Augen lasern lassen

Die besten Methoden im Überblick

Verbraucher | Volle Kanne - Augen lasern lassen

Auf eine Brille oder Kontaktlinsen würden viele Kurzsichtige gerne verzichten: Eine Option ist das Lasern. "Volle Kanne" erklärt, für wen der Eingriff geeignet ist und welche Risiken es gibt.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.08.2017, 14:00

Fast jeder zweite Europäer im Alter über 25 Jahre leidet an einer Form von Kurzsichtigkeit. Auch andere Fehlsichtigkeiten sind weit verbreitet. Der Gedanke, auf Brillen oder Kontaktlinsen verzichten zu können, ist für viele reizvoll. Methoden zum Lasern der Augen liegen deswegen im Trend.

Wichtig ist, sich vor so einer Entscheidung zur medizinisch funktionellen Verbesserung mit kosmetischem Nebeneffekt gut von einem Augenarzt beraten und untersuchen zu lassen. Zunächst sollte die Kurzsichtigkeit vor einer Operation stabile Werte erreicht haben, was gerade bei jüngeren Betroffenen nicht immer gegeben ist. Zudem ist es ungemein wichtig, dass einige Augenerkrankungen und besonders Netzhauterkrankungen vor einer möglichen Operation ausgeschlossen werden können.

Und schließlich ist es wichtig, zu gewährleisten, dass nach einer Laser-OP noch ausreichend Gewebedicke der Hornhaut übrig ist, damit sie ihre mechanische Funktion der Barriere der Augenwand weiter erfüllen kann. Laser-Operationen müssen nahezu immer vom Betroffenen selbst gezahlt werden.

LASEK und PRK

LASEK (Laser Epitheliale Keartomileusis) und PLK (Photorefaktive Keratektomie) gehören zu den so genannten oberflächlichen Verfahren und stellen die ältesten Methoden der Laser-OP dar. Zunächst wird die oberste Zellschicht auf der Hornhaut, das Epithel, entweder mechanisch oder mit Alkohol abgetragen. Danach kommt der Laser zur Korrektur der Fehlsichtigkeit zum Einsatz.

Die Verfahren sind eher für Augen mit geringer Kurzsichtigkeit geeignet, weil bei diesen nur geringere Gewebsanteile abgetragen werden müssen. Je höher der Gewebsabtrag vorne aus der Hornhaut ist, desto größer wird das Risiko, dass es zu Vernarbungen oder Entzündungen kommt. Diese können in der Folge nach der Operation zu Lichtstreuung und damit zu einer Verringerung der Sehqualität führen. Zudem kann der Heilungsprozess mit Schmerzen verbunden sein. Für beide Augen kosten diese Verfahren den Betroffenen etwa 3500 Euro.

Für Kurz- und Weitsichtigkeit

Bei der LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) wird zunächst in einem ersten Schritt mit einem scharfen Hobel eine oberflächliche Lamelle in der Hornhaut geschaffen, die zurückgeklappt werden kann. Danach wird mit dem Laser die eigentliche Korrektur der Fehlsichtigkeit im Inneren der Hornhaut vorgenommen. Die LASIK gilt als geeignet, um geringere bis mittlere Kurz- und Weitsichtigkeiten zu beseitigen.

Risiken, die allerdings als gering gelten, können sein, dass die Kontur der Lamelle, die nach der Operation wieder zurückgeklappt wird, unregelmäßig wird, oder dass die Lamelle ganz abgetrennt wird. Seltene mögliche Nebenwirkungen oder Komplikationen sind trockene Augen, Probleme beim Dämmerungssehen oder eine Rückbildung des OP-Erfolges (erneute Fehlsichtigkeit). Die Kosten für Betroffene liegen für beide Augen bei etwa 4000 bis 4500 Euro.

Mit Computerunterstützung

Das Femto-LASIK-Verfahren (Laser-in-situ-Keratomileusis) ist vergleichbar mit dem LASIK-Verfahren. Allerdings wird hier die oberflächliche Lamelle nicht mit einem Hobel, sondern mit einem zweiten, präzisen Laser mittels Infrarotlicht geschaffen. Auch sie wird dann zurückgeklappt, um die Fehlsichtigkeit mit einem anderen Laser zu beheben, um sie danach wieder zu schließen.

Einige Experten führen an, dass die Operationsrisiken durch die computergestützte Erzeugung der Lamelle verringert würden und dass die Lamelle zudem langfristig stabiler liege. Die Kosten des Verfahrens liegen für beide Augen bei etwa 4500 bis 5000 Euro.

Ganz neu

Bei SMILE (Small Incision Lenticule Extraktion), der bislang neuesten Laser-Methode, wird nur ein dünnes Gewebsstückchen in der Hornhaut mit einem Laser definiert, um es mit einem Mikroinstrument aus der Hornhaut zu entfernen. Das verändert die Krümmung der Hornhaut und behebt so die Fehlsichtigkeit ohne die Notwendigkeit einer Lamelle.

Laut einigen Experten hat das den Vorteil, die Stabilität der Hornhaut besser zu gewährleisten und nicht so viele Nervenfasern zu durchtrennen, was sich wiederum günstig auf die Tränenfilmproduktion und eine mögliche Trockenheit der Augen nach einer solchen Operation auswirkt. Eventuelle Nachkorrekturen der Fehlsichtigkeit müssen bislang aber noch mit anderen Verfahren erfolgen. Die Kosten dieses Verfahrens für Betroffene liegen ebenfalls bei etwa 4500 bis 5000 Euro.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet