Kampf dem Fuchsbandwurm

Vorbeugung und Hilfe bei einer Infektion

Verbraucher | Volle Kanne - Kampf dem Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm kann eine der schwersten Lebererkrankungen überhaupt auslösen. Vanessa Niederberger wurde von ihm befallen und erkannte ihn lange Zeit nicht.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.03.2017, 14:00

Klein, aber gemein: Der Fuchsbandwurm ist nur wenige Millimeter groß, doch wer sich mit ihm infiziert, kann schwere gesundheitliche Probleme bekommen, die unbehandelt sogar tödlich enden können.

Die Echinokokkose, so heißt die vom Fuchsbandwurm ausgelöste Erkrankung, zählt zu den seltensten parasitären Infektionskrankheiten Europas. Pro Jahr werden rund 40 Fälle bundesweit gemeldet. Betroffen ist vor allem Süddeutschland, in erster Linie Bayern und Baden Württemberg. Von den gemeldeten Fällen im Jahr 2015 kam die Hälfte allein aus diesen beiden Bundesländern. Experten gehen aber von einer etwa dreimal so hohen Dunkelziffer aus, da die Krankheit oft nicht erkannt wird.

Wie steckt man sich an?

Grundsätzlich kann man sich bei vielen Tätigkeiten draußen in Wald und Wiese anstecken. Daher ist nicht verwunderlich, dass über 60 Prozent der Betroffenen in der Land, Forst- oder Jagdwirtschaft arbeiten oder einen Hund halten. Übertragen werden die Fuchsbandwurmeier über infizierte Füchse, genauer gesagt über deren Kot, den sie zum Beispiel auf Gemüsebeeten hinterlassen. Die Erreger gelangen ausschließlich über den Mund in den menschlichen Körper, zum Beispiel durch das Essen von bodennah wachsendem Gemüse und Obst aus Wald und Garten. Eine weitere Infektionsquelle können Hunde sein, die sich viel draußen in der Natur aufhalten. Die Erreger können über ihr Fell an den Menschen gelangen. Die viel reinlicheren Katzen sind weniger betroffen.

Verlauf der Erkrankung

Mann hat Bauchschmerzen
Bauchschmerzen können auf eine Fuchsbanderkrankung hinweisen.

Sind die Fuchsbandwurmeier über den Mund in den menschlichen Körper gelangt, wandern sie vom Darm fast immer direkt in die Leber. Dort beginnen sie wie ein Krebsgeschwür zu wuchern. Symptomatisch für eine Fuchsbandwurmerkrankung sind vor allem starke Bauchschmerzen. Aber: Richtige Beschwerden und starke Schmerzen kommen oft erst viele Jahre, nachdem der parasitäre Befall sich im Körper ausgebreitet hat. Daher kann es passieren, dass die Krankheit erst in einem sehr späten Stadium entdeckt wird.

Operation bei frühzeitiger Diagnose

Wird der parasitäre Befall rechtzeitig erkannt, kann operiert werden. Dies ist bei etwa einem Drittel der Patienten möglich. Dann wird der Leberherd, sowie aus Sicherheitsgründen auch großflächig gesundes, umliegendes Gewebe weggeschnitten. Der entfernte Leberteil wächst schnell wieder nach, so dass die Leber wieder arbeiten kann. Nach dieser Operation kann ein Patient wieder vollständig von der Erkrankung geheilt sein. Um sicher zu gehen, dass sich kein parasitärer Befall versteckt oder sich neuer gebildet hat, muss der Betroffene weitere zehn Jahre lang einmal im Jahr kontrolliert werden.

Wird der Befall erst spät entdeckt oder sind Stellen der Leber betroffen, die nur schwer zu operieren sind, dann erfolgt eine rein medikamentöse Behandlung. Dabei hemmen die Medikamente die weitere Ausbreitung der Fuchsbandwurm-Larven. In solchen Fällen ist die Krankheit oft nicht mehr heilbar - aber gut behandelbar.

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