Sie sind hier:

Pollen- und Gräserallergie - was hilft?

Juckende Augen, laufende Nase, Unwohlsein: Pollenallergiker*innen müssen sich aufgrund der blühenden Gräser auch jetzt im Sommer mit Augentropfen, Nasenspray und Antihistaminika ausstatten, um sich beschwerdefrei in der Natur aufhalten zu können.

4 min
4 min
29.07.2021
29.07.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.07.2023

Die Pollenallergie ist die häufigste Allergie in Deutschland. Etwa jeder Siebte leidet unter den typischen Beschwerden wie tränenden Augen, Dauerniesen und verstopfter Nase. Die Pollenallergie wird umgangssprachlich auch als Heuschnupfen bezeichnet. Allerdings reagieren Betroffene nicht auf Heu allergisch, sondern auf Pflanzenpollen, also kleine Blütenstaubteilchen von Sträuchern, Gräsern, Getreide oder Bäumen, die in der Luft herumschwirren.

Oft tritt eine Pollenallergie bereits in der Kindheit auf, sie kann sich aber auch zu einem späteren Zeitpunkt entwickeln. Die Pollensaison - und damit die Zeit der Allergie - reicht je nach Allergen vom Frühjahr bis zum Sommer oder Herbst.

Wie wird behandelt?

Wenn es zu Heuschnupfensymptomen kommt, können Medikamente die Beschwerden lindern. Das sind hauptsächlich Antihistaminika oder auch entzündungshemmende Kortisonpräparate. Viele Arzneimittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Auswahl an Medikamenten ist sehr groß. Daher sollte man, wenn man ein Mittel nicht so gut verträgt, in der Apotheke nach alternativen Wirkstoffen fragen.

Medikamente, die Cromoglycinsäure enthalten, können auch vorbeugend gegen Heuschnupfensymptome helfen. Hierfür muss das Medikament frühzeitig, also circa 14 Tage vor den ersten Beschwerden, regelmäßig eingenommen werden. Nasen-Salzspülungen können die Therapie zusätzlich unterstützen.

Langfristig beschwerdefrei

Die Hyposensibilisierung oder Immuntherapie ist die derzeit einzige ursächliche Therapiemöglichkeit der Pollenallergie. Bei der Hyposensibilisierung werden per Spritze, Tropfen oder Tabletten immer größer werdende Mengen des Allergens verabreicht, damit sich das Immunsystem daran gewöhnen kann. Die Therapie ist mit einer Dauer von drei Jahren langwierig und führt nicht bei jedem zum Erfolg. Zudem besteht das Risiko, dass allergische Reaktionen auftreten können.

Grundsätzlich wird Allergiker*innen empfohlen, Allergene zu meiden. Bei Pollen ist dies allerdings nahezu unmöglich. Allenfalls können Betroffene die Pollenflugvorhersagen beachten und sich in der Hochsaison weniger draußen aufhalten. Nachts sollten die Fenster geschlossen bleiben.

Allergie-Beschwerden vorbeugen

Es gibt auch spezielle Pollenschutzvliese, die vors Fenster gehängt werden und das Eindringen von Pollen verhindern. Getragene Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen werden, denn auch sie enthält Pollen. Es empfiehlt sich, abends die Haare zu waschen und damit von Pollen zu befreien. Die Bettwäsche sollte regelmäßig gewaschen und nicht im Freien getrocknet werden. Ein Staubsauger mit HEPA-Filter kann die Allergene sicher im Gerät zurückhalten. Beim Autofahren sollten die Fenster geschlossen bleiben.

Wichtig: Eine Pollenallergie sollte rechtzeitig behandelt werden. Andernfalls kann es zum sogenannten Etagenwechsel kommen, das heißt, es entwickelt sich Asthma oder weitere Allergien kommen hinzu.

Gelangweiltes Immunsystem

Allergien nehmen generell zu. Einer der Gründe ist, dass wir "zu gesund" sind. Das Immunsystem arbeitet hierarchisch, das heißt, es beschäftigt sich zuerst mit den schweren Erkrankungen. Aber diese sind bei uns immer seltener, beispielsweise abhärtende Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten. Das Immunsystem ist deshalb überspitzt formuliert „gelangweilt“ und bekämpft eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen.

Hinzu kommt übertriebene Hygiene besonders im Kindesalter. Allergieforscher*innen bezeichnen dies als Hygienehypothese: Kinder wachsen in immer sterileren Umgebungen auf, ihr Immunsystem wird daher nicht genügend trainiert. Kinder sollten viel draußen sein, mit Krankheitserregern in Kontakt kommen und sich auch mal schmutzig machen.

Zu viel Sauberkeit ist schlecht

In der Wissenschaft heißt das "Stalleffekt": Wenn Bauernhofkinder im Kuhstall spielen, kann sie das vor Allergien und Asthma schützen. Denn im Stall kommen sie mit besonders vielen Keimen in Kontakt: Keime von den Tieren selbst, im Futter oder auch vom Kuhmist. Beim Ausmisten werden die Keime aufgewirbelt und dann eingeatmet. Das soll laut Studien das Immunsystem stärken und so vor Allergien und Asthma schützen.

Informationen über den aktuellen Pollenflug gibt es beim Deutschen Polleninformationsdienst.

Weitere Gesundheitsthemen

Ralf Bauer

Volle Kanne - Volle Kanne vom 10. September 2021 

Schauspieler Ralf Bauer ist zu Gast bei Nadine Krüger. Das sind die Themen: Corona-Update mit Dr. Christoph Specht, Action im Baggerpark, exotische Tischdeko mit Michael Frings, Antikörperspritze …

10.09.2021
Videolänge
75 min Verbraucher
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.