Leben mit Alzheimer

Über Diagnose, Therapie und Hilfe für Angehörige

Verbraucher | Volle Kanne - Leben mit Alzheimer

Weltweit leiden Millionen von Menschen an Alzheimer – mit steigender Tendenz. Erkenntnisse einer medizinischen Studie machen jedoch Hoffnung auf eine neue Therapie.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.09.2017, 19:00

Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Alzheimer Demenz. Wenn ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten mehr und mehr abnehmen, stellt dies auch für die Angehörigen eine große Belastung dar. Dennoch möchten viele das erkrankte Familienmitglied so lange wie möglich zu Hause pflegen - eine schwierige Aufgabe, die oft nur mit entsprechender Hilfe lösbar ist.

Die Alzheimer-Krankheit gehört zu den Demenzerkrankungen und ist zusammen mit der vaskulären Demenz die häufigste unter diesen. Alle Demenzerkrankungen sind gekennzeichnet durch den voranschreitenden degenerativen Verlust bestimmter geistiger Fähigkeiten.

Typische Symptome der Alzheimer-Demenz sind Verschlechterungen der Gedächtnisleistungen, des Denkvermögens, der Sprache und des praktischen Geschicks. Aufgrund dieser Einschränkungen können Menschen mit Alzheimer ihre alltäglichen Aufgaben immer schlechter bewältigen. Alzheimer tritt fast immer im Alter auf. In Deutschland leiden derzeit etwa 1,2 Millionen Menschen an der Krankheit.

Alzheimer erkennen

Der richtige Ansprechpartner ist ein Neurologe. Nach Gesprächen mit Patient und Angehörigen, einer körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und psychometrischen Tests kann er meist eine gesicherte Diagnose stellen. Allerdings können auch eine Liquordiagnostik (eine Untersuchung des Hirnwassers), Gentests und bildgebende Verfahren (wie Röntgen oder Computertomographie) notwendig werden.

Neueste Forschungen geben Anlass zu Hoffnungen, dass die Demenzerkrankung in Zukunft deutlich vor dem Ausbruch ihrer Symptome diagnostiziert werden kann. Das könnte in Zukunft auch vorbeugende Maßnahmen und die Therapiemöglichkeiten verbessern.

Kein Heilmittel in Sicht

Für den Großteil der an Alzheimer Erkrankten gibt es zwar bisher noch kein Heilmittel, aber einige Therapien, die die Lebensqualität verbessern können. Zunächst muss entschieden werden, ob der Betroffene noch zu Hause von Angehörigen gepflegt werden kann, oder ob er auf professionelle Hilfe angewiesen ist. Eine Möglichkeit ist die Pflege in einem Heim oder in einer Tagesklinik. Eine andere Alternative bieten mobile Pflegedienste oder eine Pflegekraft, die den Betroffenen rund um die Uhr betreut.

Eine Behandlung, die bei Alzheimer hilfreich sein kann, ist Krankengymnastik, mit der Bereiche des Verhaltens und körperlichen Erlebens positiv beeinflusst werden. Die Ergotherapie hat eine größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zum Ziel. Die Therapie für Sprach-, Sprech- oder Stimmstörungen nennt man Logopädie. Bei Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen eingesetzte Medikamente können den Krankheitsverlauf nur verlangsamen, aber nicht aufhalten.

Hilfen für Angehörige

Alzheimer ist auch für Angehörige belastend. Wichtig ist, Erkrankte nicht zu überfordern. Neben einer guten Information über die Krankheit sollte man versuchen, Kranken so viel Selbstständigkeit wie möglich zu erhalten. Alte Gewohnheiten und vertraute Menschen sind ebenso wichtig wie eine überschaubare Umgebung und gleich bleibende Tagesabläufe mit dosierten Freizeitaktivitäten. Von der Krankheit verschonte Fähigkeiten gilt es zu fördern. Blicke, Gesten und Berührungen helfen, wenn die sprachliche Verständigung schwieriger wird. Manchen Betroffenen kann der Kontakt zu einem Therapiehund helfen.

Viele Angehörige berichten, dass Musik oder Vorlesen das Wohlbefinden von Erkrankten steigern. Besonders sensibel sollte die Hilfe bei der persönlichen Pflege und Hygiene ausfallen, die Betroffene nur noch zum Teil oder gar nicht alleine durchführen können. Angehörige dürfen sich trotz Fürsorge nicht selbst vergessen und müssen für Erholungspausen sorgen. Wenn professionelle Pflege in Anspruch genommen wird, ist es wichtig, den Patienten so gut es geht mit einzubeziehen. In vielen Städten gibt es Hilfsorganisationen und Selbsthilfegruppen.

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