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Pink Kids - Hilfestellung in schweren Zeiten

Wie Jugendliche lernen, mit der Brustkrebserkrankung der Mutter umzugehen

Verbraucher | Volle Kanne - Pink Kids - Hilfestellung in schweren Zeiten

Die Diagnose Brustkrebs ist nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen ein Schock. Die Kinder von Brustkrebspatientinnen fühlen sich oft alleine. Die Initiative Pink ermöglicht ihnen, über ihre Sorgen zu sprechen.

Beitragslänge:
11 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.05.2019, 12:00

Pro Jahr gibt es in Deutschland etwa 30.000 Krebsneuerkrankungen bei Menschen unter 45 Jahren. Es wird nicht konkret erfasst, wie viele Kinder oder Jugendliche mit einem lebensbedrohlich erkrankten Elternteil leben. Wahrscheinlich ist, dass die Zahl in die Tausende geht.

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebsart. Häufig erkranken sie noch vor dem 45. Lebensjahr daran. Für Kinder von betroffenen Müttern gibt es mittlerweile einige Unterstützungsangebote. Die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab 12 Jahren fällt dabei aber häufig durchs Raster. Diese Lücke will die Initiative Pink Kids schließen.

Bis jetzt machen nur Mädchen mit

„In den letzten 1,5 Jahren haben wir eine Expertendatenbank aufgebaut, in der konkrete Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene verzeichnet sind. Diese soll weiter ausgebaut werden“, sagt Psychoonkologin Sylvia Hoffmann-Krizanits. Als Botschafterin der Pink Kids steht sie bei allen möglichen Fragen zum Thema beratend zur Seite, auch zur persönlichen Beratung.

Noch wird das Angebot ausschließlich von Mädchen genutzt: „Wir wären froh, wenn wir Jungs dabei hätten“, sagt Hoffmann-Krizanits. Männliche Jugendliche gehen aber häufig anders mit der belastenden Situation um, leben sich eher über Sport und Musik aus, als über direkte Kommunikation. „Aber auch das kann man nicht generalisieren. Vielleicht haben wir einfach noch nicht die richtige Ansprache für junge Männer gefunden“, ergänzt sie.

Verschiedene Perspektiven

Bei den Pink Kids treffen Mädchen, die ihre Mütter an Brustkrebs verloren haben, auf Mädchen, deren Mütter die Krankheit besiegt haben. Ein Problem scheint keine der Teilnehmerinnen darin zu sehen, vielmehr empfinden sie diese Konstellation als Bereicherung, wie Psychoonkologin Sylvia Hoffmann-Krizanits schildert: „So können Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven beantwortet werden. Eine Botschafterin, die die Mutter verloren hat, kann zum Beispiel nicht aus eigener Erfahrung Tipps geben, wie der Alltag aussehen kann, wenn die Krankheit überstanden ist.“ Für jeden möglichen Verlauf der Erkrankung gibt es mindestens einen Ansprechpartner mit gleicher oder ähnlicher Erfahrung bei den Botschafterinnen.

Wie bringe ich es meinem Kind bei?

Eltern sollten die Erkrankung so früh wie möglich thematisieren. „Kinder bekommen die Emotionen der Eltern wie Seismographen mit. Wenn ihnen nichts gesagt wird, fantasieren sie sich etwas zusammen, und das ist meist bedrohlicher als die Realität“, sagt die Psychoonkologin. Das wichtigste seelische Grundbedürfnis sei Orientierung, um Kontrolle zu haben. Diese falle in solch einer Situation zunächst weg. Ehrliche Kommunikation sei deshalb ganz wichtig. Es gilt der Grundsatz: „Ich muss nicht alles sagen, was wahr ist. Aber alles, was ich sage, muss wahr sein.“ Das Verschweigen führe zu einem Vertrauensverlust und schütze die Kinder nicht. Es bewirke eher das Gegenteil.

Sozialer Rückzug sei ein Zeichen dafür, dass Kinder mit der Situation überfordert sind - oder die Kinder fallen in frühere Entwicklungsstufen zurück. Häufige Folgen einer Überforderung seien Angstsymptome, Konzentrations- und Lernstörungen, Bauch- und Kopfschmerzen oder Knieprobleme.

Hilfestellung für Jugendliche

Weitere Informationen

Auf der Seite der Pink Kids gibt es eine Expertendatenbank mit konkreten Unterstützungsangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene. Das reicht von Einzelgesprächen bis hin zu Gruppenangeboten.

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