Hilfe bei Morbus Crohn

Maßnahmen gegen chronische Darmentzündung

Verbraucher | Volle Kanne - Hilfe bei Morbus Crohn

Starke Bauchschmerzen können ein Hinweis auf Morbus Crohn sein. Die chronische Darmentzündung ist nicht heilbar, kann aber heutzutage gut behandelt werden.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.09.2017, 14:00

In Deutschland leiden etwa 300.000 Menschen an einem Morbus Crohn. Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Die Krankheit ist nicht heilbar, doch den Betroffenen kann heutzutage mit der richtigen Medikation und Verhaltenstipps gut geholfen werden.

Starke, krampfartige Bauchschmerzen, heftige Durchfälle und Fieber sind die typischen Symptome von Morbus Crohn. Der Stuhlabgang kann mitunter kaum oder nur schwer kontrolliert werden. Betroffene bemerken häufig einen starken Gewichtsverlust, fühlen sich abgeschlagen, erschöpft und appetitlos.

Durch die Entzündung wird die Darmwand geschädigt. Häufig entstehen falsche Verbindungen, so genannte Fisteln, entweder von der entzündeten Darmwand zu angrenzenden Darmschlingen oder anderen Organen wie Harnblase oder Scheide. Der Darminhalt mit seinen eigentlich nützlichen Bakterien kann dann an der falschen Stelle schwere und teilweise auch lebensbedrohliche Komplikationen auslösen. Außerdem hinterlassen die Entzündungsschübe Narben in der Darmwand. Durch diese Narben kann es zu Engstellen im Darm kommen, die die Verdauung behindern. Über bislang nicht geklärte Immunreaktionen führt der Morbus Crohn auch zu Entzündungen an anderen Stellen des Körpers, beispielsweise an Gelenken oder an den Augen.

Diagnose mittels Darmspiegelung

Die Ursachen für die Erkrankung sind bis heute nicht genau geklärt. Man vermutet, dass eine Autoimmunreaktion dahintersteckt. Das heißt, dass der Körper sein Immunsystem gegen sich selbst richtet. Da die Krankheit oft familiär gehäuft auftritt, geht man auch von einer genetischen Veranlagung aus. Auch Rauchen erhöht das Risiko. Die Entzündung kann über Jahre nur einen Darmabschnitt befallen. Häufig breitet sie sich aber im Laufe der Zeit schubweise auf andere Darmbereiche aus, wobei sie oft einzelne Segmente überspringt, um dann weiter oben oder unten wieder aufzuflammen.

Zur Sicherung der Diagnose ist eine Darmspiegelung unumgänglich. Beim Morbus Crohn zeigen sich Defekte in der Darmschleimhaut bis hin zu ausgedehnten Geschwüren sowie möglicherweise schon vorhandene Fisteln. Während der Spiegelung können auch Gewebeproben entnommen werden, um Zellveränderungen genau zu untersuchen.

Medikamente den Krankheitsphasen anpassen

Morbus Crohn ist nicht heilbar. Zusammen mit dem behandelnden Arzt müssen die therapeutischen Möglichkeiten abgewogen und individuell angepasst werden. Verschiedene Medikamente können in unterschiedlichen Phasen helfen. Akute Schübe werden teilweise mit Cortison behandelt. Ebenso gibt es die Möglichkeit, Patienten langfristig mit immunsupprimierenden Medikamenten zu behandeln. Sie unterdrücken das Immunsystem und verhindern so, dass es sich gegen sich selbst richtet. Die Behandlung kann dazu führen, dass es zu einer weitest gehenden Schubfreiheit kommt. Zudem können körpereigene Stammzellen transplantiert werden, die ein gesünderes Immunsystem ausbilden sollen.

Trotzdem sind in der Folge weiterhin meist dauerhaft Medikamente notwendig. Morbus Crohn-Patienten werden im Verlauf der Krankheit häufig mit operativen Eingriffen konfrontiert. Es kann sein, dass Fisteln, Veränderungen im Darm oder ganze Teile des Darms entfernt werden müssen.

Den Lebensstil anpassen

Betroffenen wird dringend empfohlen, nicht zu rauchen, da sich das negativ auf die Krankheit auswirken kann. Es besteht ein erhöhtes Osteoporoserisiko, deshalb sollte man sich ausreichend bewegen, um die Knochengesundheit zu fördern. Ob und wie die Ernährung angepasst werden muss, sollte mit dem Arzt besprochen werden. Kommt es zu schweren Durchfällen, ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit und leicht verdauliche Lebensmittel zu sich zu nehmen.

Für Betroffene ist es wichtig, einen gesunden Umgang mit der Krankheit zu finden, auch wenn es schwer sein kann, eine chronische Erkrankung, die den Alltag derart erschwert, zu akzeptieren. Die psychische Belastung ist mitunter sehr groß, da die Krankheit nicht berechenbar ist und zu immer neuen Problemen führen kann. Hinzu kommt, dass das Thema „Darm und Darmerkrankung“ ein Tabu ist, über das niemand gerne spricht. Betroffene sind beruflich mitunter eingeschränkt. Häufige Toilettengänge, starke Schmerzen und aus den Schüben resultierende Fehlzeiten können zum Problem werden.

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