor
Auf dem Monitor überwacht der Anästhesist diverse Parameter. Quelle: imago/Westend61

Kurz vor Beginn der Operation (oder Untersuchung) beginnt der Anästhesist mit den Vorbereitungen. Es wird ein EKG angelegt, um die Herztätigkeit zu überwachen, ebenso wie eine Blutdruckmanschette, um den Druck zu messen. Auch ein Messgerät am Finger ist notwendig – dieses zeigt die Sauerstoffsättigung des Blutes. Danach wird am Arm oder Handrücken eine Infusion gelegt. Bei längeren Eingriffen wird ein Schlauch in die Luftröhre (Intubation) oder den Rachen (Kehlkopfmaske) gelegt, um die Atmung zu gewährleisten. Dann werden das Schlafmittel (Hypnotikum), das Schmerzmittel (Analgetikum) und gegebenenfalls noch ein Mittel zur Muskelentspannung gespritzt. Langsam wird der Patient einschlafen.

 Der Anästhesist überwacht

Während der Operation ist der Anästhesist immer nah am Patienten. Er überwacht über einen Monitor ständig den Blutdruck, die Sauerstoffsättigung, den Puls und vielfach auch die Narkosetiefe. Über ein an der Stirn befestigtes EEG können die Hirnströme überwacht werden – das zeigt, wie sehr das Hirn tatsächlich im Dämmerschlaf ist.

Der Anästhesist kann das aber auch an indirekten Zeichen erkennen: Wenn der Patient schwitzt, sich bewegt oder die Herzfrequenz hochgeht, sind das auch Zeichen dafür, dass die Narkosetiefe zu niedrig ist. Ein richtiges Aufwachen während er OP, die sogenannte „Awareness“, ist äußerst selten und wird durch die gute Überwachung in den allermeisten Fällen verhindert.

Verschiedene Arten der Regionalanästhesie

Die Regionalanästhesie ist neben der Vollnarkose eine Alternative, allerdings ist sie nicht immer möglich. Hier einige Varianten:

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