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Pflanzenbewässerung in Abwesenheit

Wer in den Urlaub reist, möchte seine Pflanzen in einem guten Zustand wiederfinden, wenn er nach Hause zurückkommt. Welche Möglichkeiten der Bewässerung es gibt, verrät Pflanzenexperte Elmar Mai.

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5 min
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16.07.2020
Video verfügbar bis 16.07.2021

Vor Antritt des Urlaubs ist sinnvoll, die Pflanzen noch einmal reichlich mit Wasser zu versorgen, beispielsweise indem man sie in Wasser taucht. So kann der Topf das Wasser später aufnehmen. Wäre die Erde zu trocken, würde das Wasser beim Gießen von oben an der Topfwand vorbei in den Untersetzer laufen. „Je nach Dauer der Abwesenheit reicht es dann, die Pflanzen geschützt vor Verdunstung eng zusammenzustellen“, erklärt Pflanzenexperte Elmar Mai.

Dauert der Urlaub bis zu zwei Wochen, kann man die Pflanzen auch mithilfe von Glasfaserdochten feucht halten. Dazu stellt man die Töpfe erhöht in eine Wanne und führt einen oder mehrere Dochte durch das Abflussloch ein, je nachdem, wie viel Wasser die Pflanze benötigt. Die Wanne wird dann mit Wasser befüllt, ohne dass die Töpfe darin stehen und dauernass werden. Ist man häufig länger nicht zu Hause, so bieten sich Hydrokulturen mit einem großen Wasservorrat an.

Wasserversorgung bei längerer Abwesenheit

Wer länger als zwei Wochen abwesend ist, sollte Tropfsysteme mit Steuerung nutzen. Für die Bewässerung eines größeren Gartens ist ein verfügbarer Wasserhahn mit einem nachgeschalteten Bewässerungssystem ideal, da er immer Wasser liefert, ansonsten ist ein entsprechender Vorrat in einer Tonne wichtig. Die Wasserzufuhr kann über einen Computer gesteuert werden.

Für kleinere Gärten oder Balkone ist eine Zeitschaltuhr mit einer nachgeschalteten Tauchpumpe sinnvoll. Der Wasservorrat richtet sich nach dem ermittelten Verbrauch für die vorgesehene Zeit. Beide Systeme stellen für einen begrenzten Zeitraum Wasser zur Verfügung, entweder über das Öffnen des Wasserhahnes oder den Betrieb einer Pumpe - und schicken Wasser in die Leitungen samt Verteiler. Zeitdauer und Häufigkeit sind regelbar.

Bewässerung im Garten

Bei der Bewässerung der Gartenpflanzen ist auf die Beschaffenheit des Bodens zu achten. Gute, humose Gartenböden sollten nach längerer Trockenheit einmal pro Woche durchdringend gewässert werden, das heißt, mit circa 50 Litern pro Quadratmeter. Um nicht unnötig Wasser zu verschwenden, hilft ein Regenmesser, mit dem man ermitteln kann, wie viel Wasser in der letzten Zeit gefallen ist. Mit Wasser ergänzen sollte man nur das Defizit.

Sandböden sollten zweimal pro Woche, dafür mit weniger Wasser, versorgt werden, weil sonst zu viel Wasser versickert. Schwere Gartenböden sollten auch einmal pro Woche durchdringend gewässert werden, jedoch dürfen sie nicht zu viel Wasser pro Gießvorgang bekommen, sonst verschlämmen sie. Es sollten mehrere Gießintervalle eingehalten werden, damit das Wasser Zeit hat, langsam in den Boden einzudringen.

Gießen verschiedener Wurzeltypen

Tiefwurzler wie zum Beispiel Rosen gießt man in Pflanzenmitte oder in Stammnähe, damit das Wasser an der Wurzel entlang nach unten laufen kann. Weiter unten verteilt es sich ohnehin waagerecht. Normal wurzelnde Pflanzen bilden einen Wurzelteller, bei dem die Saugwurzeln am äußeren Ende liegen. „Je größer die Pflanze, desto weiter vom Stamm oder der Pflanzenmitte entfernt sollte man gießen. In unmittelbarer Stammnähe wäre das Wasser verschwendet“, weiß Elmar Mai. Flachwurzler (zum Beispiel „beliebte“ Rasenunkräuter wie Wegerich oder Gänseblümchen, aber auch diverse Gartenstauden) bilden kompakte Wurzelscheiben, die auf der gesamten Fläche Wasser aufnehmen können. Flach-, Mittel- und Tiefwurzler kann man gut in einem Beet mischen.

Rasen hat recht oberflächennahe Wurzeln, aber die Spitzen liegen trotzdem in etwa zehn Zentimetern Tiefe. Dorthin muss das Wasser gelangen. Gießt man zu wenig, fördert man das Wachstum der noch flacher wurzelnden Rasenunkräuter. Zudem strapaziert man die Gräser, weil das Wasser nicht bis zu den Wurzelspitzen gelangt. Also besser, alle drei Tage eine halbe Stunde lang wässern, als jeden Tag morgens und abends zehn Minuten zu gießen. Beim Rasen hilft auch, die Verdunstung zu reduzieren, indem man das Gras länger stehen lässt. Die langen Halme geben mehr Schatten und verhindern die Überhitzung und damit die Austrocknung des Bodens.

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