Pflege unter Palmen

Verbraucher | Volle Kanne - Pflege unter Palmen

Wenn im Alter die Gesundheit nicht mehr mitspielt - dann ist Deutschland ein hartes Pflaster: zu wenig Pflegepersonal mit zu wenig Zeit. Immer mehr Pflegebedürftige ziehen Thailand in Betracht. ZDF-Autorin Melanie Haack berichtet.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.03.2019, 09:05

Mangel an Pflegekräften und eine steigende Anzahl an Pflegefällen: Das deutsche Pflegesystem ist überlastet. Aus diesem Grund werden Alternativen zu den herkömmlichen deutschen Pflegeheimen, unter anderem in Thailand, immer beliebter.

Mittlerweile ist es möglich, auf einer der beliebtesten Urlaubsinseln Thailands betreut zu werden – ganz getreu dem Motto „Pflege unter Palmen“. Doch ist Thailand tatsächlich eine qualitativ gute und finanzierbare Option? Viele Angehörige stellen sich die Frage, was für Pflegebedürftige am geeignetsten ist.

Die Pflegeformen in der Übersicht

Bevor man sich auf die Suche nach einem Pflegeangebot macht, sollte man genau überlegen, welche Hilfe für Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft des Pflegebedürftigen notwendig ist. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von ambulanten Pflegeeinrichtungen, 24 Stunden Pflege, aktivierender Pflege, Behandlungspflege bis hin zu betreutem Wohnen.

Unterschied Pflegeheim Deutschland und Thailand

Um eine individuelle Versorgung gewährleisten zu können, benötigt ein Pflegeheim eine ausreichende Anzahl an Fachkräften. Dies stellt aufgrund des Fachkräftemangels in Deutschland ein Problem dar: Oft bleibt zu wenig Zeit, um auf die persönlichen Bedürfnisse der Pflegebedürftigen einzugehen.

„Im Gegensatz dazu, kümmern sich in Thailand durchschnittlich mehr als zwei Pflegekräfte um einen Pflegebedürftigen. Dies ist ein ausschlaggebendes Argument für viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.“, so ZDF-Autorin Melanie Haack. Sie hat sich in einer Reportage intensiv mit dem thailändischen Pflegeangebot auseinandergesetzt. Die Kommunikation stellt für Betroffene häufig kein Hindernis dar. Für demenzkranke Personen ist beispielweise vor allem der Körperkontakt, bzw. die Präsenz eines anderen Menschen, bedeutungsvoller als die Sprache.

Sind thailändische Pfleger ausreichend ausgebildet?

Thailändische Pflegekräfte erfüllen keine deutschen Standards. Die Dauer der Pflege-Ausbildung unterscheidet sich von Krankenhaus zu Krankenhaus.

ZDF-Autorin Melanie Haack berichtet über die Situation in Thailand: „Die schweizerische Besitzerin des thailändischen Pflegeheims, über das ich berichtet habe, ist selbst Kranken- und Notfallschwester, dennoch steht ausschließlich die Betreuung und Pflege klar im Fokus. Schwierige Krankheitsfälle werden somit äußerst selten aufgenommen.“

Finanzierung des Aufenthaltes

Gesundheitskarten und Geld
Teure Pflege Quelle: imago/Christian Ohde

Die Kosten für die monatliche Pflege in Thailand betragen zwischen 1700 und 3000 Euro. Während des Heimaufenthaltes im außereuropäischen Ausland haben Pflegebedürftige keinen Anspruch auf ihre Pflegeversicherung. Ambulante Pflegezuschüsse werden außerhalb Europas ebenfalls nicht gezahlt.

Über den Erhalt der Rente gibt es kein offizielles Abkommen mit Thailand. Der Anspruch muss im Einzelfall geprüft werden, wobei eine grundsätzliche Zahlung ins Ausland aber möglich ist. Zudem finanzieren die Angehörigen den Aufenthalt oft durch den Verkauf von Besitz der pflegebedürftigen Eltern. Eine Kündigung des Vertrages mit dem Sanatorium ist oft der einzige Ausweg, wenn das Geld aufgebraucht ist. Dies ist beiderseitig innerhalb von vier Wochen möglich.

Kontakt nach Thailand

In der Regel ist es schwierig, einen regelmäßigen Kontakt zu der pflegebedürftigen Person in Thailand aufrecht zu halten. Dennoch überwiegt für die Angehörigen meist die Überzeugung, dass in den Pflegezentren eine bessere Versorgung als in Deutschland gewährleistet und somit das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen gesichert ist.

Niemand kann vorab genau sagen, wie sich die persönlichen Erfahrungen entwickeln. Für zahlreiche Betroffene und Angehörige handelt es sich um einen „Sprung ins kalte Wasser“. Erfahrungen mit neuen Kulturen sollten allerdings im Idealfall bereits vorhanden sein. Wer noch nie zuvor über den Tellerrand hinausgeschaut hat, sollte einen Pflegeaufenthalt im Ausland nochmals überdenken.

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