Pflegeleichte Grabbepflanzung

Tipps von Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Pflegeleichte Grabbepflanzung

Für viele ist die Planung und Pflege der Grabbepflanzung ein Problem. Pflanzenexperte Elmar Mai gibt Tipps, wie sie durch geschickte Pflanzenauswahl Geld und Zeit sparen.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.10.2017, 14:00

Für viele Angehörige ist die Pflege von Gräbern problematisch - etwa weil sie nicht in der Nähe des Friedhofs wohnen. Wer die Bepflanzung gut plant, kann den Pflegeaufwand minimieren. Elmar Mai erklärt, worauf man dabei achten sollte.

Wer von Beginn an die richtige Pflanzenwahl getroffen hat, spart viel Arbeit bei der Grabpflege, welche dann gegebenenfalls auch in unregelmäßigen Abständen erfolgen kann. Im Laufe der Jahre wächst die Bepflanzung zu einem harmonischen Gesamtbild, das sich entsprechend der Jahreszeiten wandelt. Neben der Grabform und -größe hängt die Gestaltung natürlich auch vom persönlichen Geschmack ab. Gelungen ist eine Grabgestaltung, wenn sie – sei es durch den Grabstein oder die Bepflanzung – eine Verbindung zum Verstorbenen herstellt.

Die Pflanzen auf dem Grab sollten verschiedene Lichtverhältnisse, also Sonne und Schatten, vertragen. Sie müssen gegen den Wurzeldruck hoher Bäume konkurrenzfähig sein und auch Trockenperioden überstehen können, da regelmäßige Bewässerung nicht garantiert ist. Auch die jahreszeitlichen Aspekte wie Blüten und Früchte müssen berücksichtigt werden, um Akzente setzen zu können.

Anspruchslose Pflanzen wählen

Wer mit offenen Augen über den Friedhof geht, kann schnell erkennen, welche Pflanzen für den speziellen Standort am besten geeignet sind. Über das Gedeihen oder Verderben der Bepflanzung entscheiden viele Faktoren wie Boden, Klimazone und regionale Besonderheiten wie Licht oder Wind.

Die Erde wird von Friedhofsgärtnern geliefert. Am Anfang wird ein Grabhügel aufgeschüttet, der aber nachsackt. Deshalb sollte man mit der Anpflanzung etwas warten. Die Erde sollte zudem frei von Ruß und Torf sein. Es gibt auch Alternativprodukte aus Kompost und Rindenmulch, die von Natur aus dunkel sind. Da Friedhofserde normalerweise von eher minderer Qualität ist, müssen für Gräber recht anspruchslose Pflanzen gewählt werden.

Schnellwüchsige Pflanzen sind ungeeignet

Die Grabbepflanzung sollte man nur in Gartencentern oder Baumschulen kaufen. Dabei ist es sehr wichtig, auf Qualität zu achten. Den Jungpflanzen sieht man den späteren Wuchs noch nicht an. Schnellwüchsige Sorten sind zwar billig, aber für eine pflegeleichte Bepflanzung ungeeignet. Im Gartencenter sollte man sich zudem vergewissern, dass die Pflanzen von den typischen Friedhofschädlingen wie Schnecken, Wühlmäusen und Kaninchen verschont bleiben. Es gibt erstaunlich viele Pflanzen, die nicht von Schnecken gefressen werden. Weil dieser Aspekt aber nur einer von vielen ist, sollte man sich bei der Auswahl intensiv beraten lassen. Durch die geeignete Pflanzenwahl lassen sich mögliche Probleme beim Gießen, Düngen und Beschneiden umgehen.

Grabbepflanzung
Immergrüne Traubenheide auf einem Grab

Die Gärtnerei sollte die Möglichkeit bieten, die Pflanzen probeweise in den Originalabmessungen des Grabes so zu arrangieren, wie sie später auf dem Friedhof stehen sollen. So kann man die Wirkung überprüfen und Alternativen ausprobieren. Auch eine Skizze kann hilfreich sein.

Bei der Planung muss die Endgröße der Pflanzen berücksichtigt werden. Anfängliche Lücken lassen sich mit preiswerten Bodendeckern überbrücken. Mit dunkelgrünen und hellgrünen Pflanzen können Akzente gesetzt werden. Sinnvoll ist eine geschlossene, immergrüne Pflanzendecke, denn sie schützt den Boden vor dem Austrocknen und verhindert Unkrautwuchs.

Schnittverträgliche Zwerggehölze

Als Umrandung für Gräber ist Buchs gut geeignet, da er äußerst schnittverträglich ist. Weil dem aber ein Pilz zunehmend Probleme bereitet, können als Alternative schwach wachsende Sorten von Ilex crenata gepflanzt werden. Für die Fläche haben sich verschiedene Minisorten des Euonymus bewährt, die es mit grünen oder weiß bis gelb gescheckten Blättern gibt. All diese Zwerggehölze sind schnittverträglich und relativ preiswert. Efeu oder Immergrün sind weniger zu empfehlen, weil sie unkontrolliert wuchern und viel Pflegeaufwand bedeuten.

Wer gerne farbliche Akzente setzen möchte, kann auf dem Grab Platz für eine Saisonbepflanzung lassen. Im Herbst halten noch einige Blütenpflanzen den kalten Temperaturen stand: Chrysanthemen, Astern, Minicyclamen oder Knospenheide bilden Blüten; Gaultheria und andere Minigehölze tragen rote Früchte. Auch Minigehölze mit interessanten Laubformen und -farben wie die Abelia sind als Gestaltungselemente gut geeignet.

Zwiebelgewächse für die Mitte

Pflanzen für die Mitte des Grabs, beispielsweise in Form eines Dreiecks gepflanzt, können Zwiebelgewächse, speziell Schneeglöckchen oder Narzissen, sein. Sie blühen jedes Frühjahr, geben aber sonst einer wechselnden Saisonbepflanzung Raum. Tulpen sind nicht so ideal, da sie gerne gefressen werden.

Aber auch kleine Formen des Tränenden Herzens oder andere Stauden können langfristig jedes Jahr blühen. Preiswert ist auch die Aussaat von niedrigen Sommerblumen, die lange blühen und eine positive Stimmung verbreiten. Als Hintergrundbepflanzung zur Betonung des Grabsteins sind vor allem säulenförmig wachsende Eiben oder Zypressen und formgeschnittene Gehölze wie der Buchs geeignet.

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