Bröckelnde Zähne

Hypomineralisierung tritt bereits im Kindesalter auf

Verbraucher | Volle Kanne - Bröckelnde Zähne

Eine Hypomineralisierung ist eine Entwicklungsstörung der Zähne: Sie verfärben sich schon im Kindesalter und werden brüchig. Vor allem in Industrieländern breitet sich diese Krankheit aus.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.08.2017, 14:00

Ob trockenes Brot, Erdnüsse oder Kekse: Unsere Zähne halten normalerweise auch den härtesten Herausforderungen stand. Doch bei einer bestimmten Entwicklungsstörung der Zähne verfärben sich diese bereits im Kindesalter und bröckeln bei den geringsten Belastungen.

Der Ausdruck Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) beschreibt ein relativ neues Phänomen: eine Entwicklungsstörung der Zähne, die sich vor allem an den ersten bleibenden Backenzähnen und/oder auch an den (meist oberen) Schneidezähnen zeigt. Zum Teil können auch Eckzähne betroffen sein. Als Molaren bezeichnet man normalerweise die Backenzähne; Hypomineralisation bezeichnet einen zu niedrigen Gehalt an Mineralien. Bei betroffenen Zähnen wirkt der Zahnschmelz verfärbt und ist weicher und poröser als normal.

Die Ursachen der MIH konnten bisher noch nicht geklärt werden. Experten gehen jedoch davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenspielen. Als mögliche Ursachen werden unter anderem Infektionskrankheiten beim Kind, Bisphenol (Weichmacher, beispielsweise in Trinkfläschchen oder Schnullern enthalten), Dioxine in der Muttermilch, Nährstoffmangel sowie erbliche Faktoren diskutiert. Sicher zu sein scheint, dass es sich bei MIH um eine „erworbene“, nicht um eine ererbte Erkrankung handelt, die je nach Schweregrad therapiert werden muss. Die Krankheit ist ein Neuzeit-Phänomen, das vor allem in Industrienationen stark zunimmt.

Normale Belastung macht Probleme

Bereits kurz nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Backen- und/oder Schneidezähne kann es zu Beschwerden kommen, also etwa ab einem Alter von sechs Jahren. Nach neuesten Erkenntnissen können sogar schon Milchzähne betroffen sein. Die Zähne haben trotz guter Zahnpflege plötzlich eine gelblich-bräunlich bis cremig-weiße Farbe und weisen eine Störung des Zahnschmelzes auf. Er ist weicher und poröser als bei gesunden Zähnen. zum Teil platzen ganze Stücke des Zahnschmelzes einfach durch die normale Druckbelastung beim Kauen ab.

Unbehandelt entwickelt sich bei Kindern mit MIH rasch zusätzlich Karies. Der defekte Zahnschmelz führt außerdem dazu, dass die Zähne extrem empfindlich sind und bereits bei leichten Heiß-Kalt-Wechseln oder bei mechanischen Reizen wie beim Zähneputzen mit Schmerzen reagieren. Das macht eine gründliche Zahnpflege für die Kinder oft schwierig. Teilweise sind nur einzelne Zähne von der MIH betroffen, manchmal aber auch mehrere Backenzähne oder Schneidezähne. Wie stark die Schmelzdefekte auftreten, kann sich von Zahn zu Zahn unterscheiden.

Der Schweregrad entscheidet

Je nachdem wie stark die Schmelzdefekte sind und bei wie vielen Zähnen sie auftreten, kann die Behandlung unterschiedlich aussehen.

Je früher man die Zahnschmelzdefekte einer MIH behandelt, desto eher kann man größeren Schäden an den Zähnen vorbeugen. Engmaschige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sollen sicherstellen, dass neue Schäden am Schmelz rasch erkannt werden.

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