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Schmerzhafte Nierenkolik

Wenn Nierensteine aus der Niere in den Harnleiter wandern, bleiben sie oft im Harnleiter stecken. Die Muskeln versuchen dann die Steine weiter zu transportieren, was jedoch nicht gelingt. Es kommt zu einer schmerzhaften Nierenkolik.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.12.2020

Wer wenig trinkt, sich unausgewogen ernährt, sich wenig bewegt und obendrein noch übergewichtig ist, ist ein typischer Kandidat für Nierensteine. Solange diese in der Niere bleiben, bemerkt man sie nicht. Wenn sie aber aus der Niere wandern, können sie äußerst unangenehm werden.

Ursachen

Nierensteine entstehen aus verschiedenen Substanzen, die sich im Urin befinden, wie beispielsweise Kalzium oder Harnsäure. Wenn diese Substanzen einen zu hohen Anteil im Urin erreichen, bilden sich hieraus Kristalle, aus denen Nierensteine entstehen. Die häufigsten Steinarten unter den Nierensteinen sind Kalziumoxalatsteine sowie Harnsäuresteine. Aus der jeweiligen Zusammensetzung der Steine lassen sich Rückschlüsse über die Ernährungs- sowie Lebensgewohnheiten ziehen: Während beispielsweise Zucker die Ausscheidung von Kalzium behindert, führt eine zu geringe Trinkmenge an Wasser sowie der Verzehr von purinhaltiger Nahrung und Alkohol zu einem erhöhten Harnsäurespiegel.        

Symptome

Nierensteine bilden sich in der Niere und lagern sich im Nierenbecken ab. Solange sich die Steine hier befinden, spüren Betroffene nichts. Wenn die Nierensteine jedoch in den Harnleiter fallen und so klein sind, dass sie diesen problemlos passieren können, empfinden Betroffene meist nur ein Brennen beim Urinieren. Problematisch werden Nierensteine immer dann, wenn sie so groß sind, dass sie sich im Harnleiter festsetzen. Dann kommt es zu einem Nierenstau, da der Abfluss des Urins aus der Niere unterbrochen wird. Als Folge entsteht ein Druck und es kommt ganz plötzlich zu kolikartigen Schmerzen, die von Patienten als vernichtend beschrieben werden.

Die Schmerzen, die bei einer Nierenkolik auftreten können, strahlen je nach Lage der Steine in den Unterbauch, in die Flanken oder in die Leisten- und Genitalregion. Daneben treten häufig weitere Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auf. Viele Patienten können vor Schmerzen kaum noch aufrecht gehen, andere sind von motorischer Unruhe getrieben. Wenn sich Steine festgesetzt haben, können sie in einigen Fällen von alleine wieder abgehen. In diese Fällen hören die Symptome ganz plötzlich von alleine wieder auf. Sollten die Steine aber nicht abgehen, ist ein urologischer Eingriff erforderlich, um gefährliche Komplikationen zu vermeiden.   

Diagnose

Die Diagnose wird zunächst anhand der vorliegenden Beschwerden gestellt. Zur weiteren Untersuchung gehören bildgebende Verfahren, wie die Ultraschalluntersuchung. Hiermit kann der Urologe Flüssigkeitsansammlungen in der Niere, den Harnleitern und der Blase feststellen. Mittels Computertomografie lassen sich Nierensteine als weiße Flecken eindeutig lokalisieren.

Behandlung

Zunächst erhalten Patienten, die an einer Nierenkolik leiden, Schmerzmedikamente. Abgehende Nierensteine, die das Nierensystem problemlos passieren können, sind nicht behandlungsbedürftig, doch weisen in aller Regel auf das Vorhandensein weiterer Steine im Nierenbecken hin. Wenn dieser Verdacht durch eine Computertomografie bestätigt werden kann und es sich um einen oder mehrere größere Steine handelt, ist deren Entfernung ratsam bzw. erforderlich, da mit weiteren Steinabgängen und damit Koliken zu rechnen ist.

Wenn ein Harnstau besteht oder mit weiteren Steinabgängen zu rechnen ist, legen Urologen zunächst Harnleiterschienen, sogenannte Doppel-J-Stents. Diese werden, mit einem Endoskop, in den Harnleiter geführt. Die nur wenige Millimeter kleinen Schläuche können auch an einem festsitzenden Stein vorbei geführt werden und sorgen dann dafür, dass der gestaute Urin durch sie abfließen kann.

Zur aktiven Entfernung von Nierensteinen können Urologen auf verschiedene Verfahren zurückgreifen: Am häufigsten werden dabei die Ureterorenoskopie (URS) sowie die Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL) angewendet.       

Prognose

Wer einmal an Nierensteinen erkrankt ist, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent wieder Nierensteine entwickeln. Allgemein gibt es jedoch Möglichkeiten, das Auftreten von Nierensteinen zu verhindern. Hierzu gehört eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf purinreiche Kost, Zucker und Alkohol sowie regelmäßiger Sport.    

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