Pflanzen als Geschenk

Tipps von Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Pflanzen als Geschenk

Wer Pflanzen verschenken will, sollte wissen, ob der Beschenkte einen grünen Daumen hat. "Volle Kanne"-Gartenexperte Elmar Mai zeigt, welche Pflanzen zu welchem Pflegetyp passen.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.12.2016, 10:09

Pflanzen sind ein Geschenke-Klassiker. Doch nicht alle Pflanzen sind genügsam und verzeihen Pflegefehler. Deshalb ist es besser, man weiß vorher, wie intensiv der Beschenkte sich den Pflanzen widmen kann – und sucht das Geschenk dementsprechend aus. „Volle Kanne“-Planzenexperte Elmar Mai hat Geschenke-Tipps zusammengestellt.

Manche Menschen kümmern sich mit Hingabe um ihre Pflanzen, andere können gar keine Zeit dafür aufbringen, schätzen es aber dennoch, ein wenig Grün in der Wohnung zu haben. Sollen es Pflanzen als Geschenk sein, ist es wichtig zu wissen, welche Pflanzenarten sich für welchen Typ eignen. Denn nur so hat der Beschenkte lange Freude daran.

Pflegeintensiver Weihnachtsstern

Pflanzen, die Fingerspitzengefühl brauchen, sind zum Beispiel Weihnachtssterne.
Sortenvielfalt und Wuchsformen sind enorm: Vom klassischen Kirschrot und vielen weiteren helleren und dunkleren Rottönen über Rosa und Creme bis hin zu einem reinen Blütenweiß; offene Sternformen sind genauso zu bekommen wie rüschenartig gefüllte Blüten. Es kommen auch zunehmend mehr zweifarbige Sorten in den Handel. Wuchsformen können buschförmig gezogen sein, aber es gibt auch Hochstämme und Pyramiden in sehr unterschiedlichen Dimensionen.

Wie auch immer das Aussehen sein mag, die Pflege ist stets gleich. Weihnachtssterne erfordern etwas Fingerspitzengefühl und sollten jeden Tag einmal inspiziert werden. Sie mögen nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser, sollten hell, warm, berührungsfrei (die Blätter sind empfindlich!) und möglichst frei von Zugluft stehen. Dennoch ist es die derzeit meistverkaufte Zimmerpflanze in Deutschland, die auch überwiegend hierzulande produziert wird. Weihnachtssterne verbreiten ein edles Ambiente und bringen Farbe in die blütenarme Winterzeit.

Azaleen für Menschen mit grünem Daumen

Bromelie
Azaleen mögen weder zu viel noch zu wenig Wasser.

Azaleen mögen etwas kühlere Bedingungen, sind also ideal für eine Fensterbank ohne Heizkörper darunter oder eignen sich für das ungeheizte Treppenhaus. Auch hier ist die Sortenvielfalt sehr groß und auch hier gibt es Pyramiden, Hochstämmchen oder die klassische Buschform in sehr unterschiedlichen Größen. Rottöne oder alle Verläufe über Rosa zu Weiß sind die klassischen Blütenfarben, auch zweifarbige Blüten sind im Angebot. Manche Sorten punkten mit wenigen großen Blüten, andere wiederum verdecken mit einer Fülle an kleineren Blüten nahezu das Grün der Blätter. So lassen sich unterschiedliche Wirkungen erzielen.

Die Pflanzen können sehr alt werden, in manchen botanischen Gärten stehen viele Jahrzehnte alte Exemplare. Voraussetzung für ein langes Leben ist die richtige Pflege. Auch hier gilt es, regelmäßig zu kontrollieren, ob die Pflanze Wasser braucht. Dabei ist zu viel Wasser genauso schädlich wie zu wenig. Kalk im Wasser vertragen sie gar nicht, nur weiches Wasser oder Regenwasser sind geeignet. Während der Blüte im Winter ist kein Dünger erforderlich, er wird erst ab dem Frühjahr verabreicht. Im Sommer kann die Pflanze an einen geschützten Freiluftplatz umziehen und setzt dann sortenspezifisch ab September neue Knospen an. Azaleen vertragen zwar Kälte, aber keinen Frost.

Christrose für Kenner

Hellebrorus niger, wie die Christrose botanisch heißt, ist eine heimische Pflanze aus den südlichen Gegenden Deutschlands und Europas. Eigentlich ist es eine frostharte Gartenstaude, die aber auch an einem kühlen Platz im Zimmer eine Zeit lang aushält. Die rein weiße Blütenfarbe und der späte Blühzeitpunkt haben der Art den Namen Christrose eingebracht. Neuere Züchtungen überzeugen mit einer großen Blütenfülle. Die Pflanzen sind geschützt vorkultiviert und blühen daher etwas früher als in der Natur. Je kühler sie in der Wohnung stehen (in milden Nächten können sie sogar draußen stehen), desto länger hält die Blütezeit an.

Die Hochleistungssorten der Christrose sind zwar nicht für kleines Geld zu haben, sind aber genau deshalb ein Weihnachtsgeschenk mit Stil und haben einen hohen symbolischen Wert. Es ist vielleicht die Pflanze, die am ehesten mit Weihnachten assoziiert wird, die aber nach der Blüte nach draußen muss. Christrosen können danach noch viele Jahre im Garten Freude bereiten.

Anthurien und Bromelien

Bromelie
Aufsitzerpflanze Bromelie

Beides sind Gewächse der süd- und mittelamerikanischen Tropen und ideal für warme Räume. Ihre Pflege ist fast identisch, daher werden sie hier gemeinsam betrachtet, obwohl sie sich optisch stark unterscheiden. Während es von Anthurien eine fast unübersehbare Sortenfülle mit Blütendesigns für so gut wie jeden Geschmack gibt, halten sich Bromelienzüchter angesichts der großen Artenfülle der Natur weniger mit Kreuzungen auf, als mit der Selektion von robusten Arten für das Zimmer. Guzmania oder Vriesea liefern um diese Jahreszeit eine Fülle verschiedenster Arten mit sehr unterschiedlichem Aussehen, die lange blühen und leuchtende Farbaspekte in der Wohnung bilden.

Die Lebensweise von Anthurien und Bromelien ist epiphytisch, das heißt, sie leben als Aufsitzerpflanzen in den Baumkronen und sind an wechselnde Bedingungen optimal angepasst. Das macht sich in einer flexiblen Pflege bemerkbar und die Pflanzen ertragen auch mal eine kurze Pause ohne Wasser. Eine Besonderheit bei den meisten Bromelien ist ein Wassertank, so nennt sich die nach unten dichte Blattrosette, in der sich Wasser sammeln kann. Daraus beziehen die Pflanzen Dünger und Wasser. Mit diesem Trick können sie in den Baumwipfeln selbst größere Trockenzeiten überstehen. Weil in den Trichtern auch Tiere mit entsprechenden Ausscheidungen leben, wird Dünger auf natürliche Weise gewonnen. Für Terrarienfreunde sind Bromelien sicherlich ein willkommenes Weihnachtsgeschenk. Anthurien sind ebenfalls sehr langlebig und blühen oft mehrere Monate ununterbrochen. Auch sie sind für Vitrinen geeignet, wachsen aber unter normalen Zimmerbedingungen genauso gut wie Bromelien.

Amaryllis – ein Geschenk mit Spätfolgen

Wer die Geduld des Beschenkten auf die Folter spannen möchte, schenkt ihm eine Amarylliszwiebel. Je nachdem, welche Sorte es ist, kann es noch Wochen dauern, bis sie erblüht. Dann können aus der unscheinbaren Zwiebel bei guter Qualität bis zu drei Blütenstiele mit prunkvollen Blüten erscheinen. Die Sortenvielfalt ist groß und wer die Überraschung perfekt halten möchte, entfernt zunächst das Etikett, auf dem die Blüte zu sehen ist. Die Amaryllis blüht sogar, wenn man die Zwiebel einfach so auf die warme Fensterbank legt und nur gegen Umfallen sichert. Sinnvoller ist es aber, sie zur Hälfte in Erde zu stecken und vorsichtig zu gießen. So kann sie Wurzeln ausbilden und muss beim späteren Laubaustrieb nicht die ganze Kraft aus der Zwiebel verbrauchen.

Viele Händler bieten die Amaryllis auch schon getopft an, für den Ungeduldigen oder als Geschenk zum Überreichen auch blühend. Sobald die Blüten offen sind, ist es klug, sie etwas kühler zu stellen, das fördert die Haltbarkeit. Ab Mitte Mai kann der Topf mit dem grünen Laub in den Garten oder auf den Balkon umziehen und wird normal gegossen und gut gedüngt. Ab Oktober lässt man den Topf an einer dunklen Ecke austrocknen. Nur dann bildet sich die neue Blüte und das Spiel geht von vorne los.

Weihnachtskakteen für Individualisten

Kalanchoe
Kalanchoe: Die Blüten des "flammenden Käthchens" gibt es in vielen Farben.

Weihnachtskakteen sind trotz ihrer filigranen Erscheinung richtig hart im Nehmen. Äußerlich haben die Pflanzen kaum etwas mit Kakteen zu tun. Bei den Weihnachtskakteen handelt es sich um Aufsitzerpflanzen aus den brasilianischen Urwäldern mit sehr ursprünglichen Merkmalen. Die Triebglieder sind blattartig verbreitert, sattgrün und sehr zahlreich. Neben den verwandten Osterkakteen, die im Frühjahr um Ostern herum blühen, haben Weihnachtskakteen ihren Blütehöhepunkt bei uns in der dunkelsten Jahresszeit, dann ist es Sommer in Brasilien. Die auffälligen Blüten sind sehr eigenwillig geformt und erinnern auf den ersten Blick nicht an Kakteen. Sie sind in vielen Rottönen oder sogar in gelb oder weiß erhältlich. Am weitesten verbreitet ist aber rosa.

Weihnachtskakteen halten als Aufsitzerpflanzen viel aus, schließlich müssen sie auch Trockenphasen in der Natur überstehen. Die Kultur ist recht einfach und für den unzuverlässigen oder vielbeschäftigten Pflanzenfreund genau das Richtige. Selbst Trockenheit über zwei bis drei Wochen verkraften die Pflanzen. Nur während der Blütezeit sollte die Pflege aufmerksam sein und die Erde stets feucht gehalten werden. Ein helles und warmes Fenster, hin und wieder gießen, leicht düngen – mehr muss man nicht wissen.

Kalanchoe oder "flammendes Käthchen"

Seit Jahren ist ein Farbtrend zu einer interessanten Sortenvielfalt in vielen pastellfarbigen Tönen weg vom grellen Rot zu beobachten, daher ist die Kalanchoe auch vom Gartenbauverband zur Pflanze des Monats Dezember gekürt worden. Sie ist eine Art, die mit wenig Pflege auskommt und gelegentliche Trockenphasen nicht allzu krumm nimmt. Die etwas mastig-sukkulenten Blätter liefern eine robuste Grundstruktur, die fast unentwegt Blütendolden hervorbringt.

Wird die Pflanze nicht komplett vernachlässigt, lebt sie viele Jahre. Abgefallene Blätter bewurzeln sich sogar und liefern kostenlosen Nachwuchs. Die Kalanchoe wird nicht besonders groß und ist ideal für kleine Fensterbänke oder ein schönes Geschenk für den Arbeitsplatz.

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