Migräne mit Vorwarnung

Wie man einer Schmerzattacke vorbeugen kann

Verbraucher | Volle Kanne - Migräne mit Vorwarnung

Vor allem junge Menschen zwischen 20 und 40 leiden häufig unter Migräne. "Volle Kanne" klärt, welche Migräne-Medikamente vorbeugend und welche während einer Attacke hilreich sein können.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.09.2017, 14:00

Von Migräne sind circa acht Millionen Deutsche betroffen. Viele Patienten wissen nicht, dass sich die Migräne schon vor der eigentlichen Attacke bemerkbar machen kann. Diese sogenannte Aura tritt etwa bei jedem siebten Patienten auf. Unter anderem können Sehfeldstörungen, Schwindel und im schlimmsten Fall Lähmungserscheinungen auftreten.

Kopfschmerzen lassen sich in verschiedene Unterformen gliedern. Darunter befinden sich zum Beispiel der Spannungskopfschmerz, der Clusterkopfschmerz oder auch die Migräne. Auf der ganzen Welt sind nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Erwachsenen von Migräneanfällen betroffen. Dabei sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Meist treten die Symptome zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, allerdings leiden auch Jugendliche unter Migräneanfällen. Die Migräneanfälle können sich über mehrere Stunden oder sogar Tage hinziehen und bringen unterschiedliche Symptome mit sich.

Wie kommt es zur Migräne-Attacke?

Die konkreten Ursachen für die Migräneanfalle konnten bis heute nicht vollständig geklärt werden. Bestimmte Reize oder Faktoren können die Migräneanfälle allerdings auslösen. Diese Faktoren werden als Trigger bezeichnet und können bei jedem Menschen variieren. Dazu zählen zum Beispiel Dehydrierung, Wetterlagen mit hoher Luftfeuchtigkeit, Stress, Schlafmangel oder auch hormonelle Schwankungen (bei Frauen vor der Menstruationsblutung, bei Jugendlichen während der Pubertät).

Was genau bei einer Migräne im Gehirn vor sich geht, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass eine neurovaskuläre Entzündung für die heftigen Schmerzen verantwortlich sein könnte. Dabei weiten und entzünden sich die Blutgefäße im Gehirn, was durch Nervenimpulse ausgelöst wird. Je mehr Blut durch die gereizten Gefäße strömt, zum Beispiel beim Bücken oder bei Bewegung, desto größer und intensiver ist der Schmerz.

Erste Anzeichen

Migräneattacken haben oft erste Vorboten, die die Schmerzen ankündigen. Die Vorwarnung äußert sich zum Beispiel durch harmlose Symptome, wie Heißhunger oder eine stark veränderte Stimmungslage. Etwa jeder zehnte Migränepatient ist von sogenannten Aura-Symptomen vor der eigentlichen Migräneattacke betroffen. Das sind neurologische Störungen, die unterschiedliche Begleitsymptome auslösen können, zum Beispiel massive Sehstörungen, Sprachausfälle, Wahrnehmungsstörungen, Sensibilitätsstörungen, Kribbeln, Gleichgewichtsschwankungen oder Gesichtsfeldausfälle.

In der eigentlichen Phase der Migräneattacke verspüren Betroffene sehr intensive, meist halbseitige Kopfschmerzen, mitunter auch Übelkeit und eine hohe Lichtempfindlichkeit. Die Kopfschmerzen sind häufig pulsierend und oft im Stirn-und Schläfenbereich um die Augen lokalisiert.

Erkennen und behandeln

Frau bei Computertomographie (CT)
Frau bei Computertomographie (CT) Quelle: imago

Wer starke Kopfschmerzen hat, hat noch keine Migräne. Um eine Diagnose stellen zu lassen, sollte man sich intensiv von einem Arzt oder einem Neurologen beraten lassen. Oft wird zu einem Schmerztagebuch geraten, in dem genau dokumentiert wird, wann, in welcher Situation und wie intensiv die Kopfschmerzen auftreten. Zusätzlich und um andere Krankheitsbilder auszuschließen, kann der Neurologe außerdem weitere Untersuchungen (EEG, MRT oder CT) durchführen lassen.

Gegen die Aura gibt es keine Medikamente, die die Symptome lindern können. Bei der eigentlichen Migräne werden oft starke Schmerzmittel, die den Kopfschmerz schnell ausschalten sollen, eingesetzt. Bewährt hat sich die Therapie mit Triptanen. Dieser Wirkstoff mindert die neurovaskuläre Entzündung und stellt die geweiteten Gefäße auf ihre ursprüngliche Weite. Triptane dürfen nur maximal zehn Tage im Monat von Patienten eingenommen werden. Werden sie zu häufig eingenommen, kann der Wirkstoff selbst noch intensivere Attacken auslösen. Der Wirkstoff ist mitunter sogar rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, allerdings bedarf es aufgrund der Gefahr der Abhängigkeit und der Nebenwirkungen unbedingt einer intensiven Beratung durch den behandelnden Arzt. Die Selbstmedikation durch Triptane sollte ausgeschlossen werden.

Vorbeugend gegen Migräne?

Migräne kann bei Patienten, die sehr stark betroffen sind, auch vorbeugend behandelt werden, dann kann mitunter auch die Aura zurückgehen. Dazu werden Antiepileptika oder Beta-Blocker eingesetzt, die die Häufigkeit und Intensität der Anfälle mindern sollen. Bei akuten Anfällen helfen außerdem bestimmte Entspannungstechniken, progressive Muskelentspannung, Meditation oder das Auftragen von verdünntem Pfefferminzöl auf den Schläfen.

Um Migräneanfälle (egal ob leicht oder schwer, mit oder ohne Aura) zu vermeiden, ist ein gesunder, ausgeglichener Lebensstil unumgänglich. Dazu zählt zum Beispiel: Viel Wasser trinken, sich ausreichend bewegen und das wenn möglich an der frischen Luft, wenig oder am besten gar keinen Alkohol trinken und nicht rauchen.

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