Essen wie die Jäger und Sammler

Was ist Paleo-Ernährung?

Verbraucher | Volle Kanne - Essen wie die Jäger und Sammler

Zurück zum Speiseplan der Jäger und Sammler - darum geht es bei Paleo. Jens Freese vom Institut für Natursport und Ökologie der Kölner Sporthochschule stellt den Kern der Ernährungsweise vor.

Beitragslänge:
1 min
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Video verfügbar bis 17.01.2017, 16:25

"Paleo" heißt ein neuer Ernährungstrend, der sich mit den Speisen unserer Vorfahren befasst. Anhänger dieser Ernährung essen nur Nahrungsmittel, die zur Zeit der Jäger und Sammler verfügbar waren. Für viele ist diese Ernährung zur Lebensphilosophie geworden.

Bei der Paleo-Diät (entlehnt aus dem Begriff „Paläolithikum“, der Altsteinzeit) kommen Lebensmittel auf den Tisch, die es so oder so ähnlich schon in der Steinzeit gab: viel Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst, Nüsse, Honig und gesunde Fette. Auf Milchprodukte, Zucker, stark verarbeitete pflanzliche Fette und künstliche Zusatzstoffe wird verzichtet. All das hatten die Menschen nämlich erst, nachdem sich Ackerbau und Viehzucht verbreitet hatten.

Auch Getreide und Hülsenfrüchte sind auf dem Speiseplan tabu. Die Paleo-Anhänger begründen dies damit, dass vor allem Getreide sogenannte Anti-Nährstoffe enthält, die krank und dick machen sollen. Mit diesen Stoffen sind etwa Glutene gemeint.

Zivilisationskrankheiten entgegen wirken

Die Anhänger dieser Ernährungsform sind überzeugt, dass sich die menschliche Spezies zu intelligenten Wesen entwickelte, als ihre Ernährung genau auf diesem „Jäger und Sammler“-Prinzip basierte. Zudem sei die biologische Grundausstattung des menschlichen Körpers auf die damalige Ernährungsweise abgestimmt.

Ausgrabung, Archäologie, Steinzeit
Paleo: Essen wie in der Steinzeit

Mit der Industrialisierung begann sich die Ernährungsweise grundlegend zu verändern. Gerade neuartige Lebensmittel machen dick und krank und haben typische Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Allergien oder Übergewicht zur Folge. Diese Erkrankungen zeigen, dass die heutige westliche Ernährung für die Gesundheit nicht von Vorteil sei. Der Konsum von unverarbeiteten Lebensmitteln ist für den Menschen gesünder als stark verarbeitete Lebensmittel, die durch industrielle Massenproduktion auf dem Speiseplan vieler stehen. Die Steinzeit-Ernährung, basierend auf qualitativ hochwertigen tierischen Proteinen, viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Ist der Getreideverzicht sinnvoll?

„Grundsätzlich ist eine zuckerarme Ernährung und die Aufnahme von wenig bis gar nicht verarbeiteten Lebensmitteln sehr positiv“, sagt Ernährungsexpertin Brigitte Bäuerlein. „Generell auf Getreide oder Hülsenfrüchte zu verzichten, macht jedoch meiner Meinung nach keinen Sinn.“ Denn Getreide enthalte Eiweiße und Ballaststoffe, die gesund für den Körper und positiv für die Ernährung sind.

Zudem sei bedenklich, dass diese Ernährungsform sehr fleischlastig ist. Zu viel Fleisch zu konsumieren, könne Gicht und Gelenkerkrankungen auslösen und den Fettstoffwechsel belasten, so Bäuerlein.

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