Hautschutz nach Maß

Zu viel Sonnenlicht hat seine Schattenseiten

Verbraucher | Volle Kanne - Hautschutz nach Maß

Der schwarze Hautkrebs gehörte bisher zu den Krankheiten mit der höchsten Sterberate. Neue zielgerichtete Kombinationstherapien und Immuntherapien lassen die Überlebensraten deutlich steigen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.05.2017, 14:00

Wer sich zu häufig und zu lange der Sonne aussetzt, riskiert nachhaltige gesundheitliche Schäden. So erhöht nicht nur jeder Sonnenbrand, sondern auch jedes Sonnenbad das Hautkrebsrisiko.

Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung überhaupt. Jährlich erkranken daran in Deutschland mehr als 200.000 Menschen. Dabei betreffen mehr als 20.000 Diagnosen den gefährlicheren „schwarzen“ Hautkrebs (Melanom).

Der sorglose Umgang mit der Sonne ist nach Ansicht vieler Dermatologen der Grund, warum die Zahl der Hautkrebserkrankungen dramatisch ansteigt. Verantwortlich dafür ist die UV-Strahlung des Sonnenlichts. Die kurzwelligen, aber energiereichen UV-B-Strahlen erreichen nur die oberen Hautschichten. Sie sorgen für Bräune, aber auch für Sonnenbrände.

Ultraviolett und gefährlich

Margerite vor Sonne
Die Sonneneinstrahlung wird zum Sommer hin intensiver. Quelle: dpa

Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Zellen der Oberhaut durch intensive oder lange Strahleneinwirkung geschädigt werden. Die langwelligen UV-A-Strahlen sind zwar energieärmer, aber nicht weniger gefährlich. Sie dringen tief in die Haut ein. Die Folge ist eine vorzeitige Hautalterung. Die Haut wird schlaff und faltig. Zudem können UV-A-Strahlen die Erbsubstanz der Zellen schädigen, ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs.

Die Intensität der UV-Strahlung hängt von verschiedenen Faktoren wie der Jahres- und Tageszeit, dem Wetter sowie von der geografischen Lage und der Umgebung ab. Dichte Bewölkung reduziert die Stärke der UV-Strahlung, hebt sie aber nicht auf. Wasser und Sand reflektieren die UV-Strahlung und verstärken sie. Um die Bevölkerung über das regionale Sonnenbrandrisiko zu informieren, wurde der "UV-Index" eingeführt. Als Faustregel gilt: Je geringer der UV-Index, desto geringer die UV-Belastung.

Lichtschutzfaktor je nach Hauttyp

Bei Europäern liegt die "Eigenschutzzeit", also die Zeit, die man sich ohne Schutz in der Sonne aufhalten kann, je nach Hauttyp und Strahlungsintensität bei etwa fünf bis 20 Minuten. Grundsätzlich unterscheiden Dermatologen zwischen vier Hauttypen.

Während Menschen mit blasser oder sommersprossiger Haut, hellblondem oder rotem Haar rasch einen Sonnenbrand bekommen und nicht braun werden (Typ I), bekommen dunkelhäutigere Menschen mit braunem oder schwarzem Haar seltener einen Sonnenbrand und werden schnell braun (Typ IV).

Rechtzeitig eincremen

Babys und Kleinkinder unter einem Jahr gehören überhaupt nicht in die Sonne. Auch danach sollten Kinder möglichst wenig der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, denn bis zum 14. Lebensjahr ist der Reparaturmechanismus der Haut noch nicht ausgebildet. Sonnenschutzmittel werden erst ab Ende des ersten Lebensjahrs als geeigneter Schutz angesehen.

Der einfachste, wirksamste und sicherste Schutz vor Sonnenlicht sind Schatten und sonnengerechte Kleidung (zum Beispiel UV-Schutz-Kleidung). In der Mittagszeit sollte man die Sonne ganz meiden, ansonsten die Haut langsam an die Sonne gewöhnen und sich anfangs möglichst nur im Schatten aufhalten. Grundsätzlich gilt: Ohne Sonnenschutz kein Sonnenbad! Die Stärke des Sonnenschutzmittels muss auf den jeweiligen Hauttyp und die Strahlungsintensität abgestimmt werden. Viel hilft viel! Sonnenschutzmittel immer reichlich und sorgfältig auftragen.

Am besten die Sonne meiden

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Hautkrebs ist es, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Wenn man sich der Sonne aussetzt, sollte man dies nur mit hohem Lichtschutzfaktor tun. Zur frühen Erkennung eines Krebses sollte man regelmäßig seine Haut selbst untersuchen und bei auftretenden Veränderungen rasch zum Arzt gehen.

Zudem ist es ratsam, die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung zur Hautkrebsfrüherkennung wahrzunehmen. Ab 35 Jahren bietet der Gesetzgeber Männern und Frauen die Möglichkeit, beim Hautarzt ein Hautkrebs-Screening machen zu lassen und dieses alle zwei Jahre zu wiederholen. Dabei wird die gesamte Haut auf Anzeichen von Hautkrebs und Krebsvorstufen untersucht.

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