Sterbebegleitung im Kinderhospiz

Ein Ort voller Wärme und Lebensfreude

Ein Kinderhospiz ist einer jener Orte, die die meisten Menschen mit Tod, Angst und Trauer verbinden. Wer allerdings einen solchen Ort besucht, wird überrascht sein, wie viele positive Emotionen mit ihm tatsächlich verbunden sein können.

Ein Kinderhospiz ist eine sowohl ambulant als auch stationär zu nutzende Einrichtung für unheilbar und das Leben verkürzend erkrankte Kinder und dementsprechend auch eine Anlaufstelle für deren Eltern, Geschwister oder nähere Verwandte. Da schon alleine die Pflege dieser Kinder in der Regel überaus intensiv ist, übernimmt das Pflegepersonal des Hospizes diese Aufgaben, um Eltern und Angehörige zu entlasten. Der Aufenthalt in einem Kinderhospiz kann sowohl dauerhaft stattfinden, als auch zeitweise als vorübergehender Entlastungsaufenthalt.

Neben der grundsätzlichen pflegerischen Tätigkeit und der medizinischen Überwachung übernehmen Angestellte in einem Kinderhospiz aber auch zahlreiche andere Aufgaben. Hierzu gehört zunächst die Vermittlung einer größtmöglichen Lebensqualität für die erkrankten Kinder. Um diese zu gewährleisten, gibt es in der Regel mehrere Räume zur Begegnung mit anderen schwerkranken Kindern, Eltern, Angehörigen und geschulten Mitarbeitern des Kinderhospizes. Dort arbeiten also nicht nur Krankenpfleger und Pflegerinnen, sondern auch sozialpädagogisch geschulte Mitarbeiter.

Räume der Begegnung

In speziellen, in der Regel warm und hell eingerichteten Räumlichkeiten der Begegnung oder auch der Stille sollen Kinder Zuneigung erfahren können, aber auch Rückzugsmöglichkeiten haben. Eltern und andere Besucher empfinden die Atmosphäre in einem Kinderhospiz oft als warm und einladend.

Zusätzlich ist es ein weiteres Anliegen der Mitarbeiter eines Kinderhospizes, Kindern und Angehörigen Trost zu spenden und eine Sterbebegleitung (Palliative Care) zu leisten. Hierzu gehört, den Familien Formalitäten abzunehmen. Eine weitere Aufgabe der Arbeit ist die Zusammenführung von Eltern, Geschwistern und Angerhörigen zum gemeinsamen Gedankenaustausch und zur gegenseitigen Hilfe.

Seit 35 Jahren

Die Idee zum ersten Kinderhospiz weltweit hat ihren Ursprung in Großbritannien, wo 1980, ausgelöst durch ein an einem Hirntumor erkrankten Mädchen, die erste Einrichtung entstand. Damals war die Kinderhospizarbeit noch Nonnen aus einem Kloster überlassen. Das erste deutsche Kinderhospiz entstand 1990 in Olpe (Hospiz Balthasar).

Heute gibt es in Deutschland elf stationäre Kinderhospize, zwei solitäre Jugendhospize und mehr als einhundert ambulante Hospizdienste. Seit 2002 sind die Einrichtungen unter dem Dach des Bundesverbandes Kinderhospiz vereint.


Beispiel Kinderhospiz Bärenherz

Das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden ist eine von derzeit elf stationären Einrichtungen in Deutschland. Neben den genannten pflegerischen, medizinischen und sozialpädagogischen Aufgaben gibt es hier als spezielle Angebote eine Musiktherapie, den Raum der Stille, den Snoezelraum, den Erlebnisgarten und das Zusammentreffen mit Therapiehund Emma.

Die eigene Philosophie beschreibt man bei Bärenherz folgendermaßen: „Wenn Kinder sterben, sind wir einer Hoffnung beraubt. Wir wollen die verbleibende Zeit der Kinder mit Leben füllen und den Familien somit einen Schatz ermöglichen, dessen sie nicht mehr beraubt werden können. Wir bieten unseren Gästen eine Herberge mit allem, was dazugehört. Ein Platz, an dem umfassend versorgt, optimal gepflegt und liebevoll getröstet wird. Das Kinderhospiz Bärenherz Wiesbaden ist ein Ort, an dem die Lebensqualität der Kinder im Vordergrund und die gesamte Familie im Mittelpunkt stehen.“

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