Tückische Parodontitis

Erst Zahnfleischbefall dann Knochendefekt

Verbraucher | Volle Kanne - Tückische Parodontitis

Unbemerkt schreitet die Parodontitis über Jahre hinweg bis zum Kieferknochen fort und führt unbehandelt zum Zahnverlust. Gute Mundhygiene und regelmäßige Zahnreinigungen helfen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.05.2017, 10:05

Parodontitis ist der Hauptgrund für Zahnverlust. Doch eine beginnende Parodontitis ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die Bakterien befallen den Zahnhalteapparat. Schreitet die Krankheit fort, wird auch der Knochen befallen. Gute Mundhygiene und regelmäßige Zahnreinigungen pro Jahr sind alles, was man gegen die Krankheit tun kann.

Eine Parodontitis ist eine bakterielle Infektionserkrankung. Bei dieser Erkrankung befallen Bakterien den Zahnhalteapparat, das heißt den Bereich, wo der Zahn im Kiefer verankert ist. Unbemerkt schreitet die Parodontitis über Jahre hinweg bis zum Kieferknochen fort und führt unbehandelt zum Zahnverlust. Eine Parodontitis ist per Tröpfcheninfektion übertragbar, das heißt durch zum Beispiel Niesen, Husten oder den Gebrauch des gleichen Glases oder Bestecks. Heute ist die Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust.

Auslöser einer Parodontitis sind verschiedene Bakterien. Nimmt deren Anzahl im Mund zu, kann die Krankheit ausbrechen. Dies ist bei schlechter Mundhygiene besonders häufig der Fall. Außerdem begünstigen zum Beispiel Rauchen oder Stress die Entstehung einer Parodontitis.

Bakterien dehnen sich beschwerdefrei im Mund aus

Das Tückische an einer Parodontitis ist, dass sie sich über viele Jahre hinweg beschwerdefrei im Mund ausdehnen kann. Dabei befällt sie zunächst das Zahnfleisch. Dieses geht im Laufe der Zeit stark zurück, der Zahn verliert an Halt. Schreitet die Krankheit fort, wird auch der Knochen befallen, ein Knochendefekt entsteht. Der Zahn verliert immer mehr an Halt, bis er nach einigen Jahren droht auszufallen. Erst in diesem letzten Stadium hat der Patient sichtbares Zahnfleischbluten.

Die Diagnose lässt sich im Frühstadium nicht mit bloßem Auge treffen. Daher übernimmt die gesetzliche Krankenkasse alle zwei Jahre die Parodontalsondierung. Dabei misst der Zahnarzt die Zahnfleischtasche jedes Zahnes an bis zu vier Stellen mithilfe einer Sonde. Eine Tiefe von zwei bis drei Millimetern ist normal. Ab einer Taschentiefe von vier bis fünf Millimetern spricht man von einer leichten Parodontitis, die mit einer kurzen Behandlungstherapie in der Regel vollständig beseitigt werden kann.

Behandlung des Zahnfleisches

Liegt eine leichte Parodontitis vor, genügt eine geschlossene Zahnfleischbehandlung. Hierbei bekommt der Patient im Abstand von zwei Wochen eine professionelle Zahnreinigung. Die ersten beiden Zahnreinigungen unterscheiden sich nicht von gewöhnlichen Zahnreinigungen ohne parodontalen Befund. Bei der dritten Zahnreinigung werden zusätzlich Zunge und Wange desinfiziert. Außerdem wird das Zahnfleisch betäubt, und der Zahnarzt geht mit speziellen Instrumenten über die Zahnfleischtasche bis zur Zahnwurzel, um diese oberflächlich von Bakterien zu reinigen.

Liegt eine fortgeschrittene Parodontitis vor, muss häufig eine offene Zahnfleischbehandlung durchgeführt werden. Hierbei folgt nach den anfänglichen beiden Zahnreinigungen eine sogenannte offene Reinigung der Zahnwurzeln. Dafür macht der Zahnarzt seitlich vorne und hinten einen Schnitt im Zahnfleisch und klappt das Zahnfleisch zur Behandlung und Reinigung auf.

Die richtige Putztechnik

Wer gesunde Zähne hat, erhält diese am besten durch zweimaliges Zähneputzen pro Tag. Für einen ausreichenden Kariesschutz braucht es mindestens ein Gramm Zahnpasta. Empfohlen wird, zweimal täglich drei Minuten die Zähne zu putzen. Zwei Minuten sollte man auf jeden Fall durchhalten, sonst wirkt das Fluorid nicht. Entscheidend beim Putzen ist vor allem die richtige Technik.

Am besten legt man eine Reihenfolge fest, die man grundsätzlich beim Zähneputzen einhält: Auf alle Fällen müssen die Zahnflächen, Vorder- und Rückseite und Kauflächen berücksichtigt werden. Zu kraftvolles Putzen kann die Zähne schädigen: Daher sollten Sie ein Gefühl für den Druck bekommen. Testen Sie es an der Küchenwaage: Drücken Sie mit der Zahnbürste so fest, dass die Waage 150 Gramm anzeigt - dann ist der Druck ideal.

Zusätzlich sollte täglich Zahnseide und evtl. auch eine Interdentalbürste benutzt werden. Der Gebrauch von antibakterieller Mundspülung sowie eine zweimalige professionelle Zahnreinigung pro Jahr sind ebenfalls empfehlenswert.

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