Höhere Beiträge und mehr Leistungen

Neuerungen bei Gesundheit und Pflege 2016

Verbraucher | Volle Kanne - Höhere Beiträge und mehr Leistungen

Im Bereich der Gesundheit und Pflege gibt es 2016 einige Änderungen. So erhöhen zum Beispiel einige Krankenkassen die Beiträge. Christiane Grote von der Verbraucherzentrale NRW hat die Details.

Beitragslänge:
11 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.01.2017, 09:54

Seit Anfang des Jahres sind im Bereich Gesundheit und Pflege wichtige Änderungen gültig - „Volle Kanne“ mit einem Überblick.

Viele Krankenkassen haben zum Jahreswechsel an der Gebühren-Schraube gedreht. Im Schnitt erhöhen sich die Beträge um 0,2 Prozentpunkte. Dies ergibt für alle Kassen einen Beitrag von durchschnittlich 15,7 Prozent. Ein Rechenbeispiel: Wer im Monat 3000 Euro brutto verdient, muss monatlich sechs Euro mehr bezahlen. Für die Versicherten heißt das aber nicht, dass sie die Erhöhung hinnehmen müssen. Sie können von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und zu einer anderen Krankenkasse wechseln.

Dazu erklärt Christiane Grote von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Sonderkündigung heißt: Auch wenn man noch nicht 18 Monate lang Mitglied einer Kasse war, kann man jetzt kündigen und eine günstigere Krankenkasse suchen. Die Krankenkasse ist verpflichtet, eine Erhöhung des Zusatzbeitrags schriftlich anzukündigen – spätestens einen Monat, bevor der Zusatzbeitrag erstmals fällig wird. Von diesem Zeitpunkt an kann dann auch die Mitgliedschaft gekündigt werden.“ Unabhängig vom Sonderkündigungsrecht weist Christiane Grote darauf hin, dass man natürlich auch weiterhin jederzeit seine Krankenkasse wechseln kann, wenn man länger als 18 Monate bei ihr Mitglied war.

Warum wurden die Preise erhöht?

In den Anschreiben, die die Krankenkassen Ende letzten Jahres verschickt haben, wird die Anhebung der Beiträge mit den stark angestiegenen Ausgaben für das Gesundheitssystem begründet. Tatsächlich gehen Experten davon aus, dass den Krankenkassen 2016 ohne Erhöhung der Beiträge bis zu drei Milliarden Euro fehlen würden.

Der Krankenkassenbeitrag für gesetzlich Versicherte ist bei 14,6 Prozent festgeschrieben. Diesen Beitrag zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen. Erhebt die die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, müssen Arbeitnehmer diesen alleine tragen.

Positive Veränderungen im Pflegesystem

Neben den diversen Änderungen im Gesundheitssystem hat der deutsche Bundestag auch das Pflegestärkungsgesetz II beschlossen. Erste Neuerungen treten bereits jetzt in Kraft. Weitere wichtige Veränderungen, wie die Einführung der Pflegegrade werden erst 2017 wirksam. „Das Pflegestärkungsgesetz ist sicher in der Pflege die wichtigste Reform seit Einführung der Pflegeversicherung. Das darin enthaltene neue Begutachtungsverfahren, das ab Januar 2017 gilt, wird sich deutlich wahrnehmbar für die Pflegebedürftigen, ihre Angehörigen und auch die Versicherten allgemein auswirken“, so Grote.

Außerdem werde ab Januar 2016 die Pflegeberatung verbessert, erklärt Christiane Grote weiter. „Angehörige erhalten jetzt einen eigenen Anspruch auf Beratung. Das ist insofern wichtig, weil sie ja auch eigene Bedürfnisse und Problemlagen – zum Beispiel wenn es um Pflegekurse und Verhinderungspflege geht. Schulungen sollen auch in der Wohnung des Pflegebedürftigen stattfinden, wenn er es wünscht.“

Es wird einfacher

Eine weitere Änderung betrifft die so genannten Pflegenoten. Diese sollen dafür sorgen, dass auch Laien auf einen Blick einschätzen können, wie gut die Qualität einer Pflegeeinrichtung ist. Bisher hätten fast alle Einrichtungen Noten im Bereich von „eins“. Damit jedoch könnten die Einrichtungen nicht gut genug unterschieden werden, so Grote. „Deshalb sollen diese Bewertungsmaßstäbe und das Instrument, mit dem die Qualität demnächst erhoben und dann veröffentlicht werden soll, jetzt überarbeitet werden.“


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