Polyarthritis bei Kindern

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Die sogenannte Juvenile Arthritis kann zwar nicht geheilt werden, allerdings kann die rheumatische Erkrankung inzwischen medikamentös gut behandelt werden.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.04.2020, 09:05

Auch Kinder können an Rheuma erkranken, wie die juvenile Arthritis zeigt. Die Erkrankung führt zu zerstörerischen Prozessen an den Gelenken und kann sich darüber hinaus in Muskeln, Sehnen und Organen manifestieren. Häufig beginnt sie bereits im Säuglingsalter und kann das Wachstum so stark einschränken, dass es zu Minderwuchs kommt.

Die juvenile Arthritis kann aber auch bei älteren Kindern und Jugendlichen auftreten. In der Regel fallen den Eltern als erstes Symptome wie Gelenkschwellungen und ein geändertes Bewegungsmuster auf. Die Kinder bemerken diese Veränderungen meist nicht. 

Symptome

Zu den typischen Symptomen zählen Gelenkfehlstellungen, wodurch es zu einer gestörten Motorik kommt. Ein weiteres Symptom sind Wachstumsstörungen, die durch die Entzündungen an den Gelenken hervorgerufen werden. Auch systemische Reaktionen gehören zum Krankheitsbild der juvenilen Arthritis. Dazu zählen eine allgemeine Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie Appetitlosigkeit. Typisch sind auch eine Vergrößerung der Leber und Milz sowie der Lymphknoten. Außerdem kann sich eine Herzmuskel- sowie eine Herzbeutelentzündung entwickeln.

Ein weiteres Symptom ist die sogenannte Amyloidose, bei der es zu Ablagerungen krankhaft veränderter Proteine außerhalb von Zellen kommt. Im weiteren Verlauf kann das Makrophagenaktivierungssyndrom auftreten. Bei dieser schwerwiegenden Komplikation kommt es zu neurologischen Symptomen, wie Krampfanfällen und Verwirrtheitszuständen. Charakteristisch ist der gleichzeitige Abfall von Leuko-, Thrombo- und Erythrozyten. Auch das Auge wird in Mitleidenschaft gezogen. Dabei kommt es zu einer Augenentzündung, die im schlimmsten Fall zu bleibenden Schäden am Auge führt.         

Diagnose

Zur Diagnose wird zunächst die Funktion sämtlicher Gelenke überprüft. Außerdem ist eine Blutuntersuchung erforderlich, denn bei der juvenilen Arthritis kommt es zu einer Veränderung zahlreicher Parameter im Blut, die auf verschiedene Syndrome sowie Stadien der Erkrankung hinweisen.

Zur Diagnose gehören auch verschiedene bildgebende Verfahren wie der Ultraschall, mit dem akute Entzündungsherde in den Gelenken nachgewiesen werden können, sowie Röntgen- und MRT-Aufnahmen. 

Ultraschall Kniegelenk eines Kindes
Durch den Ultraschall des Gelenks kann man Entzündungsherde lokalisieren.
Quelle: imago / Science Photo Library

Behandlung

Die Behandlung der juvenilen Arthritis besteht aus verschiedenen Säulen: Hierzu gehören die medikamentöse Therapie, die Physiotherapie mit Ergotherapie und physikalischen Behandlungen und die psychosoziale Betreuung. Zur Schmerzbehandlung werden sogenannte Nichtsteroidalen Antirheumatika, wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Indometazin, eingesetzt. Als Basistherapie wird der Wirkstoff Methotrexat angewendet, der sich bei der Behandlung von autoimmunologischen Prozessen bewährt hat. Schließlich kommen zur Behandlung sogenannte Biologica zum Einsatz. Diese relativ neuen Medikamente wirken gegen die entzündlichen Prozesse an den Gelenken.

Bei der Physiotherapie handelt es sich um die Entspannung und Schmerzlinderung der Symptome: Zum Einsatz kommen dabei ganz verschiedene physiologische Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit führen sollen. Im Rahmen einer Ergotherapie werden vor allem die Finger trainiert. Daneben findet für die Patienten eine psychosoziale Betreuung statt, bei der auch die Familie mit einbezogen wird.            

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