Pfeiffersches Drüsenfieber

Kuss-Krankheit: Übertragung durch Speichel

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95 Prozent aller Deutschen infizieren sich bis zum 30. Lebensjahr mit dem Epstein-Barr-Virus. Dieses Virus ist Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Übertragen wird sie durch Speichelkontakt.

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5 min
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Video verfügbar bis 19.07.2017, 10:05

Schätzungsweise 95 Prozent aller Deutschen infizieren sich bis zum 30. Lebensjahr mit dem Epstein-Barr-Virus. Dieses Virus ist Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Übertragen wird die Krankheit durch Speichelkontakt – daher auch der Name „Kuss-Krankheit“. Doch bei den meisten verläuft die Erkrankung harmlos und ohne Symptome.

Da der Speichel die Übertragung sehr einfach macht, ist das Epstein-Barr-Virus extrem weit verbreitet. Auch eine Ansteckung über Husten und Niesen ist möglich. Die Epstein-Barr-Viren gelangen zuerst in den Rachenraum, wo sie diverse Zellen und einen bestimmten Typ weißer Blutkörperchen befallen. In den nächsten Wochen vermehren sich die Viren und gelangen dann über das Blut in die Mandeln, Lymphknoten, sowie in die Leber und Milz. In der Folge können dann Lymphknoten, Hals, Milz und Leber anschwellen.

Die Symptome ähneln einer Erkältung: Vor allem Fieber und geschwollene Lymphknoten. Ebenso: Glieder- und Kopfschmerzen, ein angeschwollener Hals, Schluckbeschwerden, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und starke Halsschmerzen. Oft tritt noch eine Mandelentzündung auf, erkennbar an dem grauen Belag auf den Mandeln. Neben diesen klaren Anzeichen führt der HNO-Arzt zur Diagnose immer noch einen Schnelltest durch. Dieser kann das Virus im Blut eindeutig nachweisen.

Nicht jeder erkrankt

Auch wenn 95 Prozent der Bevölkerung das Virus in sich tragen, bricht die Krankheit nicht bei allen aus. Wenn, dann passiert das häufig im Kindesalter, wo sie meist als Erkältung fehlinterpretiert wird. Bei Jugendlichen äußern sich die Symptome meist deutlicher, je nachdem wie gut das Immunsystem aufgestellt ist, kann es aber auch in diesem Alter eher einer Erkältung ähneln oder aber stärkere Symptome zeigen.

Viel Ruhe für den Körper

Es gibt keine kausalen Medikamente gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber. Das allerwichtigste ist den Körper möglichst viel zu schonen. Ruhe, absolute Ruhe ist das oberste Gebot, um dem Körper die Chance zu geben, mit dem Virus selber fertig zu werden. Treten zusätzlich bakterielle Infektionen auf, verabreichen die Ärzte Antibiotika. Ebenso kommen gegen die Schmerzen oder den geschwollenen Hals Medikamente zum Einsatz. Aber die Krankheit muss der Körper letztendlich selber besiegen. Normalerweise ist das Pfeiffersche Drüsenfieber nach drei bis sechs Wochen überstanden.

Bei rund fünf Prozent der Erkrankten ist das Pfeiffersche Drüsenfieber nicht nach drei bis sechs Wochen vorbei. Bei ihnen kann die Krankheit vier, sechs, acht oder gar zwölf Monate andauern. Diese Form beobachten Mediziner immer wieder bei Leistungssportlern oder bei denjenigen, die ihren Körper nicht ausreichend schonen und zu früh wieder mit Belastungen anfangen. Diese Langzeit-Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist allerdings nicht zu verwechseln mit der chronischen Form. Die ist in Deutschland eine absolute Ausnahme und letztendlich auch nicht wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen.

Gefahr der Ansteckung

Während der Erkrankung sind die Betroffenen hoch ansteckend. Nachdem das Pfeiffersche Drüsenfieber abgeheilt ist, ändert sich das aber wieder. Die Viren bleiben ein Leben lang im Körper. Der Betroffene ist aber nicht infektiöser als die 95 Prozent der Bevölkerung, die das Virus in sich tragen, aber nicht daran erkrankt sind. Wer die Erkrankung einmal durchgemacht hat, kann so gut wie immer sicher sein, sie nicht ein zweites Mal zu bekommen.

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